ArchivDeutsches Ärzteblatt21/2020Sofortige operative Sanierung des rhinogenen Fokus notwendig
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Die in unserem klinischen Alltag seltene, potenziell so gefährliche Orbitaphlegmone verdient sicher die Aufmerksamkeit der gesamten Ärzteschaft (1). Das Erkrankungsbild muss aber korrekt beschrieben werden:

Die Orbitaphlegmone stellt ein schwerwiegendes und tatsächlich lebensbedrohliches Krankheitsbild dar, das als Komplikation einer eitrigen Sinusitis entstehen kann. Als Maximalausprägung der sogenannten orbitalen Komplikation muss sie im Falle ihrer Manifestation zwingend und sofort einer operativen Sanierung des rhinogenen Fokus und Entlastung der Orbita zugeführt werden, um die vitale Bedrohung zu entschärfen.

Dass die Behandlung im vorliegenden Fall ohne chirurgische Intervention erfolgreich verlief, kann nur bedeuten, dass eines der beiden ersten Stadien der orbitalen Komplikation vorgelegen hat. Nur das Lidödem und die Periostitis erlauben einen konservativen Therapieversuch (2, 3). Ab Stadium 3 (Subperiostalabszess) und definitiv bei diffus-phlegmonöser Entzündung im Orbitaraum ist die Nasennebenhöhlenoperation mit Abtragung der medialen Orbitaknochenwand und Schlitzung des orbitalen Periostes indiziert (4) Die präoperative Bildgebung mithilfe der Computertomografie ist wie die sofortige Einleitung einer breitspektralen Antibiotikatherapie obligat.

DOI: 10.3238/arztebl.2020.0375a

Prof. Dr. med. Gerald Baier

Dr. med. Ingo Ott

Klinik für Hals-Nasen-Ohreheilkunde, Kopf-, Hals- und plastische Gesichtschirurgie

Klinikum Darmstadt GmbH

ingo.ott@mail.klinikum-darmstadt.de

Interessenkonflikt

Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
Höck A: Orbital cellulitis. Dtsch Arztebl Int 2020; 117: 60 VOLLTEXT
2.
Graß S, Welkoborsky HJ, Möbius H, Plontke SK, Glien A: Orbital complications. HNO 2018; 66: 800–11 CrossRef MEDLINE
3.
Knipping S, Hirt J, Hirt R: Management of orbital complications. Laryngorhinootologie 2015; 94: 819–26 CrossRef MEDLINE
4.
Siedek V, Kremer A, Betz CS, Tschiesner U, Berghaus A, Leunig A: Management of orbital complications due to rhinosinusitis. Eur Arch Otorhinolaryngol 2010; 267: 1881–6 CrossRef MEDLINE
1.Höck A: Orbital cellulitis. Dtsch Arztebl Int 2020; 117: 60 VOLLTEXT
2.Graß S, Welkoborsky HJ, Möbius H, Plontke SK, Glien A: Orbital complications. HNO 2018; 66: 800–11 CrossRef MEDLINE
3.Knipping S, Hirt J, Hirt R: Management of orbital complications. Laryngorhinootologie 2015; 94: 819–26 CrossRef MEDLINE
4.Siedek V, Kremer A, Betz CS, Tschiesner U, Berghaus A, Leunig A: Management of orbital complications due to rhinosinusitis. Eur Arch Otorhinolaryngol 2010; 267: 1881–6 CrossRef MEDLINE

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