Supplement: Reisemagazin

Bornholm: Ferienidylle pur

Dtsch Arztebl 2000; 97(10): [20]

Gabriel, Marie-Luise

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LNSLNS Bornholm ist Südseezauber in der Ostsee. Die dänische Ostseeinsel, rund 200 Kilometer östlich von Kopenhagen, gilt als eines der reizvollsten Ferienparadiese des Nordens: Sandstrand wie Puderzucker, daneben wildzerklüftete Felsküsten mit kleinen Sandbuchten, die meisten Sonnenstunden Skandinaviens und rund 250 000 Urlauber jedes Jahr ohne Gedränge und Hektik. Dies Felsparallelogramm mit südlichem Charme verkraftet den Ansturm spielend. Eine Insel, die in ihrer jetzigen Rautenform seit der Tertiärzeit existiert.
Insel mit
vielen Gesichtern
Bornholm liegt rund 40 Kilometer von der schwedischen Küste entfernt und 80 Kilometer von Rügen - eine Insel für alle Sinne und mit vielen Gesichtern, die neugierig machen, sie zu erkunden: Farbenfrohe Fischerdörfer, die an der Küste kleben, locken Maler aus der ganzen Welt an. Auf der einen Seite Land, das sich sanft den tintenblauen Wellen der Ostsee zuneigt, und auf der anderen Seite schroffe Steilküsten mit bleigrau umbrandeten Klippen, lauschige Wäldchen mit - man staune - Feigen- und Maulbeerbäumen und dem "Almindingen", Dänemarks drittgrößtem Wald.
Ruine Hammershus
Treten wir doch gleich in die Pedale von unserem Hotel in Allinge aus, zunächst ohne festes Ziel, beglückt von dem blauen Himmel, dem signalgelben Raps, den Weizenfeldern, durch die der Wind
in wogenden Wellen fährt. Erstes Ziel die Burgruine Hammershus. Es geht geradewegs hinein in die Vergangenheit. Ein unheimliches Gemäuer hoch über der See. Dänemarks und Norwegens größte Burgruine, Symbol für die Mächtigen beim Kampf zwischen Kirche und König. Gänsehaut verursachen Berichte der schaurigen Helden- und Kampflegenden.
Einheimische erzählen von den "Unterirdischen": Trolle und Kobolde, die spuken und allerlei lustigen Schabernack treiben. Die Sagen über diese liebenswerten Geister sind sehr lange vor Erbauung der Burg entstanden. Weiter geht es über die "Rotkäppchenalleen", das sind die verkehrsarmen Landstraßen mit den weißrot gestrichenen Begrenzungssteinen. Ein Linien-Bus kommt uns entgegen, huckepack tranportiert er die Fahrräder der strampelmüden Radfahrer. Es gibt auf Bornholm mehr als 200 km gut ausgebaute Radwege.
Strampeln macht hungrig auf "Bornholmer". Die Bornholmer Alchemie zeigt, wie aus Silber Gold gemacht wird. Nach dem Fang werden die silbrig zappelnden Heringe Kopf an Kopf an einer Stange hängend, im Rauch der "Rögerie" zu goldenen Bücklingen. Der Ort Gudhjem, ein Hafenstädtchen im Farbenspiel seiner bunten "gutheimeligen" Häuser, soll die "Wiege der Räucherei" sein. Ein noch rauchwarmer "Bornholmer" mit grobkörnigem Salz und Roggenbrot zu verzehren und dabei auf der Kaimauer zu sitzen und bei Möwengeschrei über das sonnenglitzernde Wasser zu schauen, ist ein Genuss.
Christliche Trutzburgen
Weiter geht es mit dem Stahlross durch die Ortschaften, deren Häuser wie eine Farbpalette anmuten: Weiß, Gelb, Ochsenblutrot, Grau und Rosa. Jedes Jahr Pfingsten werden die Häuser neu gestrichen. Dann erleben wir die vier Rundkirchen - Bornholms Wahrzeichen - mit den schwarzen Kegeldächern über dem blendend weiß gekalkten Feldsteingemäuer. Christliche Trutzburgen mit einem Wehrgang, von dem aus sich die Bornholmer gegen ihre Feinde verteidigten. Die schönste ist die Nykirke, rund zehn Kilometer nord-östlich von Rönne. Die südliche Küste der Insel heißt Dueodde und ist ein Badeparadies. Hier türmt sich feinster Sand zu mächtigen Dünen. Der Sand ist so fein, dass er in alten Zeiten als Streusand exportiert wurde, der durch unzählige Stundengläser rann. Könige - auch Friedrich der Große - und Fürsten löschten damit die Tinte auf ihren Schriftstücken. Hier an Europas weißestem, kilometerlangen Sandstrand verschwinden die letzten Reste von Nervosität des stressgeplagten Festländers.
Klippenküste
Zurück geht es vorbei an der Klippenküste von Helligdommen. Felsensäulen, bizarr geformt, lassen sich freistehend von Gischt umbranden und Felsenhöhlen regen die Fantasie an. Taucht da nicht ein kleiner rotbemützter Kobold auf, der auf seinem dreibeinigen Pferd reitet? Der Troll "Krölle-Bölle"? Man begegnet dem berühmtesten Spross aus der Troll-Familie noch heute auf der Insel. Die Wichtel bleiben im Schatten mächtiger Granitbrocken zurück. Wir kehren oberhalb der Helligdomsklippen in Bornholms neuestem Kunstmuseum ein, das erst 1993 fertiggestellt wurde.
Eine Konditorei lockt zum Einkehren. Tische zwischen Stockrosen und Goldregen, alles herrlich altmodisch. Man träumt sich bei starkem Tee und köstlichem Selbstgebackenen in Großmutters Zeiten hinein.
Bornholm mit dem milden Klima bietet dem
Besucher: Strand, Klippen, Wald, historische Geschichte, Handwerk, Glasbläser, Esskultur, Golfen - und auch vergnügtes Schippern auf die "Erbseninseln" Christiansö und Frederiksö. Auf Bornholm sind eben alle Erlebnisse größer als die Entfernungen. Marie-Luise Gabriel


Reise-tipps
Anreise: Flugreise via Kopenhagen: ganzjährige Umsteigeverbindungen von allen deutschen Flughäfen nach Rönne
Bahnreise: Mit der Bundesbahn nach Saßnitz
Schiffsanreise: mit Bornholmstrafikken: Saßnitz/Mukran-Rönne oder Schiffsanreise mit Scandlines: SaßnitzRönne. Einreise: Personalausweis Veranstalter und Informationen: Norden Tours, Kleine Johannisstrasse 10, 20457 Hamburg, Tel 0 40/37 70 22 70; Fax 0 40/37 50 11 16, oder über das Reisebüro, oder an das Dänische Fremdenverkehramt, Presseabteilung, Reiner Buchtmann, Glockengießerwall 2, 20095 Hamburg N

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