ArchivDeutsches Ärzteblatt20/2020SARS-CoV-2-Pandemie – wenn eine Appendizitis kompliziert wird
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a) Thorax-Abdomen-CT im Lungenfenster in axialer Ebene: subpleurale milchglasartig-konfluierende Verdichtung im linken Unterlappen; b) Thorax-Abdomen-CT im Weichteilfenster in koronarer Ebene mit intravenöser und oraler Kontrastierung: wandverdickte Appendix mit umgebender Fettgewebsimbibierung (Pfeil). Mit freundlicher Genehmigung Prof. Vogl, Institut für Diagnostische und interventionelle Radiologie, Universitätsklinikum Frankfurt am Main.
Abbildung
a) Thorax-Abdomen-CT im Lungenfenster in axialer Ebene: subpleurale milchglasartig-konfluierende Verdichtung im linken Unterlappen; b) Thorax-Abdomen-CT im Weichteilfenster in koronarer Ebene mit intravenöser und oraler Kontrastierung: wandverdickte Appendix mit umgebender Fettgewebsimbibierung (Pfeil). Mit freundlicher Genehmigung Prof. Vogl, Institut für Diagnostische und interventionelle Radiologie, Universitätsklinikum Frankfurt am Main.

Eine 21-jährige Patientin mit Verdacht auf eine Appendizitis (Alvarado-Score 5) war in den COVID-plus-Bereich der Notaufnahme triagiert worden, weil sie zusätzlich über Fieber bis 39,3 ° C, Diarrhöen sowie Erkältungssymptomatiken berichtete. Laborchemisch fand sich eine Leukozytopenie mit 3,75/nL. Aufgrund der Symptomkombination von Leukozytopenie und Erkältungsbeschwerden, die nicht zum Bild einer Appendizits gehört, wurde eine COVID-19-Erkrankung erwogen, da diese mit abdominalen Beschwerden einhergehen kann. Da das Ergebnis des SARS-CoV-2-Tests noch nicht vorlag und ein Schnelltest nicht verfügbar war, erfolgte eine Computertomografie des Thorax und des Abdomens. In der Bildgebung zeigte sich sowohl eine Appendizitis acuta, als auch ein COVID-19-verdächtiges Infiltrat. Bei respiratorischer Stabilität wurde nach Abwägen der Risiken mit Einverständnis der Patientin eine laparoskopische Appendektomie unter Beachtung sämtlicher Sicherheitsmaßnahmen durchgeführt. Die Patientin konnte postoperativ problemlos extubiert werden. Der weitere Verlauf war komplikationslos. Der bei Aufnahme erfolgte und später eintreffende SARS-CoV-2-Abstrich war positiv. Im pathologischen Gutachten fand sich eine ulzerophlegmonöse Appendizitis. Das Erkennen der milde verlaufenden COVID-19-Erkrankung ist aus hygienischen Gründen entscheidend zum Schutz der Mitarbeiter und anderer Patienten.

Dr. med. Teresa Schreckenbach, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Universitätsklinikum Frankfurt am Main, teresa.schreckenbach@kgu.de

Dr. med. Maximilian Lahrsow, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Universitätsklinikum Frankfurt am Main

Norbert Fritsch, Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie, Universitätsklinikum Frankfurt am Main

Interessenkonflikt: Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Zitierweise: Schreckenbach T, Lahrsow M, Fritsch N: SARS-CoV-2 pandemic—a complicated case of appendicitis. Dtsch Arztebl Int 2020; 117: 364. DOI: 10.3238/arztebl.2020.0364

►Vergrößerte Abbildung und englische Übersetzung unter: www.aerzteblatt.de

a) Thorax-Abdomen-CT im Lungenfenster in axialer Ebene: subpleurale milchglasartig-konfluierende Verdichtung im linken Unterlappen; b) Thorax-Abdomen-CT im Weichteilfenster in koronarer Ebene mit intravenöser und oraler Kontrastierung: wandverdickte Appendix mit umgebender Fettgewebsimbibierung (Pfeil). Mit freundlicher Genehmigung Prof. Vogl, Institut für Diagnostische und interventionelle Radiologie, Universitätsklinikum Frankfurt am Main.
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a) Thorax-Abdomen-CT im Lungenfenster in axialer Ebene: subpleurale milchglasartig-konfluierende Verdichtung im linken Unterlappen; b) Thorax-Abdomen-CT im Weichteilfenster in koronarer Ebene mit intravenöser und oraler Kontrastierung: wandverdickte Appendix mit umgebender Fettgewebsimbibierung (Pfeil). Mit freundlicher Genehmigung Prof. Vogl, Institut für Diagnostische und interventionelle Radiologie, Universitätsklinikum Frankfurt am Main.

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