ArchivDeutsches Ärzteblatt29-30/2020Ursula Lehr: Ehrung für streitbare Ex-Bundesministerin

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Ursula Lehr: Ehrung für streitbare Ex-Bundesministerin

Richter-Kuhlmann, Eva

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Ursula Lehr, Foto: BPtK
Ursula Lehr, Foto: BPtK

Die Psychologin und Gerontologin Prof. em. Dr. phil. Dr. hc. Ursula Lehr erhielt im Juni vom Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen die Goldene Ehrennadel für ihr Lebenswerk auf dem Gebiet der Alternsforschung. Als Autorin des Standardwerks „Psychologie des Alterns“ gilt sie als Pionierin auf diesem Gebiet. Die CDU-Politikerin und ehemalige Bun­des­fa­mi­lien­mi­nis­terin feierte gerade ihren 90. Geburtstag.

Das Lebenswerk von Lehr ist umfangreich: 1986 gründete sie das Institut für Gerontologie an der Universität Heidelberg und 1995 das Deutsche Zentrum für Alternsforschung. Als Bun­des­fa­mi­lien­mi­nis­terin von 1988 bis 1991 im Kabinett von Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) gab sie den ersten Altenbericht über die Lebenssituation älterer Menschen in Auftrag, der seit 1993 in jeder Legislaturperiode erscheint. Von 2009 bis 2015 stand sie der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisation vor.

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Immer trat Lehr zudem für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein. Als sie im 1988 als Seiteneinsteigerin auf Rita Süssmuth (CDU) an die Spitze des Bundesministeriums für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit folgte, trat sie vehement dafür ein, dass nach wissenschaftlichen Erkenntnissen auch Zweijährige in Kindergärten betreut werden können. Innerhalb der Union erntete die engagierte Katholikin dafür heftigen Widerspruch.

Lehr studierte Psychologie, Philosophie, Germanistik und Kunstgeschichte an den Universitäten Frankfurt und Bonn. Sie hat zwei Söhne und ist zwei Mal verwitwet. Dr. med. Eva Richter-Kuhlmann

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