ArchivDeutsches Ärzteblatt24/2020Krisenmanagement: EU will eigene Flugzeuge und Feldlazarette

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Krisenmanagement: EU will eigene Flugzeuge und Feldlazarette

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Die Europäische Union will mehr Geld für den Katastrophenschutz ausgeben. Foto: wetzkaz/stock.adobe.com
Die Europäische Union will mehr Geld für den Katastrophenschutz ausgeben. Foto: wetzkaz/stock.adobe.com

Als Lehre aus der Coronakrise soll der europäische Katastrophenschutz ausgebaut werden und künftig auch über eigene Flugzeuge, Hubschrauber und Feldlazarette verfügen. Das Budget für das Programm RescEU soll um zwei Milliarden Euro aufgestockt werden, wie der zuständige EU-Kommissar Janez Lenarcic erläuterte. Das gesamte Katastrophenschutzprogramm hätte dann einen Umfang von 3,1 Milliarden Euro für die Jahre 2021 bis 2027. Bisher ist der EU-Katastrophenschutz eher ein Verteilmechanismus: Im Falle einer Krise in einem Mitgliedstaat – etwa ein Waldbrand oder ein Erdbeben – werden die übrigen Partner um Hilfszusagen gebeten, die über Brüssel koordiniert werden. Für eine Krise wie die Coronapandemie reiche das aber nicht aus, sagte Lenarcic. Er erinnerte daran, dass Italien zu Beginn des Gesundheitsnotstands um medizinische Schutzausrüstung bat und kein einziger Mitgliedstaat darauf reagierte. Die Staaten hätten einfach selbst keine Reserven gehabt. Dem soll nun eine gemeinsame Reserve von Schutzmaterial, aber auch von großem Gerät abhelfen, das von der Kommission angeschafft, finanziert und eingesetzt werden könnte. Gedacht ist dies nach Lenarcicʻ Worten für Katastrophen wie Pandemien, aber auch Atom- und Chemieunfälle. Dazu soll auch Personal gehören, zum Beispiel „fliegende medizinische Experten“, Krankenpfleger oder Epidemiologen. dpa

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