ArchivDeutsches Ärzteblatt22-23/2020Röntgendichte Koprolithen im kleinen Becken
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Röntgenaufnahme des Beckens ap nativ. Röntgendichtes Material mit Projektion auf das kleine Becken sowie multiple kleine Konkremente in Projektion auf das Colon ascendens, descendens und sigmoideum (Abdruck mit freundlicher Genehmigung Prof. Dr. med. Ulf Teichgräber und PD Dr. med. René Aschenbach, Jena).
Abbildung
Röntgenaufnahme des Beckens ap nativ. Röntgendichtes Material mit Projektion auf das kleine Becken sowie multiple kleine Konkremente in Projektion auf das Colon ascendens, descendens und sigmoideum (Abdruck mit freundlicher Genehmigung Prof. Dr. med. Ulf Teichgräber und PD Dr. med. René Aschenbach, Jena).

Ein 56-jähriger Dialysepatient wurde zu Routineuntersuchungen im Rahmen der Nierentransplantationslistung aufgenommen. In der Röntgenaufnahme des Beckens zeigte sich eine inhomogen röntgendichte Struktur mit Projektion auf das kleine Becken sowie kleinere Konkremente mit Projektion auf das Colon ascendens, descendens und sigmoideum (Abbildung). Kontrastmittel war nicht verabreicht worden. Bei gezielter Anamnese berichtete der Patient über chronische Obstipation seit der Einnahme des Phosphatbinders Lanthancarbonat. Nach Gabe eines Klistiers war die Struktur in Projektion auf das Rektum nicht mehr nachweisbar. Während Obstipation als häufige Nebenwirkung des Medikaments bekannt ist (1–10 %), stellen die röntgendichten Konkremente, die durch das enthaltene Übergangsmetall verursacht werden, eine wenig bekannte radiologische Differenzialdiagnose von unklaren röntgendichten Konkrementen des Gastrointestinaltraktes dar. Gelegentlich (0,1–1 %) treten auch Verläufe mit Ileus, unter anderem durch unzerkaute Tabletten, auf.

Dr. med. Christoph Werner, Dr. med. Christopher Ritter, PD Dr. med. habil. Martin Busch
Klinik für Innere Medizin III, Universitätsklinikum Jena, martin.busch@med.uni-jena.de

Interessenkonflikt: Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Zitierweise: Werner C, Ritter C, Busch M: Radiopaque coproliths in the pelvis minor.
Dtsch Arztebl Int 2020; 117: 388. DOI: 10.3238/arztebl.2020.0388

►Vergrößerte Abbildung und englische Übersetzung unter: www.aerzteblatt.de

Röntgenaufnahme des Beckens ap nativ. Röntgendichtes Material mit Projektion auf das kleine Becken sowie multiple kleine Konkremente in Projektion auf das Colon ascendens, descendens und sigmoideum (Abdruck mit freundlicher Genehmigung Prof. Dr. med. Ulf Teichgräber und PD Dr. med. René Aschenbach, Jena).
Abbildung
Röntgenaufnahme des Beckens ap nativ. Röntgendichtes Material mit Projektion auf das kleine Becken sowie multiple kleine Konkremente in Projektion auf das Colon ascendens, descendens und sigmoideum (Abdruck mit freundlicher Genehmigung Prof. Dr. med. Ulf Teichgräber und PD Dr. med. René Aschenbach, Jena).

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema

Serie Der klinische Schnappschuss