ArchivDeutsches Ärzteblatt9/2000Apothekenmarkt: Mehr Innovationen

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Apothekenmarkt: Mehr Innovationen

Dtsch Arztebl 2000; 97(9): A-508 / B-410 / C-387

Clade, Harald

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LNSLNS Der Apothekenumsatz verzeichnete im vergangenen Jahr den Absatz von weniger, aber höherpreisigen Arzneimitteln.
Auf dem Apothekenmarkt wurden im vergangenen Jahr weniger, aber dafür höherpreisige Arzneimittel verordnet. Innovative Produkte substituieren herkömmliche Therapeutika und Therapielinien. Dies spiegelt die Therapiefortschritte und die Leistungsfähigkeit der Arzneimittelindustrie wider. Prognosen von Brancheninsidern zufolge dürfte sich dieser Trend fortsetzen - trotz der Arznei- und Heilmittelbudgets.
Nach einer Branchenanalyse des Instituts IMS Health, Frankfurt, lagen die Umsätze nach Herstellerabgabepreisen bei rund 29 Milliarden DM. Dies entspricht einem Umsatzwachstum von 6,2 Prozent gegenüber 1998.
Die überdurchschnittlich starke Wachstumsrate von 11,2 Prozent im ersten Quartal 1999 - zurückzuführen auf die ausgeprägte Grippewelle - flachte sich im zweiten und dritten Quartal auf 7,3 und 5,8 Prozent ab. Ab Beginn des vierten Quartals 1999 registriert der Branchenreport "Der Pharmazeutische Markt" einen deutlichen Umsatzrückgang - was nicht zuletzt auf das im Herbst eingesetzte gemeinsame Aktionsprogramm von Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium, gesetzlichen Krankenkassen und Kassenärztlicher Bundesvereinigung zurückgeführt wird. Die Folge war ein Umsatzminus von 3,6 Prozent im Dezember.
Zu einer Umsatzsteigerung trugen in erster Linie die rezeptpflichtigen Präparate bei (+ 9 Prozent); sie erzielten inzwischen einen Anteil von 73 Prozent, gemessen am Gesamtarzneimittelmarkt. Dagegen ist der Umsatz mit Präparaten des Selbstmedikationssektors um 0,6 Prozent gegenüber 1998 leicht geschrumpft.
Therapiefortschritte und Strukturveränderungen auf dem Arzneimittelmarkt spiegeln auch folgende Zahlen wider: Angiotensin II-Antagonisten: + 95 Prozent, Antiadiposita: + 88 Prozent; ThrombozytenAggregationshemmer: + 71 Prozent und Anti-Alzheimer-Präparate: + 52 Prozent. Unter den fünf umsatzstärksten Arzneimittel-Gruppen erreichten drei zweistellige Zuwachsraten: Humaninsuline mit 17 Prozent, Lipidsenker mit 16 Prozent und Ulcustherapeutika mit 12 Prozent. Dr. Harald Clade
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