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Empagliflozin punktet in Studie und im Alltag – Der aktuelle ADA/EASD-Konsensus-Report empfiehlt für Typ-2-Diabetiker nicht mehr nur bei arteriosklerotischer kardiovaskulärer Vorerkrankung, sondern bereits präventiv bei hohem kardiovaskulärem Risiko zusätzlich zu Metformin GLP-1-Rezeptor-Agonisten oder – bei adäquater glomerulärer Filtrationsrate – SGLT2-Inhibitoren. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) gibt ähnliche Empfehlungen.

Der SGLT2-Inhibitor Empagliflozin (Jardiance®, Boehringer-Ingelhiem) war beispielsweise in der Studie EMPA-REG OUTCOME bei Patienten mit Typ-2-Diabetes und kardiovaskulärer Vorerkrankung überlegen gegenüber Placebo – nicht nur in Bezug auf den Blutzucker, sondern auch auf kardiovaskuläre und renale Endpunkte. So ließ sich das relative Risiko einer Hospitalisierung wegen Herzinsuffizienz um 35 % reduzieren.

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Die Studie EMPRISE bestätigte das Resultat unter Alltagsbedingungen: Hier reduzierte Empagliflozin des relatives Risiko einer Herzinsuffizienz-bedingten Hospitalisierung im Vergleich zu DPP-4-Hemmern um 44 % – auch bei Typ-2-Diabetikern ohne manifeste kardiovaskuläre Erkrankung. PE

Quelle: Virtuelles Pressegespräch „Der niedergelassene Arzt im Spannungsfeld zwischen Leitlinien und Praxisalltag“, 4. Mai .2020; Veranstalter: Boehringer Ingelheim und Lilly Allianz

Pembrolizumab beim triple-negativen Mammakarzinom – Das metastasierende triple-negative Mammakarzinom (TNBC) ist eine äußerst aggressive Form von Brustkrebs (15–20 %) mit hoher Rezidivrate in den ersten 5 Jahren nach Diagnose. Mit dem Einsatz des monoklonalen Antikörpers und PD-1-Inhibitors Pembrolizumab (Keytruda®, MSD) zusätzlich zur Chemotherapie in der Erstlinie reduzierten sich Risiko oder Tod um 35 % (vs. Chemotherapie allein) bei Frauen mit metastasierendem TNBC, deren Tumoren PD-L1 exprimierten. Dies zeigte die KEYNOTE-355-Studie, wo auch das progressionsfreie Überleben (PFS) im Median auf 9,7 Monate gegenüber 5,6 Monaten unter Chemotherapie allein verbessert werden konnte. Die Studie evaluiert im Fortgang das Gesamtüberleben (OS). hv

Quelle: MSD Symposium „The Evolving Treatment Landscape of Early Triple Negative Breast Cancer“. ESMO Breast Cancer Virtual Meeting, 21.–24. Mai 2020; Veranstalter MSD

Glasdegib bei neu diagnostizierter Akuter Myeloischer Leukämie zugelassen – Der Ausschuss für Human-arzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) hat sich für die Zulassung des Hedgehog-Signalweg-Inhibitors Glasdegib (Daurismo®, Pfizer) in Kombination mit niedrig dosiertem Cytarabin (LDAC) für die Behandlung von erwachsenen Patienten mit neu diagnostizierter de novo oder sekundärer akuter myeloischer Leukämie (AML) ausgesprochen. Entscheidend für das positive Votum des CHMP waren die Ergebnisse der Phase-II-Studie BRIGHT 1003.

Die Empfehlung gilt für Patienten, die nicht für eine Standard-Chemotherapie geeignet sind („unfitte“ Patienten). In präklinischen Studien führte Glasdegib allein oder in Kombination mit einer Chemotherapie zu einer Tumorregression. Der Wirkstoff reduzierte die Expression von entscheidenden Regulatoren für leukämische Stammzellen und verringerte die leukämische Stammzellpopulation in von Patienten gewonnenen AML-Zellen. kut

Quelle: Pressemitteilung von Pfizer, 5. Mai 2020

TIM3-Antikörper erfolgreich bei Hochrisiko-Malignomen – Der Anti-TIM-3-Antikörper MBG453, ein neuer Checkpoint-Inhibitor, wird sowohl für die Mono- als auch für die Kombinationstherapie solider und hämatologischen Malignome entwickelt. TIM-3 ist ein Oberflächenprotein, welches auf leukämischen Stamm- und Progenitorzellen vorkommt, selten auf normalen Zellen der Hämatopoese.

Aus einer Phase-1b-Studie bei Patienten mit Hochrisiko-Myelodysplastischen Syndromen (HR-MDS), akuten myeloischen Leukämien (AML) und chronischer myelomonozytischer Leukämie gibt es Daten zur Abschätzung der Effektivität und Sicherheit von MBG453 in Kombination mit der hypomethylierenden Substanz Decitabin. Von den 19 HR-MDS-Patienten sprachen in der Dosis-Eskalationsstudie 9 Patienten komplett an (47,3 %). Nach einer Beobachtungszeit zwischen 3,4 und 18,6 Monaten gab es bei den Respondern keinen Rückfall. Von 17 Patienten mit r/rAML sprachen 5 komplett an (29 %). Dies weist auf antileukämische Effekte von MBG453 in Kombination mit Decitabin hin und gelten als Erfolg versprechende erste Daten. nsi

Quelle: Forschungsschwerpunkte von Novartis Oncology. Deutscher Krebskongress Berlin, 18. Februar 2020; Veranstalter: Novartis

Allergien oft unterschätzt – Etwa jeder 5. Mensch in Deutschland leidet unter einer Allergie. Die allergische Rhinitis stellt den Hauptrisikofaktor für die Entwicklung von Asthma dar. Sie sollte daher gerade bei Kindern mit einer allergenspezifischen Immun-therapie behandelt werden, um eine Ausbreitung der Allergie auf die unteren Atemwege zu vermeiden.

Viele saisonale Allergiker sowie Neu-Allergiker sind in diesem Jahr verunsichert und müssen gezielt aufgeklärt werden, da die Ähnlichkeit der Symptome mit COVID-19 teilweise verblüffend ist. Dabei ist die Differenzierung relativ simpel: Bei einer Allergie kommt es in der Regel nicht zu Fieber, dafür zu juckenden Augen- und Nasenschleimhäuten, tränenden Augen und Niesreiz, was für SARS-CoV-2-Infektionen untypisch ist. Darüber sollte der Arzt den Patienten aufklären, ebenso, dass für Allergiker kein erhöhtes Risiko für eine SARS-CoV-2-Infektion besteht.

Eine Allergietherapie sollte über etwa 3 Jahre durchgeführt werden. Hier hat sich die sublinguale Therapie (SLIT) bewährt, da im Gegensatz zu einer Spritzentherapie nicht ständige Arztbesuche nötig sind. Die Tabletten werden zu Hause genommen und auch von Kindern akzeptiert. hv

Quelle: Virtuelle Fachpresseveranstaltung „Digitales Allergie Update“, 28. Mai 2020; Veranstalter: ALK-Abelló Arzneimittel

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