ArchivDeutsches Ärzteblatt9/2000Repetitorium Anaesthesiologicum: Fit in die Facharztprüfung

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Repetitorium Anaesthesiologicum: Fit in die Facharztprüfung

Dtsch Arztebl 2000; 97(9): A-524 / B-424 / C-400

Lehmann, Klaus A.

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LNSLNS Eine erfolgreiche Weiterbildungsveranstaltung auf dem Gebiet der Anästhesie fand zum 25. Mal statt.

Die Deutsche Akademie für Anästhesiologische Fortbildung (DAAF) organisiert traditionell die Refresherkurse beim Deutschen Anästhesiekongress. 1985 wurde eine weitere Veranstaltungsreihe konzipiert, die sich zum Ziel setzte, "Anästhesievorlesungen für Anästhesisten" durchzuführen, das heißt, auf einem (Facharzt-)Niveau, welches deutlich über dem der Propädeutik im Studium liegt.
Systematisches theoretisches Lernen braucht Freiräume, die in der Klinikroutine einfach nicht zu realisieren sind. Die Zuhörer müssen besonders motiviert sein: Wann wären sie es mehr als vor der mündlichen Facharztprüfung? Also hieß die Devise: Weg vom klinischen Alltag und von aufreibenden Nachtdiensten. Das Vorlesungsprogramm sollte ausgewogen sein und den Nöten der Prüfungskandidaten Rechnung tragen, mit dem Mut zum Weglassen von eher unwichtigen Details, die ohnehin in Lehrbüchern nachzulesen sind. Die Antwort hieß "Repetitorium Anaesthesiologicum".
Schon bei der ersten Veranstaltung 1987 verzeichnete die DAAF ein ungeahntes Interesse. Aus den über 300 Anmeldungen konnten nur 130 Bewerber zugelassen werden, die sich acht Tage lang mit neun Hochschullehrern auf die Facharztprüfung vorbereiteten. Die Anmeldezahlen stiegen fortan allein durch Flüsterpropaganda auf über 550 pro Kurs, der seitdem zweimal jährlich in Mayrhofen stattfindet.
Es gibt keine Statistik über Veränderungen der Durchfallquoten nach Einführung des Repetitoriums, doch weisen die Erfahrungen vieler Prüfer auf ein deutlich gestiegenes Niveau und erheblich größeres Selbstvertrauen der Kandidaten bei den Facharztgesprächen hin. Vielerorts zählt die Teilnahme am Repetitorium Anaesthesiologicum heute zur obligatorischen Voraussetzung für die Ausstellung des Facharztgutachtens.
Die schönste Bestätigung des Konzeptes erfolgte 1995, als das erste Repetitorium für Leitende Ärzte eingeführt wurde, welches inzwischen regelmäßig einmal jährlich als CME-Fortbildungsveranstaltung für gestandene Fachärzte angeboten wird.
Der Stundenplan hat sich im Laufe der Zeit ein wenig gewandelt; neuere Entwicklungen der Anästhesie wurden einbezogen, kontrovers diskutierte Themen aufgenommen, Ballast über Bord geworfen. Das systematische Grundkonzept ist jedoch unverändert geblieben. Die obligatorischen Veranstaltungen (43 Elemente) laufen von acht bis elf und von 16 bis 19 Uhr. Im fakultativen Mittagsblock bestehen vielfältige Angebote für Spezialvorlesungen, Seminare und praktische Übungen mit Narkoserespiratoren. Als besonders wichtig wird die Möglichkeit angesehen, in der Mittagspause simulierte Facharztprüfungen durchzuführen.
Der große Erfolg führte in kurzer Zeit dazu, dass die DAAF ähnliche Veranstaltungen mit Schwerpunkten zur Intensivmedizin und Schmerztherapie anbieten konnte (vergleiche: www.medizin-uni-koeln.de/projekte/ daaf). 1998 wurde das Konzept auch von der Deutschen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes (DGSS) aufgegriffen und in den seither jährlich stattfindenden DGSS-Schmerzwochen realisiert (vergleiche: www.
medizin-uni-koeln.de/projekte/dgss).


Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Klaus A. Lehmann
Klinik für Anästhesiologie
und Operative Intensivmedizin
Joseph-Stelzmann-Straße 9
50924 Köln

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