ArchivDeutsches Ärzteblatt9/2000„Cannabis-Missbrauch nicht verharmlosen„

POLITIK: Aktuell

„Cannabis-Missbrauch nicht verharmlosen„

Dtsch Arztebl 2000; 97(9): A-510 / B-430 / C-405

Richter, Eva A.

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LNSLNS Kritisch äußerte sich der Suchtstoff-Kontrollrat über die zunehmende Verbreitung des Cannabis-
Missbrauchs, vor allem in Europa. Starke Cannabis-Sorten, genaue Anleitungen sowie Geräte für den Anbau seien zu leicht in "Hanfläden" oder über das Internet verfügbar. Durch den freien Verkauf würde der häusliche Anbau von Hanf zunehmen. Der Missbrauch von Cannabis dürfe keinesfalls verharmlost oder als unvermeidlich betrachtet werden, heißt es in dem Jahresbericht.
Klare Stellung bezieht der Rat zur Debatte über Cannabis als Medikament: Cannabis sei nicht verschreibungsfähig; es bedürfe weiterer wissenschaftlicher Forschung, um den medizinischen Nutzen von Cannabis nachzuweisen.
Nachdem das Bundesverfassungsgericht schwerkranke Kläger ermutigte, wiederholt eine Sondererlaubnis für den legalen Konsum von Cannabis als Therapeutikum zu beantragen, ist die Diskussion darüber auch in Deutschland wieder aufgekommen. Die Legalisierung wäre jedoch "als eine Verletzung der internationalen Übereinkommen zu werten", betont Dr. Oskar Schröder, Mitglied des Rates. Die internationale Gemeinschaft habe 1961 beschlossen, Cannabis aufgrund seiner nachweislichen Gesundheitsschädlichkeit und der Gefahr der Abhängigkeit in die Liste der Betäubungsmittel aufzunehmen, die einer Kontrolle unterliegen. Sollte die Forschung ergeben, dass der medizinische Nutzen von Cannabis größer als seine gesundheitliche Gefahr ist, so Schröder, müsse die Substanz in die Liste der genehmigungspflichtigen Stoffe aufgenommen werden und gleichfalls den Betäubungsmittelkontrollen unterliegen. ER
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