ArchivDeutsches Ärzteblatt9/2000Ernest Hemingway: Zweifelhafte Ehrung eines Mörders

SPEKTRUM: Leserbriefe

Ernest Hemingway: Zweifelhafte Ehrung eines Mörders

Zeller, Karl

Zu dem Feuilleton-Beitrag "Ein Mann der Extreme" von Anne Lederer in Heft 1-2/2000:
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LNSLNS Sie bringen eine Ehrung eines Mörders. Es handelt sich um einen gewissen Hemingway, der als amerikanischer Besatzungsoffizier in Deutschland mehrere Morde beging. Aber lesen wir einmal nach, was er in den "selected letters" über sich selbst schreibt.
"Einen Jungen, etwa so alt wie mein Sohn Patrick, der auf einem Fahrrad zu flüchten versuchte, - durch das Rückgrat geschossen." Über die "Behandlung" eines deutschen Kriegsgefangenen, der um gute Behandlung flehte und sich auf die Genfer Konvention berief: " . . . ich schoss ihm dreimal schnell in den Bauch, dann, als er in die Knie ging, schoss ich ihm in die Birne, sodass sein Gehirn aus dem Mund kam, oder ich glaube, es war die Nase."
Insgesamt gesteht Ernest Hemingway in den "selected letters", die von Carlos Daker bei Charles Scribner’s sons in New York 1981 herausgegeben wurden, nicht weniger als 122 Tötungsdelikte. Die deutsche Übersetzung erschien 1983 in Hamburg.
Man kann also sagen: Ernest Hemingway ist genauso ein Kriegsverbrecher wie der jüngst verstorbene Herr Arcan, der "Schlächter von Bosnien". Genauso wie diesen hätte man ihn ans Internationale Kriegsverbrechertribunal nach Nürnberg ausliefern sollen.
Ein weiteres Tötungsdelikt kommt bei Hemingway, sozusagen beim letzten Abdrücker, noch dazu: er beging Selbstmord, ebenso wie sein Vater. Also ein Mann, so richtig würdig für die Verleihung des Nobelpreises. Warum nicht gleich Friedensnobelpreis und nur ein Literaturnobelpreis?
Dr. med. Karl Zeller, Drausnickstraße 1a, 91052 Erlangen

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