ArchivDeutsches Ärzteblatt26/2020Patientensicherheit: Handlungsempfehlung zur Arzneimittelverordnung veröffentlicht

MANAGEMENT

Patientensicherheit: Handlungsempfehlung zur Arzneimittelverordnung veröffentlicht

Kahl, Kristin

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Fehler in der Arzneimitteltherapie können beispielsweise durch eine lückenhafte Dokumentation auftreten. Foto: Kzenon/stock.adobe.com
Fehler in der Arzneimitteltherapie können beispielsweise durch eine lückenhafte Dokumentation auftreten. Foto: Kzenon/stock.adobe.com

Eine Handlungsempfehlung zur Arzneimittelverordnung hat das Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS) herausgegeben. Unter dem Titel „Gute Verordnungspraxis in der Arzneimitteltherapie“ soll der Leitfaden sektorenübergreifend allgemeingültige Standards für die Dokumentation einer Arzneimittelverordnung zusammentragen und so helfen, die Arznei­mittel­therapie­sicherheit in Deutschland zu verbessern.

„Fehler im Medikationsprozess kommen häufig vor und sind meistens vermeidbar“, sagte Ruth Hecker, Vorsitzende des APS. Das sei auch für das medizinische Personal belastend. „Mit der neuen Handlungsempfehlung wollen wir nicht nur die Sicherheit der Patienten stärken, sondern auch Institutionen, Ärzten und medizinischem Personal eine Unterstützung an die Hand geben, die ihnen hilft, die Dokumentationsqualität zu verbessern und damit Missverständnisse und ungewollte Medikationsfehler zu vermeiden“, so Hecker.

Anzeige

Angaben der Bundesregierung zufolge sind schätzungsweise 250 000 Krankenhauseinweisungen jährlich auf vermeidbare Medikationsfehler zurückzuführen.

Für die aktuelle Veröffentlichung haben die Expertinnen und Experten des APS häufige Ursachen von Verordnungsfehlern analysiert und darauf aufbauend Empfehlungen formuliert, wie eine Dokumentation unmissverständlich und vollständig sein kann. Dabei haben sie internationale Empfehlungen und nationale Quellen berücksichtigt.

So lautet ein Tipp, dass die Verordnung gut lesbar sein sollte – am Besten in Großbuchstaben beziehungsweise in Druckschrift geschrieben. Änderungen sollten deutlich lesbar erfolgen. Eine weitere Empfehlung lautet, Abkürzungen zu vermeiden. Auch sollten möglichst sowohl präparatbasierte als auch wirkstoffbasierte Mindestangaben zum Arzneimittel gemacht werden.

Der APS-Leitfaden richtet sich an Ärzte, Zahnärzte, Apotheker, Pflegekräfte, medizinische Fachangestellte sowie Institutionen und Krankenhäuser, die beispielsweise Standards zur Dokumentation der Arzneimitteltherapie für das eigene Haus erarbeiten. kk

http://daebl.de/XS84

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote