ArchivDeutsches Ärzteblatt26/2020Sibylle Maria Winter: Eltern sollen sich Hilfe holen dürfen

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Sibylle Maria Winter: Eltern sollen sich Hilfe holen dürfen

Reichardt, Alina

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Sibylle Maria Winter, Foto: Wiebke Peitz/Charite Universitätsmedizin Berlin
Sibylle Maria Winter, Foto: Wiebke Peitz/Charite Universitätsmedizin Berlin

„Das war schon immer ein Traum von mir“, so beschreibt Sibylle Maria Winter (56) die neu geschaffene Professur für Traumafolgen und Kinderschutz an der Charité, die sie im Mai übernommen hat. Die gebürtige Stuttgarterin studierte Humanmedizin in Lübeck, wechselte 1995 nach der Promotion zur Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie an die Charité in Berlin. Hier baute sie ab 2012 die Trauma-Ambulanz mit auf, übernahm deren Leitung, habilitierte 2013 und leitete von 2015 bis 2017 kommissarisch die Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters.

Im Rahmen der neuen Professur plant Winter die vier Säulen des Kinderschutzes – Prävention, Screening, Diagnostik und Intervention – breiter aufzustellen. „Eltern sollen sich Hilfe holen dürfen“, erklärt Winter ihre Präventionsstrategie. Der gesellschaftliche Druck, alleine mit familiären Problemen klarkommen zu müssen, und die Angst vor einem Entzug der Kinder durch das Jugendamt, würde viele Eltern davon abhalten. „Das kann Gewalt und Vernachlässigung Vorschub leisten.“ Es müsse gesellschaftsfähig werden, Überforderung und damit verbundene Gewalt offen zu thematisieren.

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Im Rahmen einer Forschungskooperation untersucht Winter unter anderem, ob sich biologische und psychische Schäden von misshandelten Kindern durch sehr frühe Therapie heilen oder gar verhindern lassen. Neben Lehre und Forschung hat sie ein weiteres Ziel vor Augen: die Eröffnung eines Childhood-Hauses für von Gewalt betroffene Kinder in Berlin. Alina Reichardt

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