ArchivDeutsches Ärzteblatt22-23/2020Randnotiz: Kein Schaden für das Knie

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Randnotiz: Kein Schaden für das Knie

Meyer, Rüdiger

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Die meisten Menschen, die mit Mitte 50 unter Knieschmerzen leiden, neigen dazu, sich zu schonen. Studien zeigen jedoch, dass Menschen mit einem hohen Risiko für eine Kniearthrose sich sportlich betätigen können. Die Osteoarthritis Initiative hatte in vier US-Städten 1 194 Personen, die über Knieprobleme klagten, über einen Zeitraum von bis zu zehn Jahren beobachtet. Bei allen Teilnehmern waren die Gelenke radiologisch ohne Befund, sie litten nicht unter rheumatischen Erkrankungen und waren zu Beginn der Studie noch mobil. Aus ärztlicher Sicht sprach nichts gegen sportliche Aktivitäten, auch wenn diese die Kniegelenke belasten. Dies zeigte sich auch in der Nachbeobachtung. Die Hälfte der Teilnehmer, die sich der Schonung der Gelenke verschrieben hatten, entwickelte zu 15,5 Prozent innerhalb der nächsten 8,9 Jahre eine radiologisch sichtbare Gonarthrose. Von den weniger als zehn Prozent der Teilnehmer, die sportlich aktiv geblieben waren und ihre Aktivitäten trotz gelegentlicher Kniebeschwerden noch gesteigert hatten, erkrankten 12,6 Prozent an einer Gonarthrose. Noch besser dran waren die Personen, die anfangs kaum Sport trieben, es dann am Ende doch auf zwei Stunden die Woche brachten. Von ihnen erkrankten 10,7 Prozent an einer Gonarthrose. Von den Teilnehmern, die anfangs noch fast sechs Stunden in der Woche sportlich aktiv waren, im Verlauf der Zeit die Aktivität jedoch langsam auf zwei Stunden beschränkten, erkrankten 9,3 Prozent. Man sollte es deshalb im Alter nicht übertreiben und vor allem Verletzungen des Knies vermeiden. Eine Schonung des Kniegelenks dürfte jedoch falsch sein.

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