ArchivDeutsches Ärzteblatt PP6/2020Kindesmisshandlung: Traumatherapeutische Frühintervention hilfreich

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Kindesmisshandlung: Traumatherapeutische Frühintervention hilfreich

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Misshandlung, Missbrauch und Vernachlässigung von Kindern sind weit verbreitet. Nach Jun.-Prof. Dr. Miriam Rassenhofer vom Universitätsklinikum Ulm sind etwa 20 bis 50 Prozent der betroffenen Kinder resilient, während sich bei den übrigen akute Belastungsreaktionen chronifizieren und Anpassungsstörungen, posttraumatische Belastungsstörungen oder komplexe Traumafolgestörungen entwickeln können.

Bei Kindern, die im psychiatrischen oder psychotherapeutischen Bereich vorgestellt werden, ist vorrangig, die Gefährdung abzuwenden sowie Schutz und Sicherheit zu gewährleisten. Die anschließende Psychodiagnostik wird durchgeführt, um Symptome und Auffälligkeiten festzustellen, Bindung und Eltern-Kind-Interaktion einzuschätzen, Ressourcen zu erkunden und Interventionen zu planen.

Um zu verhindern, dass sich manifeste psychische Störungen und posttraumatische Stresssymptome chronifizieren, kann eine traumatherapeutische Frühintervention an spezialisierten Traumaambulanzen eingesetzt werden. Wirksame Therapieansätze sind zum Beispiel die traumafokussierte kognitive Verhaltenstherapie (Tf-KVT), die Narrative Expositionstherapie für Kinder (Kid-NET), Eye Movement Desensitization Reprocessing (EMDR) und Prolongierte Exposition (PE-A) für Jugendliche. „Den Methoden gemeinsam sind die zentralen Behandlungsbausteine der emotionalen Stabilisierung, der Traumakonfrontation sowie der Integration der traumatischen Erlebnisse in die eigene Lebensgeschichte“, so die Autorin. ms

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Rassenhofer M: Die Folgen von Kindesmisshandlung und ihre psychotherapeutische Behandlung. Zeitschrift für Psychiatrie, Psychologie und Psychotherapie 2020; 68 (1): 5–15.

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