ArchivDeutsches Ärzteblatt9/2000Abitur: Wenig Relevanz

SPEKTRUM: Leserbriefe

Abitur: Wenig Relevanz

Dtsch Arztebl 2000; 97(9): A-494 / B-398 / C-375

Zenneck, Hans-Udo

Zu dem Leserbrief "Wo bleibt der Protest?" von Prof. Dr. med. H. Schriewer in Heft 3/2000, der sich auf die Meldung "Approbation künftig auch ohne Abitur möglich" in Heft 44/1999 bezog:
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LNSLNS Warum sollte jetzt protestiert werden, wo es doch die Möglichkeit des Studiums ohne Abitur seit Jahrzehnten gibt?
Ich selbst habe nach mittlerer Reife, einer Berufsausbildung und einem Studium an der Fachhochschule 1973 das Medizinstudium begonnen. Damals nannte man das den zweiten Bildungsweg. In der späteren Berufstätigkeit, bei der Umsetzung meines medizinischen Wissens in die therapeutische Beziehung, waren mir die vorher erworbenen Lebenserfahrungen sehr nützlich, verbesserten oder ermöglichten sie doch den Zugang zu vielen Patienten. Was hier beklagt wird, hat in der ärztlichen Praxis wenig Relevanz. Da ein Abitur keine besseren Ärzte macht, kann es bei der Verteidigung nur um die Wahrung einer elitären Schichtzugehörigkeit gehen. Nicht dazu-zugehören, habe ich nie als Mangel empfunden. Überdies beweist die regelmäßige Lektüre der Leserzuschriften, dass die geforderte breite Allgemeinbildung entweder doch nicht automatisch mit dem Abitur einhergeht oder aber wenig Spuren hinterlässt.
Das in der Öffentlichkeit beklagte Fehlen des ganzheitlichen Ansatzes in der Medizin kann doch unmöglich nur von mir und den wenigen Kolleginnen und Kollegen mit einem ähnlichen Berufsweg zu verantworten sein.
Hans-Udo Zenneck, Hummelsbütteler Weg 12, 22339 Hamburg
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