ArchivDeutsches Ärzteblatt9/2000Mikroskopische Kolitis

MEDIZIN: Referiert

Mikroskopische Kolitis

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LNSLNS Bei Patienten mit chronischen wässrigen Durchfällen wird heute gezielt nach einer mikroskopischen Kolitis gesucht, wenn die Schleimhaut im Rahmen der endoskopischen Untersuchung keine Pathologica bietet. Zwei Krankheitsbilder stehen dabei im Vordergrund: Die Kollagenkolitis und die lymphozytäre Kolitis, wobei nach wie vor unklar ist, ob es sich hier um getrennte Entitäten handelt oder ob das eine Krankheitsbild in das andere übergehen kann. Die Autoren analysierten die Daten von 96 Patienten mit Kollagenkolitis und 80 Patienten mit lymphozytärer Kolitis; in 28 Prozent beziehungsweise 26 Prozent fanden sich überlappende, feingewebliche Bilder. Bei der Kollagenkolitis überwog das weibliche Geschlecht im Verhältnis 1:3, während bei der lymphozytären Kolitis keine Geschlechtsunterschiede nachgewiesen werden konnten. Bei der Kollagenkolitis fanden sich häufiger Raucher. Die Einnahme von Aspirin und nichtsteroidalen Antirheumatika war in beiden Gruppen gleich. Möglicherweise führt auch die Einnahme von Ticlopidin und Flutamid zu einer mikroskopischen Kolitis. Die Prognose war bei beiden Krankheitsbildern recht günstig: In 84 Prozent kam es bei der lymphozytären Kolitis und in 74 Prozent bei der Kollagenkolitis zu einem Verschwinden oder einer signifikanten Besserung. w


Baert F, Wouters K, D’Haens G, Hoang P, Naegels S, D’Heygere F, Holvoet J, Louis E, Devos M, Geboes K for the Belgian IBD Research Group: Lymphocytic colitis: a distinct clinical entity? A clinicopathological confrontation of lymphocytic and collagenous colitis. GUT 1999; 45: 375-381.
Department of Gastroenterology, University Hospital Gasthuisberg, Leuven, Belgien.

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