ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2020Corona-Warn-App: Regierung setzt auf dezentrale Speicherung

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Corona-Warn-App: Regierung setzt auf dezentrale Speicherung

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Wann eine Corona-Warn-App in Deutschland einsatzbereit sein wird, ist derzeit weiter offen. Foto: sitthiphong/stock.adobe.com
Wann eine Corona-Warn-App in Deutschland einsatzbereit sein wird, ist derzeit weiter offen. Foto: sitthiphong/stock.adobe.com

Die Bundesregierung hat eine Richtungsentscheidung für die geplante Corona-Warn-App getroffen. Sie schwenkt auf eine dezentrale Speicherung der Nutzerdaten ein, wie Kanzleramtschef Helge Braun und Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (beide CDU) bestätigten. Diese Lösung ist nach Einschätzung von Experten besser für den Datenschutz als ein zentraler Abgleich der Daten. Zudem wird damit der Weg frei, die Apps mit den Smartphone-Systemen von Apple und Google zu verknüpfen. Das soll die App effizienter und sicherer machen. Die Corona-Warn-App soll helfen, die Ansteckungen nachzuverfolgen, wenn Ausgehbeschränkungen gelockert werden. Sie soll erfassen, welche Smartphones einander nahe gekommen sind – und Nutzer warnen, wenn sich später herausstellt, dass sie sich neben infizierten Personen aufgehalten hatten. „Wir verfolgen als Bundesregierung bei der Entwicklung einer Tracing-App einen Ansatz, der auf Freiwilligkeit beruht, datenschutzkonform ist und ein hohes Maß an IT-Sicherheit gewährleistet“, betonten Braun und Spahn. Ziel sei eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung. Noch vor wenigen Tagen sah es danach aus, dass die Bundesregierung eher einen zentralisierten Ansatz bevorzugen könnte. Dieser Ansatz war von Forschern und IT-Experten kritisiert worden. Bis eine Corona-Warn-App bereitsteht, kann es Spahn zufolge aber noch dauern. Man wolle den eingeschlagenen Weg „so schnell als möglich, aber auch so sicher als möglich gehen“, sagte der CDU-Politiker in den ARD-Tagesthemen. Ein konkretes Datum nannte er nicht. Auf den Hinweis, dass eine App ursprünglich schon Mitte April in Betrieb gehen sollte, sagte der Minister, er habe „immer darauf hingewiesen, mit den Erfahrungen aus anderen Digitalprojekten, dass es meistens ein, zwei, drei Wochen länger dauert, als manch einer öffentlich sagt, weil Datensicherheit und Datenschutz so wichtig sind“. Bei der geplanten App könne man „aufsetzen auf das, was in den letzten Wochen entwickelt wurde“. Das werde man sehr gründlich und sehr zügig in den nächsten Wochen machen. dpa

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