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Flexible nAMD-Therapie mit Aflibercept reduziert Patientenbelastung – Die Anti-VEGF-Therapie muss konsequent durchgeführt werden, um den Visus von Patienten mit neovaskulärer altersabhängiger Makuladegeneration (nAMD) so gut wie möglich zu erhalten. Der VEGF-Inhibitor Aflibercept (Eylea®, Bayer) ist hierfür nicht nur effektiv, die Belastung, die diese intravitreale Injektionstherapie bedeutet, kann außerdem weiter verringert werden.

Das “Treat & Extend“-Konzept, für das Aflibercept zugelassen ist, basiert auf der Tatsache, dass die VEGF-Aktivität individuell unterschiedlich lange supprimiert wird. Es sieht vor, bei therapienaiven Patienten mit einer Loading-Phase von monatlichen Injektionen zu beginnen und dies bis zur Stabilisierung fortzuführen. Danach können die Intervalle sukzessive ausgedehnt werden, bis sich im Ultraschall erneut eine Flüssigkeitsansammlung zeigt oder ein Visusverlust beobachtet wird.

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In der offenen Studie ALTAIR gelang es im ersten Behandlungsjahr bei fast 60 % der Patienten, das nächste Injektionsintervall auf 12 Wochen oder mehr zu verlängern. Mit einer neuen Fertigspritze, die inzwischen zusätzlich zur Durchstechflasche zur Verfügung steht, wird die Anwendung weiter vereinfacht. AB

Quelle: Virtuelle Pressekonferenz von Bayer, 7. Mai 2020

Neue Radioligandentherapie bei Prostatakarzinom – Die Behandlung von Patienten mit rezidiviertem, kastrationsresistentem metastasierten Prostatakarzinom (mCRPC) mit einem neuen PSMA-Radioliganden, 177Lutetium-PSMA-617, hat in einer Phase-2-Studie sehr gute Ansprechraten erzielt. Diagnostische Voraussetzung ist ein PSMA-PET/CT-Scan. Dabei wird ein Ligand des Prostata-spezifischen Membran-Antigens (PSMA) mit dem schwach radioaktiven F18 markiert und dem Patienten injiziert. Der Tracer reichert sich vor allem im Tumorgewebe, das PSMA besonders stark exprimiert.

Bei positivem Befund im PSMA-PET/CT-Scan erhält der Patient ein therapeutisch wirksames Radioisotop, Lutetium177. Dieses wird zum Radioliganden 177Lu-PSMA-617 kombiniert. In der Studie hatten 50 mehrfach vorbehandelte Patienten mit aggressiv wachsendem mCRCP für bis zu 4 Zyklen 177Lu-PSMA-617 erhalten.

Der PSA-Wert, der sich zuvor alle 2,6 Monate verdoppelt hatte, sank bei 64 % der Behandelten um ≥ 50 % ab und bei 44 % der Teilnehmer um ≥ 80 %. Das progressionsfreie Überleben lag bei median 6,9 Monaten und das Gesamtüberleben bei 13,3 Monaten. Auf Basis dieser Ergebnisse ist die Phase-3-Studie VISION angelaufen mit mehr als 800 vorbehandelten Patienten, die an einem mCRPC leiden und Osteo- und/oder Weichgewebemetastasen haben. nsi

Quelle: Forschungsschwerpunkte von Novartis Oncology. Deutscher Krebskongress Berlin, 18. Februar 2020; Veranstalter: Novartis

Label-Update für Bexsero® Bereits einen Monat früher als erwartet hat die Europäische Kommission Ende April dem Label-Update des Meningokokken-B-Impfstoffes Bexsero® (GSK) zugestimmt. Zuvor hatte der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) sein positives Votum für die Anpassung der Fachinformation abgegeben.

Ausschlaggebend für die Entscheidung waren aktuelle „Real-World-Daten„ über die Wirksamkeit von Bexsero aus der praktischen Anwendung. Eine unabhängige Studie aus Großbritannien bestätigte die Wirksamkeit von Bexsero® im weltweit ersten nationalen MenB-Impfprogramm für Säuglinge.

Bexsero® ist ab sofort mit dem Impfschema 2+1 ab einem Alter von 2 Monaten zugelassen. Nun können Pädiater auch kleinere Säuglinge mit weniger Impfdosen impfen. mls

Quelle: Pressemitteilung von GSK, 11. Mai 2020

Patiromer senkt Kaliumspiegel langfristig – Bei einer erkrankungsbedingten oder durch Inhibitoren des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems (RAAS) induzierten Hyperkaliämie wird die Dosis häufig reduziert oder die in den Leitlinien empfohlene Medikation sogar abgesetzt. Das erhöht das Letalitätsrisiko.

Der natriumfreie Kationentauscher Patiromer (Veltassa®, Vifor Pharma) ermöglicht eine langfristige Kaliumkontrolle sowie eine Optimierung der RAAS-Inhibitor-Therapie, er bindet im Dickdarm K+-Ionen, die dann über den Stuhl ausgeschieden werden.

In der Studie AMETHYST-DN wurde mit Patiromer eine signifikante Senkung der Serum-Kaliumspiegel in den Normbereich über 52 Wochen bei Patienten mit diabetischer Nephropathie erreicht, die RAAS-Inhibitoren mit oder ohne Spironolacton erhielten. 90 % der Studienteilnehmer benötigten nur einen Beutel Patiromer (8,4 g) täglich. rh

Quelle: Webkonferenz „Langfristige K+-Kontrolle und adäquate RAAS-Inhibitor-Therapie? Patiromer als möglicher Weg aus dem therapeutischen Dilemma“, 6. Mai 2020; Veranstalter: Vifor Pharma

Alpelisib gegen Überwuchssyndrom – Der Phosphatidylinositol-3-(PIK3-)Kinase-Inhibitor Alpelisib ist einerseits zur Behandlung von Mammakarzinomen mit PIK3-Kinase-Mutationen in Entwicklung. Er wirkt andererseits auch bei nichtmalignen Gewebewucherungen (PI3K related overgrowth spectrum [PROS]). Diese manifestieren sich etwa als segmentaler Überwuchs (mit Skoliose), Gefäßmalformationen, epidermale Nävi oder Makrodaktylie und gehen mit vorzeitiger Sterblichkeit einher. Eine spezifische Therapie fehlt.

Der PIK3-Hemmer Alpelisib verbesserte in einer Pilotstudie mit 19 schwer erkrankten Patienten die Symptomatik bei allen, zum Teil erheblich mit Rückgang von Wucherungen und Skoliosen. Alpelisib wurde im Allgemeinen gut vertragen. Es wird nun für die Anwendung bei PROS weiterentwickelt. nsi

Quelle: Forschungsschwerpunkte von Novartis Oncology. Deutscher Krebskongress Berlin 18. Feburar 2020; Veranstalter: Novartis

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