ArchivDeutsches Ärzteblatt21/2020GOÄ-Ratgeber: Erläuterungen zu den Abrechnungsempfehlungen zur Berechnung von ärztlichen Leistungen im Rahmen der COVID-19-Pandemie

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GOÄ-Ratgeber: Erläuterungen zu den Abrechnungsempfehlungen zur Berechnung von ärztlichen Leistungen im Rahmen der COVID-19-Pandemie

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Berechnung aufwendiger Hygienemaßnahmen (Nr. 245 GOÄ analog):

1. Berechnung nach „Nr. 245 GOÄ analog, erhöhte Hygienemaßnahmen im Rahmen der COVID-19-Pandemie“ zum 2,3-fachen Satz in Höhe von 14,75 €

2. Nur bei unmittelbarem persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt

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3. Einmal je Sitzung berechnungsfähig

4. Keine gleichzeitige Steigerung der in derselben Sitzung erbrachten Leistungen über den Schwellenwert (z. B. 2,3-facher Satz) mit der Begründung z. B. „erhöhter Hygieneaufwand“ etc. aufgrund der COVID-19-Pandemie

5. Steigerung der anderen in derselben Sitzung erbrachten Leistungen über den Schwellenwert (z. B. 2,3-facher Satz) nur (!) aufgrund sonstiger Erschwernisgründe, wie z. B. Blutung, Rezidiv etc.

6. Wenn nicht (!) Nr. 245 GOÄ analog berechnet wird und ein erhöhter Hygieneaufwand durch Steigerung der erbrachten Leistungen in Rechnung gestellt wird, ist die Steigerung für jede einzelne Leistung verständlich und nachvollziehbar zu begründen. Keine Pauschalbegründung!

7. Nicht berechnungsfähig bei einer Leichenschau (Voraussetzung Arzt-Patienten-Kontakt, Leiche ist kein Patient). Erhöhter (Zeit-)Aufwand bei besonderen Todesumständen eventuell nach Nr. 102 GOÄ berechnungsfähig.

8. Die Abrechnungsempfehlung gilt vom 5. Mai 2020 zunächst befristet bis zum 31. Juli 2020

Berechnung psychotherapeutischer Leistungen per Videoübertragung:

1. Erst- und Eingangsuntersuchungen nur in absoluten Ausnahmefällen (!) per Videoübertragung, sofern es sich aus Umständen der COVID-19-Pandemie ergibt. Regelfall für Erst- und Eingangsuntersuchungen zur Psychotherapie ist der unmittelbare Arzt-Patienten-Kontakt. Ausnahmefälle sind zu begründen!

2. Begonnene psychotherapeutische Behandlungen können als Videoübertragung nur in Einzelsitzungen durchgeführt werden (keine Gruppentherapie über Videoübertragung).

3. Die Abrechnungsempfehlungen gelten vom 5. Mai 2020 zunächst befristet bis zum 30. Juni 2020

Berechnung längerer pandemiebedingter Telefonate (Mehrfachberechnung Nr. 3 GOÄ):

1. Voraussetzung: Patient kann pandemiebedingt die Praxis nicht aufsuchen bzw. das Aufsuchen der Praxis ist pandemiebedingt nicht zumutbar und (!) es steht dem Patienten keine Videoübertragungsmöglichkeit zur Verfügung und (!) die Versorgung kann anderweitig nicht erfolgen (die Begründungen sind in der Rechnung anzugeben).

2. Berechnung der Nr. 3 GOÄ je vollendete 10 Minuten. Die tatsächliche Dauer ist in der Rechnung anzugeben

3. Berechnung der Nr. 3 GOÄ jeweils zum 2,3-fachen Satz

4. Berechnung der Nr. 3 GOÄ höchstens 4 Mal pro Telefonat (unter Berücksichtigung der Voraussetzungen nach 1.)

5. Höchstens 4 derartige Telefonate je Kalendermonat (unter Berücksichtigung der Voraussetzungen nach 1.)

6. Die mehrfache Berechnungsfähigkeit der Nr. 3 GOÄ ist strikt auf die in 1. genannten Fälle und den Geltungszeitraum der Abrechnungsempfehlung (5. Mai 2020 bis 31. Juli 2020) beschränkt und nicht auf andere Fallkonstellationen anwendbar. Außerhalb des Geltungszeitraumes der Abrechnungsempfehlung oder sofern die Voraussetzungen nach 1. nicht vorliegen, gelten unverändert die Abrechnungsbestimmungen zur Nr. 3 der aktuellen GOÄ.

7. Die Abrechnungsempfehlung gilt vom 5. Mai 2020 zunächst befristet bis zum 31. Juli 2020.

Die Abrechungsempfehlungen zur Erfüllung aufwändiger Hygienemaßnahmen
im Rahmen der COVID-19-Pandemie finden Sie auf Seite 1134
www.aerzteblatt.de/201134

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