ArchivDeutsches Ärzteblatt PP5/2020Katholische Kirche: Bischöfe wollen sexuellen Missbrauch aufarbeiten

AKTUELL

Katholische Kirche: Bischöfe wollen sexuellen Missbrauch aufarbeiten

Bühring, Petra

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Die Betroffenen sexuellen Missbrauchs sollen bei der Aufarbeitung mit einbezogen werden. Foto: Marcel Hurni/stock.adobe.com
Die Betroffenen sexuellen Missbrauchs sollen bei der Aufarbeitung mit einbezogen werden. Foto: Marcel Hurni/stock.adobe.com

Die Deutsche Bischofskonferenz und der Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM), Johannes-Wilhelm Rörig, haben sich nach eigenen Angaben gemeinsam über das weitere Vorgehen zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche verständigt. Die interdisziplinäre Studie „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ (MHG-Studie, 2018) habe dazu bereits wichtige Erkenntnisse geliefert.

Die Bischöfe wollen nun die damals beschlossene Aufarbeitung „konsequent weiter fortsetzen“ zusammen mit dem UBSKM sowie der von ihm eingerichteten Arbeitsgruppe „Aufarbeitung Kirchen“. Basis dazu ist die „Gemeinsame Erklärung über verbindliche Kriterien und Standards für eine unabhängige Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche in Deutschland“, die aktuell veröffentlicht wurde.

Anzeige

Ziel der Gemeinsamen Erklärung soll „die umfassende, vergleichbare und abgestimmte Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs“ in den deutschen (Erz-)Diözesen sein. Hierzu sollen Strukturen etabliert werden, die eine transparente und unabhängige Aufarbeitung gewährleisten. Die Einbindung von Betroffenen sexuellen Missbrauchs sowie deren Expertise solle dabei unbedingt verankert werden.

Die Ortsbischöfe sind nun aufgerufen, zügig die organisatorischen und finanziellen Voraussetzungen in ihren Bistümern zu schaffen, sodass die diözesanen Aufarbeitungskommissionen schnell ihre Arbeit aufnehmen könnten. In den (Erz-)Diözesen sollen nun die Fälle sexuellen Missbrauchs quantitativ erhoben werden. Identifiziert werden sollen die Strukturen, die sexuellen Missbrauch ermöglicht und erleichtert oder dessen Aufdeckung erschwert haben. PB

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.

Fachgebiet

Zum Artikel

Der klinische Schnappschuss

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote