ArchivDeutsches Ärzteblatt26/2020SARS-CoV-2: Krankenkassen peilen acht Euro für PCR-Tests an

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SARS-CoV-2: Krankenkassen peilen acht Euro für PCR-Tests an

Beerheide, Rebecca

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An der Preisgestaltung der PCRTests gibt es heftige Kritik von Vertragsärzten und Krankenhäusern. Foto: picture alliance/dpa/Daniel Bockwoldt
An der Preisgestaltung der PCRTests gibt es heftige Kritik von Vertragsärzten und Krankenhäusern. Foto: picture alliance/dpa/Daniel Bockwoldt

Die Krankenkassen wollen die Preise für die PCR-Tests auf SARS-CoV-2 perspektivisch weiter drücken. „Wir haben die Absicht, den Preis weiter zu senken“, erklärte Stefanie Stoff-Ahnis, Vorstandsmitglied des GKV-Spitzenverbandes, kürzlich in einer virtuellen Sitzung des GKV-Verwaltungsrates. In der Sitzung legte sie detailliert dar, wie die Kostenerstattung zu den Tests in den Verhandlungen mit den Krankenhäusern sowie mit den Vertragsärzten zustande gekommen seien. Aus ihrer Sicht seien die Verhandlungen mit den Krankenhäusern schwierig gewesen, da eine Einzelleistung wie die Testkosten im komplexen System der diagnosebezogenen Fallpauschalen (DRG) eher unüblich seien. Seit dem 16. Juni werden den Krankenhäusern 52,50 Euro pro Test erstattet, außerhalb der DRG. In der ersten Phase der Verhandlungen hatte die Deutsche Krankenhausgesellschaft dem GKV-Spitzenverband vorgeworfen, die Krankenkassen wollten nur acht Euro pro Test zahlen. Diese Kassenforderung bestätigte Stoff-Ahnis dem Verwaltungsrat nun – mit der Begründung, dass die Preise weiter sinken müssten, da Labore seit Anfang des Jahres neue Testverfahren und ihre Abläufe anpassen könnten. Außerdem setzt die GKV nun auf Poolingmethoden beim Testen. Allerdings sei die Forschung noch nicht so weit. „Wenn wir valide Erfahrungen haben, wollen wir den Preis im Sinne der Solidargemeinschaft absenken“, so Stoff-Ahnis. Auch aus den Verhandlungen mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) berichtete Stoff-Ahnis. Die KBV hätte sich „ungewöhnlich unflexibel und unkooperativ gezeigt“. In den Verhandlungen hatte sich die GKV-Spitzenverband gemeinsam mit den Stimmen der unparteiischen Mitglieder im Erweiterten Bewertungsausschuss durchgesetzt und einen Preis für die Tests von 39,40 Euro festgelegt. KBV und Laborärzte kritisierten die Entscheidung heftig. Noch sei aber offen, ob das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium den Beschluss beanstande. KBV-Chef Dr. med. Andreas Gassen hatte erklärt, dass sich der „Wind auf der Kassenseite gedreht“ habe. „Bis vor Kurzem haben sie mit uns gemeinsam konstruktive Lösungen im Sinne einer guten Versorgung der Patienten erarbeitet“, sagte er. Nun träten sie wieder in ihrer alten Rolle als Pfennigfuchser auf. bee

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