ArchivDeutsches Ärzteblatt19/2020SARS-CoV-2: Empfohlene Maskenaufbereitung tötet Virus nicht ab

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SARS-CoV-2: Empfohlene Maskenaufbereitung tötet Virus nicht ab

Maybaum, Thorsten; afp; dpa

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70 Grad für 30 Minuten sollen für die Wiederaufbereitung von Masken doch nicht genug sein. Foto: thelongandwindingroad/iStock
70 Grad für 30 Minuten sollen für die Wiederaufbereitung von Masken doch nicht genug sein. Foto: thelongandwindingroad/iStock

Das Coronavirus SARS-CoV-2 wird durch das bislang empfohlene Aufbereitungsverfahren von Atemschutzmasken nicht vollständig abgetötet. Das hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) dem Deutschen Ärzteblatt bestätigt. Das BfArM betonte, für die erste Empfehlung sei zur thermischen Virusinaktivierung bei gleichzeitiger Erhaltung der Maskenintegrität eine thermische Desinfektion bei 65 bis 70 Grad Celsius trockener Hitze über 30 Minuten vorgeschlagen worden. Dies habe auf Ergebnissen der zu diesem Zeitpunkt vorliegenden Literatur sowie der entsprechenden Bewertung durch Virologen basiert. Aktuelle Studien hätten nun aber gezeigt, dass eine Aktualisierung der bisher geltenden Empfehlung notwendig sei. „Mögliche Anpassungen der Verfahrensparameter zur zuverlässigen Vireninaktivierung bei gleichzeitiger Sicherstellung der weiteren Maskenintegrität werden derzeit überprüft“, sagte die Sprecherin. Das ZDF-Magazin „Frontal 21“ hatte unter Berufung auf ein BfArM-Papier berichtet, dass die Behörde in einem Schreiben an das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) rät, das aktuelle Aufbereitungsverfahren per Trockenhitze bei 70 Grad unverzüglich zu beenden. Trotzdem sei das Verfahren immer noch gestattet, berichtete das ZDF-Magazin. In dem internen Papier des BfArM ist auch von einer möglichen Alternative die Rede: Danach könne im Falle entsprechend positiver Untersuchungsergebnisse voraussichtlich eine thermische Dekontamination bei 90 Grad über 90 Minuten als Ersatzverfahren empfohlen werden. Dazu seien jedoch zunächst weitere Prüfergebnisse abzuwarten. Die zuständigen Ministerien äußerten sich auf Nachfrage nicht. may/afp/dpa

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