ArchivDeutsches Ärzteblatt9/2000Rehabilitation: Reduzierte Zuzahlungen und flexible Regelungen

VARIA: Wirtschaft - Berichte

Rehabilitation: Reduzierte Zuzahlungen und flexible Regelungen

Dtsch Arztebl 2000; 97(9): A-547 / B-445 / C-418

Clade, Harald

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Mit der am 1. Januar in Kraft getretenen "GKV-Gesundheitsreform 2000" sind auch neue Rechtsvorschriften zur Vorsorge und Rehabilitation wirksam geworden. Sie beinhalten gegenüber dem früheren Rechtsstand für den Patienten und Rehabilitanden finanziell günstigere Regelungen, über die ein Merkblatt, herausgegeben vom Arbeitskreis Gesundheit e.V. (Bonn Center, Bundeskanzlerplatz 2-10, 53113 Bonn; Telefon 01 30/ 21 77), informiert. Seit dem 1. Januar beträgt die Pflichtzuzahlung der Versicherten je Tag des stationären Aufenthaltes bei Durchführung von Vorsorge- oder Rehabilitationsmaßnahmen in den alten Bundesländern 17 DM und in den neuen Bundesländern 14 DM. Dies entspricht der Zuzahlungsregelung bei stationärer Krankenhausbehandlung. Kinder und Jugendliche bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres sind von den Zuzahlungen ausgenommen. Es besteht die Möglichkeit, die Zuschussbeträge für chronisch kranke Kleinkinder von 15 DM auf 30 DM je Kalendertag bei ambulanten Vorsorgeleistungen zu erhöhen. Eine weitere Neuerung ist die Flexibilisierung der bisher gültigen dreiwöchigen Regeldauer für die Durchführung von stationären Vorsorge- und Rehabilitationsmaßnahmen einschließlich Müttervorsorge- und Müttergenesungsmaßnahmen durch Leitlinien, die von den Spitzenverbänden der GKV und Rentenversicherungsträger zu vereinbaren sind. Darin wird eine indikationsspezifische Regeldauer festgelegt. Beim Entwurf dieser Richtlinien sind die Verbände der RehaEinrichtungen anzuhören.
Die Regelverweildauer bei stationären Vorsorgemaßnahmen für Kinder unter 14 Jahren wurde auf vier bis sechs Wochen verlängert. Wie bisher schon sind Versicherte, deren Einkommen unter der jeweiligen Härtefallregelung liegen, von der Zuzahlung befreit. Im Übrigen gilt als längste Dauer der Zuzahlungspflicht bei AnschlussRehabilitationsmaßnahmen 14 Tage. Dabei wird die Zeit eines Kranken­haus­auf­enthaltes im selben Kalenderjahr auf die gezahlten Zuzahlungsbeträge angerechnet. Im Bereich der gesetzlichen Rentenversicherung ist nach den Befreiungsrichtlinien Zuzahlung für höchstens 42 Tage zu leisten.
Härtefälle
Die Härtefallregelungen im Bereich der gesetzlichen Rentenversicherung: bei einem Nettoeinkommen bis zu 1 792 DM: keine Zuzahlung; ab 1 793 DM: 14 DM Zuzahlung je Tag; ab 1 800 DM: 15 DM Zuzahlung je Tag; ab 1 920 DM: 16 DM Zuzahlung je Tag und ab 2 040 DM: 17 DM Zuzahlung je Tag.
Die Härtefallregelungen in der Gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung:
Alte Bundesländer: Befreiung von der Zuzahlungspflicht für Alleinstehende bei einem Brutto-Monatsverdienst bis zu 1 772 DM. Bei einem Zwei-Personen-Haushalt erhöht sich die Freigrenze der Zuzahlungspflicht um 772 DM auf 2 464 DM Bruttoeinkommen. Für jeden weiteren Angehörigen im Haushalt erhöht sich die Befreiungsgrenze um 448 DM brutto. Zuzahlungsregelungen in den neuen Ländern: Befreiung für Alleinstehende bei einem Bruttoeinkommen bis zu 1 456 DM. In einem Zwei-Personen-Haushalt erhöht sich die Befreiungsgrenze um 546 DM auf 2 002 DM. Für jeden weiteren Angehörigen im Haushalt erhöht sich die Befreiungsgrenze um 364 DM.
Arbeitslosenhilfe-, Sozialhilfeempfänger, Bezieher von Ausbildungsförderung und ähnlichen Leistungen sind ohne Prüfung der Einkommensverhältnisse von jeder Zuzahlung befreit.
Bei der Durchführung folgender Rehabilitationsmaßnahmen gilt eine verminderte Eigenbeteiligung in Höhe von 17 DM je Tag des Aufenthaltes für längstens 14 Tage (im Osten: 14 DM): Alkohol-, Medikamenten- und Drogenentwöhnungsbehandlungen, psychische und geriatrische Erkrankungen, chronische Erkrankungen, bei denen Rehabilitationsmaßnahmen vor Ablauf der Vier-Jahres-Frist dringend erforderlich sind, und Rehabilitationsmaßnahmen im Anschluss an häusliche Krankenpflege oder eine ambulante Operation, wenn die Anschluss-Rehabilitation erforderlich ist. Der Zuzahlungsbetrag in Höhe von 17 DM je Tag gilt auch für stationäre Rehabilitationsmaßnahmen, die aus medizinischen Gründen einen stationären Aufenthalt von länger als sechs Wochen erfordern. Dr. Harald Clade


Die Bundesbürger legten 1999 rund 227 Milliarden DM auf die hohe Kante, 15 Milliarden weniger als 1998. Für das Erlahmen des deutschen Sparfleißes gibt es mehrere Gründe: die nach wie vor hohe Arbeitslosigkeit, verbunden mit kräftigen Einkommenseinbußen, stagnierende oder sinkende Realeinkommen der Beschäftigten, die wachsende Vorliebe der Bundesbürger, Geld in Immobilien anzulegen.

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema