ArchivDeutsches Ärzteblatt20/2020Ursachen näher betrachten
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Die Autoren berichten unter anderem über 506 383 Leistenhernienoperationen (TAPP, TEP, Lichtenstein), die nach diagnosebezogenen Fallgruppen (DRG) im Zeitraum 2009–2015 abgerechnet worden sind (1). In der Gesamtkomplikationsrate von 0,3 % (n = 1 530) sind 458 Fälle mit einer Peritonitis (0,1 %), 538 Fälle mit einer Sepsis (0,1 %) und 273 Fälle mit einer gastrointestinalen Blutung (0,1 %) enthalten.

Die angegebene Letalität von 0,04 % liegt über der vom Schwedischen Hernienregister angegebenen Letalität von 0,004 % (2). Die Hälfte der Sterbefälle nach einer Leistenhernienoperation hängt mit der Hernie direkt zusammen, obwohl als Ursachen oft kardiovaskuläre Zwischenfälle angegeben werden. Nach tageschirurgischen Eingriffen stellten Jenkins et al. in ihrer Studie innerhalb der ersten drei Monate nach der Hernienoperation keinen Todesfall fest (3).

Bei der Letalität nach Leistenhernienoperationen spielen folgende Faktoren eine wesentliche Rolle:

  • Lokalisation der Hernie
  • Alter des Patienten
  • Schweregrad der Erkrankung nach ASA-Klassifikation (ASA, American Society of Anesthesiologists)
  • Notfalleingriff versus Wahleingriff
  • Art der Narkose
  • verzögerte Diagnosestellung und Therapie.

Diese Faktoren sind aus naheliegenden Gründen in der vorliegenden Arbeit nicht genannt worden. In der Literatur finden sich Komplikationsraten nach einer TAPP von 1,2–49 %, nach TEP 1,3–50,3 %, während im Herniamed-Register für TAPP 5,4 % und für TEP 2,95 angegeben werden (4).

Die Arbeit von Baum et al. (1) leistet einen wichtigen Beitrag zur Epidemiologie viszeralchirurgischer Eingriffe wie der Herniotomie. Die Arbeit legt nahe, die Ursachen der Sterblichkeit und Komplikationen je nach Art des Eingriffs näher zu betrachten.

DOI: 10.3238/arztebl.2020.0362a

Prof. Dr. med. René Holzheimer

Praxisklinik Sauerlach/Sant Anna Klinik Meran

Sauerlach

rgholzheimer@t-online.de

Interessenkonflikt

Der Autor erklärt, dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
Baum P, Diers J, Lichthardt S, et al.: Mortality and complications following visceral surgery—a nationwide analysis based on the diagnostic categories used in German hospital invoicing data. Dtsch Arztebl Int 2019; 116: 739–46 VOLLTEXT
2.
Jenkins JT, O‘Dwyer PJ: Inguinal hernias. BMJ 2008; 336: 269–72 CrossRef MEDLINE PubMed Central
3.
Primatesta P, Goldacre MJ: Inguinal hernia repair: incidence of elective and emergency surgery, readmission and mortality. Int J Epidemiol 1996; 25: 835–9 CrossRef MEDLINE
4.
Weyhe D, Tabriz N, Sahlmann B, Uslar VN: Risk factors for perioperative complications in inguinal hernia repair—a systematic review. Innov Surg Sci 2017; 2: 47–52 CrossRef MEDLINE PubMed Central
1.Baum P, Diers J, Lichthardt S, et al.: Mortality and complications following visceral surgery—a nationwide analysis based on the diagnostic categories used in German hospital invoicing data. Dtsch Arztebl Int 2019; 116: 739–46 VOLLTEXT
2.Jenkins JT, O‘Dwyer PJ: Inguinal hernias. BMJ 2008; 336: 269–72 CrossRef MEDLINE PubMed Central
3.Primatesta P, Goldacre MJ: Inguinal hernia repair: incidence of elective and emergency surgery, readmission and mortality. Int J Epidemiol 1996; 25: 835–9 CrossRef MEDLINE
4.Weyhe D, Tabriz N, Sahlmann B, Uslar VN: Risk factors for perioperative complications in inguinal hernia repair—a systematic review. Innov Surg Sci 2017; 2: 47–52 CrossRef MEDLINE PubMed Central

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