ArchivDeutsches Ärzteblatt27/1996Plötzlicher Herztod durch Erdbeben

MEDIZIN: Referiert

Plötzlicher Herztod durch Erdbeben

mll

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LNSLNS Eines der stärksten Erdbeben einer Stadt in Nordamerika war das in Los Angeles am 17. Januar 1994. Um 4.31 Uhr wurden mehrere Millionen Menschen plötzlich aufgeweckt und sahen sich einer lebensbedrohlichen Situation konfrontiert. Hierdurch war eine sicherlich ungewöhnliche Möglichkeit gegeben, den Zusammenhang zwischen emotionalem Streß und dem plötzlichen Herztod zu untersuchen.
Die Autoren analysierten die Aufzeichnungen des Herzzentrums von Los Angeles am Tag des Erdbebens, eine Woche vorher und sechs Tage danach. Die Ergebnisse wurden mit denen korrespondierender Zeiträume von 1991, 1992 und 1993 verglichen.
Am Tag des Erdbebens stieg die Anzahl der Fälle von plötzlichem Herztod im Zusammenhang mit arteriosklerotischen Herzerkrankungen von einem täglichen Durchschnitt von 4,6 (6 2,1) auf 24 an. Während der sechs folgenden Tage sank die Anzahl auf durchschnittlich 2,7 (6 1,2) pro Tag ab. Nur drei Todesfälle ereigneten sich im Zusammenhang mit hoher physischer Belastung. Die Vergleichszeiträume wiesen keinen signifikanten Anstieg der Todesfälle im Zusammenhang mit arteriosklerotischen Herzerkrankungen auf. Die Ergebnisse deuten darauf hin, daß emotionaler Streß bei prädisponierten Personen kardiale Komplikationen beschleunigt. mll


Leor J et al: Sudden cardiac death triggered by an earthquake. N Engl J Med 1996; 334: 413–419
Dr. Kloner, Heart Institute, Good Samaritan Hospital, 1225 Wilshire Blvd., Los Angeles, Ca 90017, USA

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