ArchivDeutsches Ärzteblatt25/2020Häusliche Gewalt: Initiative „Kein Kind alleine lassen“ hilft in der Krise

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Häusliche Gewalt: Initiative „Kein Kind alleine lassen“ hilft in der Krise

Kahl, Kristin; EB

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Das Poster in der Praxis kann signalisieren, dass das Praxisteam ansprechbar für das Thema häusliche Gewalt ist.
Das Poster in der Praxis kann signalisieren, dass das Praxisteam ansprechbar für das Thema häusliche Gewalt ist.

Im Zuge der Coronakrise hat die familiäre Gewalt gegen Kinder deutlich zugenommen. Wege zu schneller Hilfe zeigt die Initiative „Kein Kind alleine lassen“, die vom Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs ins Leben gerufen wurde.

Auf einer eigens eingerichteten Webseite gibt es einerseits einen Bereich für Erwachsene, in dem Interessierte nicht nur Materialien zum Teilen und Verbreiten finden, sondern auch Informationen zum richtigen Verhalten bei einem Verdacht auf sexuelle und andere familiäre Gewalt im Umfeld. Außerdem gibt es ein Verzeichnis wichtiger Anlaufstellen, die auch während der Coronakrise erreichbar sind.

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Ein weiterer Bereich richtet sich speziell an Kinder und Jugendliche – er bietet einen Direktkontakt per Chat, Mail oder Telefon zu Hilfeangeboten. Kinder finden hier auch Tipps, was sie tun können, wenn sie von Gewalt bedroht sind. Ergänzt wird das Angebot mit den Kontaktdaten wichtiger Kinder- und Jugendberatungsstellen.

Unterstützerinnen und Unterstützer können die auf der Webseite bereitstehenden Flyer ausdrucken und im Hausflur, im Ladenfenster oder im Supermarkt aushängen. Ein Plakat der Aktion liegt auch der aktuellen Ausgabe des Deutschen Ärzteblatts bei. Ärztinnen und Ärzte sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten können es in der Praxis aushängen und so viele Menschen niederschwellig informieren. Auch kann das Praxisteam damit signalisieren, dass es ansprechbar für das sensible Thema von häuslicher Gewalt und sexuellem Missbrauch ist. Auf dem DIN-A3-Plakat stehen wichtige Notrufnummern und Adressen, an die sich Menschen wenden können, wenn es in ihrem Umfeld familiäre Probleme gibt und sie sich Sorgen um ein Kind machen.

Die im April angelaufene Aktion stößt bereits auf große Resonanz. So verzeichnete die Webseite im ersten Monat nach dem Start über 60 000 Besucher und mehr als 30 000 Downloads von Materialien. Bundesweite Organisationen unterstützen die Initiative ebenfalls. Auch auf Twitter, Instagram und anderen Social-Media-Kanälen findet die Aktion Unterstützung. kk/EB

www.kein-kind-alleine-lassen.de

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