ArchivDeutsches Ärzteblatt PP5/2020Kulturkalender: Virtuelle Kunsterlebnisse

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Kulturkalender: Virtuelle Kunsterlebnisse

Schuchart, Sabine

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Museen weltweit entwickeln derzeit spannende digitale Formate, um ihre Sammlungen und Ausstellungen auch in Coronazeiten zu präsentieren. Es gibt viel zu entdecken.

PABLO PICASSO

„Kriegsjahre 1939–1945“

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Der „Digital Guide“ der Kunstsammlung NRW präsentiert das Werk Picassos während des Zweiten Weltkriegs (Bild: Stillleben mit Stierschädel, 1942). Zwar sind nicht alle 70 Objekte der Ausstellung aufgeführt. Der Betrachter erhält jedoch einen gehaltvollen, lebendigen Eindruck dieser künstlerischen Phase durch Zeitleisten mit Picassos Arbeiten und persönlichen Dokumenten. Ein Video vom Einmarsch der deutschen Truppen in Paris, historische Fotos, Briefe von Freunden und Texte mit erklärendem Hintergrund vermitteln ein Bild dieser Zeit und geben Antwort auf die Frage: Was malte Picasso im Krieg? Auf Youtube führt Kuratorin Kathrin Breßen durch die Ausstellung.

www.kunstsammlung.de

Raffael

„1520–2020“

Aus Anlass von Raffaels 500. Todestag widmet sich die Alte Pinakothek der Frage, wie sehr der Vertreter der Hochrenaissance die Bildsprache der neuzeitlichen westlichen Welt prägte. Ausgangspunkt ist sein frühes Meisterwerk die „Heilige Familie Canigiani“ aus seiner Zeit in Florenz, wo er sich mit den Werken Leonardos und Michelangelos auseinandersetzte. Unter dem Hashtag #PinaRaffael findet der Besucher spannende vertiefende Inhalte, so ein Onlinealbum mit Bildern Raffaels und seiner Zeitgenossen, Bilderklärungen sowie einen Arte-Film mit überraschenden Entdeckungen aus der Erforschung der „Heiligen Familie“.

www.pinakothek.de

CLAUDE MONET

„Orte“

In seinen Landschaftsbildern malte Monet immer wieder die gleichen Orte – nicht wegen ihrer landschaftlichen Reize, sondern um die unterschiedlichen Lichtphänomene einzufangen. Mit mehr als 100 Arbeiten präsentiert das Museum Barberini Schlüsselwerke aus Monets sämtlichen Schaffensphasen. Wechselnde Online-Angebote ermöglichen den Blick auf die Gemälde. Dazu gibt es einen Kuratoren-Rundgang, eine 360º-Tour, Interviews mit Monet-Experten sowie die Barberini Live Tour, bei der ein Guide den Besucher persönlich interaktiv durch die Ausstellung führt – kostenpflichtig ganz wie bei einer normalen Führung.

www.museum-barberini.com

VAN GOGH, CÉZANNE, MATISSE, HODLER

„Die Sammlung Hahnloser“

Das Albertina Museum Wien stellt eine Auswahl von Meisterwerken der Sammlung Hahnloser vor. Die bedeutende Privatsammlung der französischen Moderne hatte das Sammlerpaar aus Winterthur zwischen 1905 und 1936 im Kontakt mit befreundeten Künstlern zusammengetragen. Im Video führt Kurator Matthias Frehner durch die Schau, dazu gibt es eine Bildergalerie sowie einen Podcast zu van Goghs berühmtem „Nachtcafé in Arles“, einem Glanzstück der Sammlung.

www.albertina.at

VIDA AMERICANA

„Mexican Muralists Remake American Art, 1925–1945“

In einer Gegenüberstellung von 200 Werken mexikanischer und US-amerikanischer Künstler untersucht das New Yorker Whitney Museum, welchen Einfluss der kulturelle Aufbruch Mexikos nach der Revolution Anfang des 20. Jahrhunderts auf seinen nördlichen Nachbarn hatte. Deutlich wird die immense Wirkung, die mexikanische Künstler wie Diego Rivera – als Alternative zur europäischen Moderne – auf die US-Kunstszene jener Zeit ausübten. Videos zum historisch-sozialen Hintergrund und zu Mexikos Wandmalerei, dazu Bildergalerien und Essays zeichnen virtuell ein faszinierendes Bild jener Epoche (in englischer Sprache).

www.whitney.org

Sabine Schuchart

Der besondere Tipp

Prüfung oder Strafe Gottes

DMMI, Signatur Hyg 354 1826–2 Europa
DMMI, Signatur Hyg 354 1826–2 Europa

Die Medizingeschichte der Epidemien ist auch eine Geschichte aufschlussreicher Deutungen, mit der sich die Menschen grauenvolle Infektionen wie Pest, Pocken, Typhus oder Lepra erklärten, bevor deren Ursache entdeckt wurde: Seuchen wurden zum Beispiel als Strafe oder Prüfung Gottes angesehen oder es erfolgten fatale Schuldzuweisungen. Die Pest-Pogrome im 14. Jahrhundert waren eine Folge. Seit das Medizinhistorische Museum Ingolstadt aufgrund von Corona nicht live besucht werden kann, stellt es auf seiner Website sowie Facebook und Instagram täglich ein spannendes Objekt aus der Seuchengeschichte vor (Bild: Quarantänechirurg während der Pest in Marseille, Kupferstich, 1826). Verschiedene Autoren klären wissenschaftlich fundiert und farbig über dessen Herkunft und Bedeutung auf – unbedingt zu empfehlen!

„Covid-19 & History“, Medizinhistorisches Museum Ingolstadt, www.dmm-ingolstadt.de/aktuell/covid-19-history.html sowie über Facebook und Instagramm.

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