ArchivDeutsches Ärzteblatt24/2020COVID-19-Lockerungen: Prävention schädigt Wirtschaft
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Herr Maibach-Nagel schreibt, „fatal sind ohne Zweifel die nationalen und internationalen ökonomischen Folgen, die das Virus verursacht hat“. Hier möchte ich eine Differenzierung anregen, zwischen den Wirkungen/Symptomen, die ein Erreger oder eine Erkrankung auslöst und dem, was Nebenwirkungen primärpräventiver Maßnahmen sind. Weiter unten nimmt Herr Maibach-Nagel eine solche Unterscheidung für die Kosten, die die GKV treffen, auch vor und ordnet sie als Folge der Abwehrmaßnahmen ein.

Wenn jemand bei entsprechend hohem Risikoprofil in primärpräventiver Indikation ein Statin angeboten bekam und einnimmt (entsprechend aktueller DEGAM-Leitlinie 053–024) und dann Myalgien oder gar eine Rhabdomyolyse entwickelt, so wird niemand auf die Idee kommen zu sagen,

„das ist von der KHK, dem Herzinfarkt, der zerebralen Ischämie verursacht“. Sondern jeder wird dies als Nebenwirkung des Statins, das zur Primärprävention gegeben wurde, werten. Auf einem anderen Blatt steht dann, unabhängig von den hier besprochenen Themen, die Nutzen-Risiko-Abwägung, ob eine Maßnahme fortgeführt, geändert oder beendet werden soll.

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Es hat also nicht das Virus selbst die Wirtschaft geschädigt, es handelt sich vielmehr um Nebenwirkungen der primärpräventiven Maßnahmen.

Irmingard Kimeto, Ärztin für Allgemeinmedizin,
78054 Villingen-Schwenningen

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