ArchivDeutsches Ärzteblatt25/2020Arbeitslosenzahlen: Gesundheitssektor wegen Coronakrise unter Druck

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Arbeitslosenzahlen: Gesundheitssektor wegen Coronakrise unter Druck

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2,813 Millionen Menschen waren im Mai in Deutschland arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote kletterte auf 6,1 Prozent. Foto: picture alliance/dpa/Arno Burgi
2,813 Millionen Menschen waren im Mai in Deutschland arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote kletterte auf 6,1 Prozent. Foto: picture alliance/dpa/Arno Burgi

Im Bereich der medizinischen Gesundheitsberufe ist die Arbeitslosigkeit im Mai im Vergleich zum Vorjahresmonat um 30,6 Prozent angestiegen. Das zeigen aktuelle Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. Noch im März hatten die Zahlen nahezu auf Vorjahresniveau gelegen. Bereits im April erfolgte aber ein Anstieg der Arbeitslosenzahlen im Vergleich zum Vorjahresmonat im Gesundheitsbereich um 8 000 Personen auf knapp 50 000 (+ 18,7 Prozent). Im Mai kamen nochmals fast 5 000 weitere arbeitslos Gemeldete hinzu. Von dem Anstieg der Arbeitslosenzahlen sind laut Statistik alle Berufsgruppen im Gesundheitsbereich betroffen. So kletterte die Quote bei den Arzt- und Praxishilfen um 35,4 Prozent und bei den Gesundheits- und Krankenpflegern um 20,6 Prozent. Der Bereich der Human- beziehungsweise Zahnmedizin – die Statistik der Bundesagentur differenziert hier nicht – musste einen Zuwachs der Arbeitslosenzahlen von 26,4 Prozent verzeichnen. Über alle Branchen hinweg betrug der von der Bundesagentur registrierte Anstieg der Arbeitslosigkeit von Mai 2019 bis 2020 25,8 Prozent. Der Gesundheitssektor ist also trotz seiner zentralen Rolle bei der Bewältigung der Coronakrise überdurchschnittlich von den Auswirkungen der Pandemie betroffen. Das stützen auch vorläufige Zahlen der Arbeitsagentur zur Kurzarbeit. Demnach beantragten bis Ende April rund 15 000 Praxisinhaber für mehr als 100 000 Mitarbeiter Kurzarbeit. Betroffen waren rund 90 000 Mitarbeiter in Facharztpraxen sowie weitere 15 000 in Arztpraxen für Allgemeinmedizin. Zudem zeigten 868 Krankenhäuser Kurzarbeit an – dies betraf mehr als 60 000 Mitarbeiter der Kliniken. Der Hauptanteil entfiel mit über 40 000 auf Vorsorge- und Rehabilitationskliniken. Insgesamt zeigten die Betriebe vom 1. Mai bis einschließlich 27. Mai für 1,06 Millionen Personen konjunkturelle Kurzarbeit an. Das heißt aber nicht, dass diese Menschen schlussendlich auch alle in Kurzarbeit tätig waren. Die Betriebe müssen vor Beginn der Kurzarbeit Anzeige über den voraussichtlichen Arbeitszeitausfall erstatten, die reale Inanspruchnahme kann die Bundesagentur für Arbeit erst mit einiger Verzögerung erfassen. aha

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