ArchivDeutsches Ärzteblatt25/2020Blutprodukte: Bundesweites Monitoring angemahnt

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Blutprodukte: Bundesweites Monitoring angemahnt

Hillienhof, Arne

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Blutspendedienste und Ärzte sorgen sich um Nachschub. Foto: picture alliance/dpa/Klaus-Dietmar Gabbert
Blutspendedienste und Ärzte sorgen sich um Nachschub. Foto: picture alliance/dpa/Klaus-Dietmar Gabbert

Die Deutsche Gesellschaft für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie (DGTI) setzt sich für ein bundesweites Monitoring ein, um den Bedarf und die Verfügbarkeit von Blutprodukten zu koordinieren. Hintergrund ist, dass eine ausreichende regionale Versorgung mit Blutprodukten aufgrund des demografischen Wandels laut der Fachgesellschaft immer schwieriger wird. „Seit Jahren beobachten wir in den Kliniken eine Zunahme älterer Patienten, die deutlich mehr Blut brauchen als Jüngere“, erläuterte der erste Vorsitzende der DGTI, Prof. Dr. med. Hermann Eichler. Die Anzahl der über 65-Jährigen nehme in der Bevölkerung stetig zu, während die Zahl der möglichen Blutspender zwischen 18 und 65 Jahren konstant zurückgehe. „Diese Fakten der demografischen Entwicklung sind entscheidend für die weitere Blutversorgung Deutschlands“, sagte Eichler, der auch Direktor des Instituts für Klinische Hämostaseologie und Transfusionsmedizin am Universitätsklinikum des Saarlandes ist. Der DGTI-Experte erwartet für die nächsten Jahre erhebliche Engpässe in der regionalen Blutversorgung. „Wir benötigen dringend ein bundesweites Monitoring, um festzustellen, wo Blutkonserven benötigt werden und wo noch Einsparpotenziale bestehen“, sagte Eichler. „Parallel dazu ist es wichtig, vor allem bei jüngeren Menschen für das Blutspenden zu werben“, betonte er. Im Augenblick hat laut der DGTI auch die Coronapandemie Auswirkungen auf die Spendebereitschaft und damit auf die Verfügbarkeit von Blutprodukten. Viele Menschen gingen aus Sorge vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 nicht zur Blutspende. „Die Blutspendedienste haben ihre ohnehin schon strengen Hygienemaßnahmen jedoch nochmals verstärkt, sodass gesunde Spendenwillige ohne Sorgen zur Blutspende gehen können“, betonte Eichler. Mitte Mai hatte bereits der Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Baden-Württemberg und Hessen Alarm geschlagen. In beiden Bundesländern konnte das DRK nicht einmal den Bedarf eines durchschnittlichen Tages abdecken – die Bestände reichten nur für 0,9 Tage. hil

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