ArchivDeutsches Ärzteblatt PP5/2020COVID-19-Pandemie: Bedürfnisse der Kinder stärker berücksichtigen

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COVID-19-Pandemie: Bedürfnisse der Kinder stärker berücksichtigen

Hillienhof, Arne

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Während der Coronapandemie bleibt auch der Zugang zu Spielplätzen verwehrt. Foto: picture alliance/HMB Media/Heiko Becker
Während der Coronapandemie bleibt auch der Zugang zu Spielplätzen verwehrt. Foto: picture alliance/HMB Media/Heiko Becker

Politik und Gesellschaft haben bei den Maßnahmen gegen die Coronapandemie das Wohl und die Interessen von Kindern und Jugendlichen zurückgestellt. Das kritisiert die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendmedizin (DAKJ) in einer Stellungnahme. „Kinder und Jugendliche wurden in den bisherigen Entscheidungsprozessen nicht als Personen mit ebenbürtigen Rechten gesehen, sondern als potenzielle Virusträger. Sie wurden in ihren Lebenswelten massiv eingeschränkt, nicht zum eigenen, sondern zum Schutz anderer“, erklärt die Fachgesellschaft. Sie fordert daher, die jetzt anstehenden Regelungen zur weiteren Normalisierung auch mit Blick auf die Bedürfnisse und Rechte der Kinder und Jugendlichen zu beschließen.

Die Kinderärzte fürchten, dass eine langwährende Schließung von Kindertagesstätten, Kinderspielplätzen, Schulen und Sportstätten die gesunde körperliche, psychische und soziale Entwicklung vieler Kinder gefährden könnte. Zudem kämen während der Pandemie sehr viel weniger Kinder in die Praxen, Fachambulanzen und Kliniken. „Wir befürchten Probleme durch unverhältnismäßig langes Hinauszögern von notwendigen diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen“, warnt die DAKJ. Das Aussetzen der Früherkennungsuntersuchungen führe zudem dazu, dass Entwicklungsauffälligkeiten und Krankheiten zu spät entdeckt würden.

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„Es ist zunächst dringend wissenschaftlich zu klären, ob Kinder und Jugendliche überhaupt epidemiologisch relevante Überträger des Virus sind. Auf politischer Seite muss abgewogen werden zwischen möglichen epidemiologischen Auswirkungen einer Öffnungsstrategie einerseits und den erheblichen Risiken eines verlängerten Lockdowns für die gesunde kindliche Entwicklung andererseits“, so die Fachgesellschaft. hil

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