ArchivDeutsches Ärzteblatt26/2020Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen: Eine Salzreduktion in der Nahrung senkt den Blutdruck, und zwar dosisabhängig

MEDIZINREPORT: Studien im Fokus

Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen: Eine Salzreduktion in der Nahrung senkt den Blutdruck, und zwar dosisabhängig

Gerste, Ronald D.

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Foto: Degimages/stock.adobe.com
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Bluthochdruck ist der wichtigste modifizierbare Risikofaktor für kardiovaskuläre Erkrankungen. Die Natriumaufnahme ist mit erhöhten Blutdruckwerten assoziiert. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt täglich maximal 2 G Natrium, entsprechend 5 G Kochsalz. Ob es eine mögliche dosisabhängige Relation zwischen einer Reduktion des Salzkonsums und Veränderungen des Blutdrucks gibt, ist in einem systematischen Review mit Metaanalyse untersucht worden. 133 Studien mit insgesamt 12 197 Teilnehmern entsprachen den Einschlusskriterien. Ausgeschlossen waren Schwangere und Patienten mit chronischen Nierenerkrankungen und Herzinsuffizienz. In mehr als der Hälfte der Studien betrug die Intervention weniger als 14 Tage, in 21 % der Arbeiten wurde die Salzreduktion über bis zu 1 Monat, in 19 % für mehr als 30 Tage und in 5 Studien über mehr als ein halbes Jahr vorgenommen.

Insgesamt wurde mit salzarmer Ernährung eine Verringerung des Natriumgehalts im 24-Stunden-Urin um durchschnittliche 130 mMol (95-%-Konfidenzintervall [95-%-KI] [115; 145]) bewirkt, der systolische Blutdruck wurde um durchschnittlich 4,26 mmHg [3,62; 4,89], der diastolische Blutdruck um 2,07 mmHg [1,67; 2,48] reduziert. Pro Reduktion des Natriumgehalts im 24-Stunden-Urin um 50 mMol sank der systolische Blutdruck um 1,10 mmHg und der diastolische um 0,33 mmHg. Bei bestimmten Subgruppen gab es eine ausgeprägtere Senkung des systolischen Blutdrucks pro 50 mMol Natriumrestriktion: bei Frauen im Durchschnitt um 1,32 mmHg [0,16; 2,47], bei 55- bis 64-Jährigen um 3,88 mm Hg [2,71; 5,05] und bei über 65-Jährigen um 3,33 mmHg [2,41; 4,24]). In Studien mit längerer Interventionsdauer war die Blutdrucksenkung ausgeprägter als bei einer Salzreduktion für weniger als 15 Tage.

Fazit: „Eine verringerte nutritive Salzzufuhr ist ein wichtiger Aspekt in der nicht medikamentösen Behandlung der arteriellen Hypertonie“, erläutert Prof. Dr. med. Joachim Weil, Direktor des Herz- und Gefäßzentrums der Sana Kliniken Lübeck und stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Deutschen Hochdruckliga e.V. „Diese Studie bestätigt die Ergebnisse ähnlicher Metaanalysen zu dieser Fragestellung.“ Dr. med. Ronald D. Gerste

Huang L, Trieu K, Yoshilmura S, et al.: Effect of dose and duration of reduction in dietary sodium on blood pressure levels: systematic review and meta-analysis of randomised trials. BMJ 2020; doi: 10.1136/bmj.m315; doi:10.1136/bmj.m513.

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Avatar #747112
Umwelt007
am Sonntag, 13. Dezember 2020, 18:25

Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen: Eine Salzreduktion in der Nahrung senkt den Blutdruck, und zwar dosisabhängig

Wieder ein Artikel, der völig zurecht feststellt, dass weniger Salzkonsum zu weniger BLutdruck führt, aber vergisst, dass mit weniger Salz die Mortalität relvant um ca 30% ansteigt. Man stirbt dann trotz niedrigem Butdruck häufiger. Optimal sond ca. 10g Kochsalz pro Tag. Urinary sodium and potassium excretion, mortality, and cardiovascular events. O'Donnell M, Mente A.N Engl J Med. 2014 Aug 14;371(7):612-23. Ein mögiche Begründung kann sein, dass unter salzarmer Kost, die Insulinresistenz ansteigt. Garg R, et al Effect of low salt diet on insulin resistance in salt-sensitive versus salt-resistant hypertension. Hypertension. 2014 Dec

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