ArchivDeutsches Ärzteblatt9/2000Gentherapie hält Bypässe offen

MEDIZIN: Referiert

Gentherapie hält Bypässe offen

Dtsch Arztebl 2000; 97(9): A-545 / B-459 / C-434

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LNSLNS Ein ungelöstes Problem nach Bypass-Operationen und perkutaner Angioplastie sind schnelle Wiederverschlüsse durch neointimale Hyperplasie und einer damit beschleunigten Arterioskleroseentwicklung nach dem Eingriff. Die Autoren behandelten 41 Patienten mit peripherer arterieller Verschlusskrankheit unter randomisierten Bedingungen. Vor der Implantation eines autologen venösen Bypasses wurde bei 17 Patienten die entnommene Vene einer Gentherapie unterzogen. Das Gefäßtransplantat wurde zehn Minuten lang in einer Oligodesoxynukleotid (E2F-decoy)-Lösung gebadet. Dann wurden die Venenbypässe implantiert. 16 Kontrollpatienten wurden konventionell gefäßchirurgisch behandelt. Die primären Endpunkte der Studie waren Sicherheit, Hemmung der Zellzyklus-Regulatorgene sowie die Effektivität der DNA-Synthese in den Venenbypässen. Die Effizienz der Gentransfektion betrug 89 Prozent. Die Antigenkonzentration der Proliferationszellen sowie die Bromodesoxyuridin-Inkorporation waren um 73 Prozent vermindert. Die Gruppen unterschieden sich nicht bezüglich direkter postoperativer Komplikationen. Obwohl das Studiendesign die Beurteilung der klinischen Ergebnisse nicht vorsah, konnte zumindest festgestellt werden, dass nach zwölf Monaten in der mit E2F-decoy behandelten Patientengruppe deutlich weniger Bypässe verschlossen waren, als in der unbehandelten Gruppe (Konfidenzintervall 95 Prozent). Die Autoren schließen aus den Ergebnissen der Studie, dass die intraoperative Transfektion von humanen Venenbypässen mit E2F-decoy sicher und gut machbar ist. Es gelingt eine sequenzspezifische Hemmung von Zellzyklus-Genexpression sowie eine Hemmung der DNA-Replikation. Die Anwendung einer derartigen Gentherapie an größeren Patientenkollektiven muss bestätigen, dass die Wiederverschlussraten von Venenbypässen durch eine Gentherapie gesenkt werden können.
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Mann MG, Whittemore AD, Donaldson MC et al.: Ex-vivo gene therapy of human vascular bypass grafts with E2F decoy: The Prevent single-centre, randomised, controlled trial. The Lancet 1999; 354: 1493-1498.
Dr. Viktor Dzau, Tower 1, Office of the Chairman. Department of Medicine, Brigham and Women’s Hospital 75 Francis Street, Boston, MA 02115, USA.

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