ArchivDeutsches Ärzteblatt20/2020COVID-19-Diagnostik: Stark von Prävalenz abhängig
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Die Autoren geben einen sehr guten Überblick über den derzeitigen Stand der labordiagnostischen Möglichkeiten in Hinblick auf SARS-CoV-2. Am Ende weisen sie darauf hin, dass Antigen-Tests wegen eines geringen negativen prädiktiven Wert (NPW) von unter 50 % bei hohen positivem prädiktiven Wert (PPW) von über 95 % nur orientierend angewandt werden können.

Es mag zwar stimmen, dass diese Tests nicht spezifisch genug sind, aber die Begründung mit einem schlechten negativen prädiktiven Wert ist meines Erachtens nicht zielführend. Sowohl der positive prädiktive Wert eines Tests (die Wahrscheinlichkeit des Vorliegens einer Krankheit bei positivem Testergebnis) als auch der negative prädiktive Wert eines Testes (die Wahrscheinlichkeit, gesund zu sein bei negativem Testergebnis) hängt sehr stark von der Prävalenz der Erkrankung im untersuchten Kollektiv ab. So hat z. B. ein postiver HIV-Antikörper-Test mit einer hohen Sensitivität und Spezifität von über 99,5 % bei einer Prävalenz von 0,1 % (entspricht einem unselektierten deutschen Kollektiv ) einen positiven prädiktiven Wert von nur 30 %, von drei Tests sind zwei falsch positiv.

Da die Prävalenz für SARS-CoV-2 aber derzeit nicht bekannt ist, sind auch Berechnungen für PPW und NPW nicht seriös darstellbar.

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Dr. med. Horst P. Herden, 35041 Marburg

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Michael J. Normann
am Samstag, 25. Juli 2020, 12:53

Irrtum?

Zur Artikelunterschrift: Weißt "der" PCR Test wirklich eine Infektion nach und nicht streng genommen nur RNA-Schnipsel des/eines Virustyps auf den Schleimhäuten, die auch nicht vermehrbar sein können und das zwar zusätzlich zu der Tatsache, dass PCR Tests auch an sich falsch-positiv sein können? Führt zur zweiten Frage: Gibt es außerdem nicht Tests verschiedener Hersteller, die sehr deutliche Unterschiede in der Spezifität und Treffsicherheit aufweisen (bis zu 40% falsch-positiv bei einem Test eines türkischen Herstellers in Bergamo eingesetzt)?

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