ArchivDeutsches Ärzteblatt24/2020Josef Schuster: Jüdische Perspektive im Deutschen Ethikrat

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Josef Schuster: Jüdische Perspektive im Deutschen Ethikrat

Richer-Kuhlmann, Eva

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Josef Schuster, Foto: Zentralrat der Juden
Josef Schuster, Foto: Zentralrat der Juden

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, der Würzburger Internist Dr. med. Josef Schuster (66), ist ab sofort Mitglied im Deutschen Ethikrat. Auf Vorschlag der Bundesregierung berief ihn Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble Ende April in das interdisziplinäre Gremium mit 24 Mitgliedern, das sich derzeit nach dem turnusmäßigen Ausscheiden von elf Mitgliedern neu formiert.

Josef Schuster kam 1954 in Israel zur Welt, zwei Jahre später kehrten seine Eltern mit ihm nach Deutschland zurück, obwohl seine Großeltern mütterlicherseits in Auschwitz ermordet worden waren. Schuster selbst ist seit vielen Jahren für den Zentralrat der Juden in Deutschland aktiv. 1999 trat er in das Präsidium ein. Von 2010 bis 2014 war er Vizepräsident, seit 2014 ist er Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland. Zugleich ist der Arzt seit 2014 Vizepräsident des World Jewish Congress und des European Jewish Congress.

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Auch in die Debatten des Deutschen Ethikrates möchte Schuster die jüdische Perspektive einbringen – verbunden mit medizinischer Fachkenntnis, über die er als Internist und jahrelanges Mitglied der Zentralen Ethikkommission bei der Bundes­ärzte­kammer verfügt. Sorgen bereitet ihm momentan, dass Rechtsradikale die durch die Coronakrise entstandenen Ängste nutzen, um antisemitische Verschwörungsmythen und ein radikales Weltbild zu verbreiten – im Internet sowie auf „Hygiene-Demos“. Gegen die derzeitigen Maßnahmen mit Symbolen zu demonstrieren, die an den Holocaust erinnern, sei geschmacklos und verhöhne die Opfer. Dr. med. Eva Richer-Kuhlmann

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