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Psoriasis vulgaris im Praxisalltag: Patienten profitieren von Therapiewechsel zu Apremilast

Freyer, Martina

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Psoriasis-(PSO-)Patienten mit limitiertem Hautbefall können durch belastende Manifestationen wie Kopfhaut- und/oder Nagelbefall stark beeinträchtigt sein. Aktuelle Daten der nicht-interventionellen Studien (NIS) LAPIS-PSO, APPRECIATE und APART zeigen das Potenzial des PDE4-Inhibitors Apremilast im Praxisalltag [1–3].

PSO hat viele Gesichter: Wenn die Plaques an der Kopfhaut, im Gesicht oder an Händen und Nägeln auftreten, leiden die Patienten besonders häufig unter Stigmatisierung und die Lebensqualität ist eingeschränkt [4, 5], erläuterte Prof. Dr. med. Ulrich Mrowietz, Kiel. Er appellierte bei einem Symposium im Rahmen des EADV-Kongresses, die Perspektive der Patienten nicht aus den Augen zu verlieren. Gängige Scores wie der PASI (Psoriasis Area Severity Index) oder die betroffene Körperoberfläche (BSA; Body Surface Area) spiegeln jedoch nicht den individuellen Leidensdruck der Patienten wider – den erfahre man vor allem im Gespräch, so Mrowietz.

Belastung nicht unterschätzen

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Auch Patienten mit limitiertem Hautbefall (BSA ≤ 10 oder PASI ≤ 10) können durch belastenden Manifestationen in ihrer Lebensqualität beeinträchtigt sein: Bei einem DLQI-(Dermatology Quality of Life Index-)Wert > 10 gelten sie als mittelschwer bis schwer erkrankt und kommen für eine Systemtherapie infrage [6]. Als besonders belastend gelten Plaques an der Kopfhaut, den Nägeln, im Gesicht, an den Händen und/oder Fußsohlen [6].

Die Krankheitslast von Patienten mit limitiertem Hautbefall wird in verschiedenen aktuellen Praxisstudien und Registerdaten sichtbar, erläuterte Prof. Dr. med. Chris Griffiths, Manchester, Großbritannien. Griffiths präsentierte in diesem Kontext die aktuellen Ergebnisse der PsoHealth2-Querschnittsstudie [7], der MAPP-Studie [8] und des CORRONA Psoriasis-Registers [9].

Apremilast verbesserte Lebensqualität

Die prospektive NIS LAPIS-PSO untersucht die Wirksamkeit von Apremilast (Otezla®) [10] im Behandlungsalltag: Der orale PDE4-Inhibitor zeigte eine schnelle und breite Wirksamkeit und verbessert nach ca. 4 Monaten die Lebensqualität von Patienten mit belastenden Manifestationen wie Kopfhaut- und/oder Nagelbefall [11]. Prof. Dr. med. Kristian Reich, Hamburg, zeigte anhand einer neuen Auswertung, dass auch die Anzahl der Vortherapien den Behandlungserfolg maßgeblich beeinflusste: Patienten, die eine Vortherapie erhalten hatten, profitierten in den ersten 4 Monaten der Studie deutlicher von der Apremilast-Therapie als Patienten, die mit > 1 Systemtherapie vorbehandelt wurden. Das spreche für einen frühen Einsatz von Apremilast bei Patienten mit mittelschwerer* PSO, bei denen eine Systemtherapie indiziert ist. Apremilast reduzierte nicht nur die Hautläsionen effektiv, sondern war auch bei schwierig zu behandelnden Lokalisationen, wie Kopfhaut und palmoplantarem Befall, effektiv. Im Einsatz über 52 Wochen bestätigte sich innerhalb der gesamten Studienpopulation die in klinischen Studien beobachtete breite Wirksamkeit und überzeugende Sicherheit von Apremilast im Praxisalltag [1].

Patienten profitieren von Therapiewechsel zu Apremilast

Die europaweite NIS APPRECIATE untermauert diese Ergebnisse: Bei 480 PSO-Patienten mit belastenden Manifestationen standen die Patienten-berichteten Ergebnisse (PROs; patient reported outcomes) im Fokus. Diese Patienten zeigten nach 6 ± 1 Monaten mit Apremilast einen deutlichen Anstieg der Lebensqualität [2].

Auch die erste Interimsanalyse der NIS APART deutet auf den Mehrwert eines Therapiewechsels nach der 1. konventionellen Systemtherapie (z.B. FSE; Fumarsäureester) zu Apremilast hin [3]: Von 202 Patienten, die zu Studienbeginn weder Biologika noch FSE noch Apremilast erhalten hatten, beendete fast jeder Zweite die FSE-Therapie vorzeitig. Fast die Hälfte der Patienten, die anschließend eine Apremilast-Therapie begonnen hatten, hat die FSE-Therapie aufgrund von Nebenwirkungen und zusätzlich rund 40 % aufgrund unzureichender Wirksamkeit abgebrochen. Die Patientenzufriedenheit mit der medikamentösen Behandlung und das überzeugende Sicherheitsprofil sprechen dafür, dass Patienten mit mittelschwerer bis schwerer PSO durch einen frühzeitigen Therapiewechsel von FSE zu Apremilast profitieren können [3].

Fazit für die Praxis

• PSO-Patienten mit belastenden Manifestationen wie Kopfhaut- und Nagel-psoriasis sind in ihrer Lebensqualität stärker eingeschränkt [1, 2].

• Bei mittelschwerer bis schwerer* PSO zeigte Apremilast ein gutes Ansprechen bei Kopfhaut-, Nagelpsoriasis, palmoplantarem Befall und Juckreiz, was mit einer deutlichen Verbesserung der Lebensqualität korrelierte (PROs) [1, 2]. 

* Die Studienpopulation der LAPIS-PSO-Studie war mit einem mittleren PASI von 15,4 eher mittelschwer betroffen.

Impressum

Verlag: Deutscher Ärzteverlag GmbH

Dieselstraße 2, 50859 Köln

Geschäftsführung: Jürgen Führer

Telefon 02234 7011-0 (Zentrale)

Autorin: Martina Freyer

Druckerei: L.N. Schaffrath GmbH & Co. KG DruckMedien, Marktweg 42, 47608 Geldern

Diese Sonderpublikation erscheint im Auftrag und inhaltlichen Verantwortungsbereich der Amgen GmbH, Riesstraße 24, 80992 München.

Quelle: Satellitensymposium „Moderate psoriasis: a journey towards patient-centred care“ im Rahmen des 28. EADV-Kongress (European Academy of Dermatology and Venereology) in Madrid, 10.10.2019, Veranstalter: Celgene

Der Verlag kann für Angaben über Dosierungsanweisungen und Applikationsformen keine Gewähr übernehmen. Durch sorgfältige Prüfung der Fachinformationen der verwendeten Präparate und ggf. nach Konsultation eines Spezialisten ist jeder Benutzer angehalten, festzustellen, ob die dort gegebene Empfehlung für Dosierung oder die Beachtung von Kontraindikationen gegenüber der Angabe in dieser Beilage abweicht. Bei selten verwendeten oder neu auf den Markt gebrachten Präparaten ist eine solche Prüfung besonders wichtig. Jede Dosierung oder Applikation erfolgt auf eigene Gefahr des Benutzers.

Diese Sonderpublikation erscheint außerhalb des Verantwortungsbereichs des Deutschen Ärzteverlages.

Zulassungsstudien ESTEEM 1 und 2 [12]

In die multizentrischen, doppelblinden, randomisierten, placebokontrollierten Phase-III-Studien ESTEEM 1 und ESTEEM 2 waren Patienten eingeschlossen, bei denen ≥ 1 Nagel ≥ 1 Läsion in einem Quadranten aufwies (tNAPSI ≥ 1) sowie Patienten mit einem ScPGA (Scalp Physicians Global Assessment) ≥ 3 (= deren Kopfhaut moderat, schwer oder sehr schwer betroffen war).

• Ein NAPSI-50-Ansprechen in Woche 16 unter Apremilast vs. Placebo erreichten:

– 33,1 % vs. 14,9 % der Patienten (ESTEEM 1)

– 44,6 % vs. 18,7 % der Patienten (ESTEEM 2)

   Die Unterschiede zugunsten von Apremilast waren jeweils hochsignifikant. Auch in Woche 32 hielt der günstige Effekt von Apremilast auf die Nägel an.

• Erscheinungsfreie oder nahezu erscheinungsfreie Kopfhaut (ScPGA von 0 oder 1) in Woche 16 unter Apremilast vs. Placebo erreichten:

– 46,5 % vs. 17,5 % der Patienten (ESTEEM 1)

– 40,9 % vs. 17,2 % der Patienten (ESTEEM 2)

   Der Trend war auch in Woche 32 zu beobachten.

1.
Reich K et al.: Abstract FC01.06, EADV Kongress 2019, Madrid
2.
Griffiths CEM et al.: Poster 113 DDG 2019, Berlin
3.
Mrowietz U et al.: Abstract P1642, EADV Kongress 2019, Madrid
4.
van Beugen S et al.: Br J Dermatol 2017; 176: 687–94
5.
Topp J et al.: JEADV 2019; 11: 2029–38
6.
Mrowietz U et al.: Arch Dermatol Res 2011; 303: 1–10
7.
Augustin M et al.: Br J Dermatol 2019; 181: 358–65
8.
Lebwohl M et al.: Abstract P1640, EADV Kongress 2019, Madrid
9.
Gottlieb AB et al.: Abstract 1702, EADV Kongress 2019, Madrid
10.
Fachinformation Otezla®, Amgen GmbH, Stand: Januar 2020
11.
Reich K et al.: Poster 9837 AAD 2019, Washington
12.
Rich P et al.: J Am Acad Dermatol 2016; 74: 134–42
1.Reich K et al.: Abstract FC01.06, EADV Kongress 2019, Madrid
2.Griffiths CEM et al.: Poster 113 DDG 2019, Berlin
3.Mrowietz U et al.: Abstract P1642, EADV Kongress 2019, Madrid
4.van Beugen S et al.: Br J Dermatol 2017; 176: 687–94
5.Topp J et al.: JEADV 2019; 11: 2029–38
6.Mrowietz U et al.: Arch Dermatol Res 2011; 303: 1–10
7.Augustin M et al.: Br J Dermatol 2019; 181: 358–65
8.Lebwohl M et al.: Abstract P1640, EADV Kongress 2019, Madrid
9.Gottlieb AB et al.: Abstract 1702, EADV Kongress 2019, Madrid
10.Fachinformation Otezla®, Amgen GmbH, Stand: Januar 2020
11.Reich K et al.: Poster 9837 AAD 2019, Washington
12.Rich P et al.: J Am Acad Dermatol 2016; 74: 134–42

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