ArchivDeutsches Ärzteblatt33-34/2020Medizinische Notfälle während der COVID-19-Pandemie
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Hintergrund: Die vorliegende Studie untersucht die Zahl der Notaufnahmebesuche während der COVID-19-Pandemie im Vergleich zum Vorjahr in Deutschland.

Methode: In 29 universitären und 7 außeruniversitären Notaufnahmen wurden Fallzahlen der Kalenderwochen 1–22 der Jahre 2019 und 2020 erhoben. Zudem wurden Alter, Geschlecht, Dringlichkeit, Fallart (ambulant/stationär), Aufnahmestation sowie einzelne Tracer-Diagnosen (I21, Herzinfarkt; J44, COPD und I61, I63, I64, G45, Schlaganfall/TIA) und die Anzahl von COVID-19-Fällen sowie der SARS-CoV-2-Testzahlen als Maß für die Anzahl von Fällen mit Verdacht oder differenzialdiagnostischer Abklärung erfasst.

Ergebnisse: Es wurden insgesamt 1 022 007 Vorstellungen von Patienten in den Notaufnahmen eingeschlossen, davon 546 940 aus dem Jahre 2019 und 475 067 aus dem Jahre 2020. Die Anzahl der bestätigten COVID-19-Vorstellungen lag bei 3 122. Es zeigte sich über den gesamten Zeitraum eine Reduktion der Vorstellungen um 13 % im Vergleich zum Vorjahr, mit einem maximalen Rückgang von 38 % zum Zeitpunkt der höchsten Anzahl von COVID-19-Fällen (KW 14; 572 COVID-19-Fälle). Mit Beginn der Kontaktbeschränkungen im Jahr 2020 zeigte sich eine starke Reduktion der Fallzahlen von im Mittel – 240 Fällen pro Notaufnahme und Woche (95-%-KonfidenzintervalI: [−284; −128]). Im Anschluss stieg die Fallzahl jede Woche im Mittel um 17 [14; 19] Patienten und hat sich im Hinblick auf Myokardinfarkte bereits wieder vollständig normalisiert.

Schlussfolgerung: Die COVID-19-Pandemie in Deutschland führte zu einem signifikanten Rückgang medizinischer Notfälle jeglicher Art in den Notaufnahmen. Bereits in KW 15 setzte ein Erholungseffekt ein. Ausgangswerte waren insgesamt bis zur 22. KW nicht erreicht, wobei sich die Prävalenz von Myokardinfarkten normalisiert hat. Ursachen sind Gegenstand weiterer Forschung.

LNSLNS

Die Pandemie der Infektion mit dem „Severe Acute Respiratory Syndrome“ (SARS) Corona Virus 2 (CoV2), die zur der Corona Virus Disease 2019 (COVID-19) genannten Erkrankung führt (1), hat weltweit wie auch in Deutschland zu bis dahin nie dagewesenen Beschränkungen der Kontakte geführt. Insbesondere im März 2020 wurden durch entsprechende Verordnungen der Bundesländer sowie einer Änderung des Infektionsschutzgesetzes Großveranstaltungen abgesagt, Schulen und Universitäten geschlossen sowie Kontaktbeschränkungen im öffentlichen Raum erlassen (2). Ziel der Maßnahmen war der Schutz der Bevölkerung bei einem zunächst exponenziellen Verlauf der COVID-19-Inzidenz – insbesondere, um eine Überlastung des Gesundheitssystems –, wie zuvor in Italien geschehen (3), zu vermeiden (4). Die primäre Herausforderung stellt die schwere Verlaufsform von COVID-19 im Sinne eines „Acute Respiratory Distress Syndrome“ (ARDS) dar, die eine besonders aufwendige intensivmedizinische Therapie erfordert (5). Vor allem der Mangel an Intensivkapazitäten hatte in einigen Regionen Italiens zu medizinischen Versorgungsschwierigkeiten geführt (3). Zu Beginn der Pandemie musste noch zusätzlich angenommen werden, dass COVID-19 analog zu anderen schweren Infektionen die Häufigkeit kardiovaskulärer Ereignisse und insbesondere akuter Myokardinfarkte erhöht. Musher et al. berichten ein mehr als dreifach erhöhtes Infarktrisiko bei Pneumonie, das bei septischem Verlauf auf über das Sechsfache ansteigen kann (6). Vor diesem Hintergrund überraschen Berichte, dass die Rate von Herzinfarkten und zwar auch solchen mit ST-Streckenhebungen während der Pandemie geringer sei (7, 8, 9).

Das primäre Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die Entwicklung der Inanspruchnahme der Notaufnahmen während der COVID-19-Pandemie zu beschreiben und diese Entwicklung in Relation zu den Kontaktbeschränkungen zu setzen. Sekundär werden die Fallzahlen während der COVID-19-Pandemie mit dem entsprechenden Zeitraum des Vorjahres verglichen und nach demografischen Kriterien und Dringlichkeit stratifiziert. Explorativ wird die Häufigkeit der schwerwiegenden Diagnosen Myokardinfarkt, chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) und Schlaganfall/transiente ischämische Attacke beschrieben.

Methodik

Studienzentren

Es handelt sich um eine multizentrische, deutschlandweite Datenerhebung in Notaufnahmen. Von den angefragten 43 Notaufnahmestandorten des Forums universitärer Notaufnahmen (FUN; n = 30) und des Aktionsbündnis Informations- und Kommunikationstechnologie in Intensiv- und Notfallmedizin(AKTIN)-Notaufnahmeregisters) (AKTIN; n = 17) nahmen insgesamt 36 an der Datenerhebung teil (26 Forum universitärer Notaufnahmen [FUN] und 10 AKTIN).

Datenerhebung

Der erste Teil der Erhebung umfasste Standortcharakteristika der einzelnen Notaufnahmen sowie regionale Spezifika. Dies beinhaltete die Patienten- und Bettenzahlen der jeweiligen Notaufnahmestandorte, regionale „lock down“-Maßnahmen mit Datumsangaben, Angaben zu den SARS-CoV2-Testungen sowie die Abfrage des verwendeten Ersteinschätzungsverfahrens (10). Der zweite Teil beinhaltete die aggregierte Erhebung von Vorstellungszahlen des jeweiligen Studienzentrums insgesamt und in spezifischen Subgruppen: Verbleib (ambulant/stationär), Aufnahmeort (Intensiv-/Intermediate Care-/Normalstation), Fachrichtung, Ersteinschätzung, Geschlecht und Alter. Daten der Ersteinschätzung (Triage) wurden in den fünf Kategorien (1 = lebensbedrohlicher Notfall, bis 5 = nicht dringliche Vorstellung) und der Anzahl ohne dokumentierte Ersteinschätzung beziehungsweise mit direktem Arztkontakt erhoben (10). Es wurde weiterhin die Häufigkeit des Myokardinfarkts (ICD-10: I21), von Schlaganfall/TIA (ICD-10: I61, I61, I64, G45) und chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD; ICD-10: J44) erfasst. Diagnosen wurden den Kalenderwochen anhand des Aufnahmedatums zugeordnet und die Codierung der genannten ICD-Codes wurde als Diagnose gewertet, unabhängig davon, ob es sich um eine Notaufnahmediagnose, Krankenhaushauptdiagnose oder Nebendiagnose handelte. Diese Diagnosen wurden als Tracer-Diagnosen für besonders schwere Vorstellungsgründe verstanden. Der Zeitraum der Datenerhebung umfasste die Kalenderwochen 1 bis 22 der Jahre 2019 und 2020. Für die zeitliche Granularität wurden Wochenintervalle gewählt (Kalenderwochen). Es wurden keine Falldaten auf Einzelfallbasis zusammengeführt.

Methodik zur Datenextraktion und -übermittlung

Die Daten wurden für die 26 FUN-Standorte innerhalb der beteiligten Zentren aus den Krankenhausinformationssystemen extrahiert, in Excel-Vorlagen übertragen, intern plausibilisiert und dann in anonymisierter, aggregierter Form an das zentrale Datenmanagement an der Charité – Universitätsmedizin Berlin übermittelt. In zehn Kliniken erfolgte die Datenabfrage der fallbezogenen Daten zentral über die Infrastruktur des AKTIN-Notaufnahmeregisters (11), die eine multizentrische Nutzung von Routinedaten unabhängig vom lokalen Notaufnahmedokumentationssystem ermöglicht (12). Die allgemeine Fachrichtung „Trauma“ oder „nicht Trauma“ wurde von den jeweiligen Zentren nach lokal üblicher Vorgehensweise, zum Beispiel wie bei Datenlieferung über AKTIN, aus dem codierten Vorstellungsgrund nach dem „Canadian Emergency Department Information System“ (CEDIS) abgeleitet (13, 14).

Datensynthese und -analyse

Die übermittelten Daten zu Patientenkontakten wurden im zentralen Datenmanagement in SPSS, Version 25, übertragen, zusammengeführt und mithilfe des Statistikprogramms R analysiert. Es wurden relative Veränderungen (%) als Differenzen zwischen den Jahren 2020 und 2019 unter Bezugnahme auf das Jahr 2019 für die jeweiligen Kategorien berechnet und als Boxplots aller Notaufnahmen dargestellt. Zunächst erfolgten deskriptive, explorative Analysen der Fallzahlen über die Kalenderwochen beginnend mit Woche 2 des Jahres, da die Anzahl der Tage in der jeweils ersten Woche der Jahre 2019 und 2020 unterschiedlich waren (relative und absolute Häufigkeiten). Für fehlende Werte erfolgte ein listenweiser Fallausschluss. Weitere Details finden sich im eMethodenteil.

Ethik, Datenschutz

Bei dem Projekt handelt sich um eine Zusammenführung aggregierter Daten, die durch die niedrige zeitliche Granularität keinen Personenbezug mehr aufweisen und somit faktisch anonym sind. Hierzu wurden die Datenschutzbeauftragten der Charité Universitätsmedizin Berlin beratend konsultiert. Das Projekt wurde von der federführenden Einrichtung (Charité – Universitätsmedizin Berlin) als Amendement zur Studie Pa-COVID-19 (EA2/066/20) dem COVID-19-Researchboard vorgelegt. Nach Beratung dort wurde aufgrund der Verwertung aggregierter und faktisch anonymisierter Daten, das Projekt als nicht durch die Ethikkommission separat bewertungspflichtig eingestuft. Ein zustimmender Beschluss des Corona-Forschungsboards der Charité liegt vor.

Ergebnisse

Strukturdaten der beteiligten Zentren

Insgesamt waren 36 Notaufnahmestandorte an der Datenerhebung beteiligt, davon waren 29 Universitätskliniken (80,6 %) und sieben andere Kliniken (19,4 %; Tabelle).

Strukturangaben der beteiligten Kliniken (n = 36), die für den Beobachtungszeitraum der Kalenderwochen 1 bis 22 in 2019 und 2020 die Daten von insgesamt 1 022 007 Patienten bereitstellten*
Tabelle
Strukturangaben der beteiligten Kliniken (n = 36), die für den Beobachtungszeitraum der Kalenderwochen 1 bis 22 in 2019 und 2020 die Daten von insgesamt 1 022 007 Patienten bereitstellten*

Die SARS-CoV2-Testung startete in den beteiligten Notaufnahmen zwischen dem 20. Januar 2020 und dem 26. März 2020. Eine zusätzliche COVID-19-Teststelle wurde in 63,9 % der Kliniken eingeführt, eine COVID-Notaufnahme in 61,1 % der Fälle (eTabelle 1).

Angaben zu COVID-19-spezifischen Strukturen und Maßnahmen der beteiligten Standorte (n = 36)
eTabelle 1
Angaben zu COVID-19-spezifischen Strukturen und Maßnahmen der beteiligten Standorte (n = 36)

Vorstellungszahlen insgesamt und SARS-CoV2-Testungen in den Notaufnahmen

Insgesamt wurden 1 022 007 Vorstellungen der beteiligten Notaufnahmen ausgewertet, davon 546 940 aus dem Jahr 2019 und 475 067 aus dem Jahr 2020. Zwischen dem 20. Januar und dem 26. März 2020 wurden SARS-CoV2-Testungen in den beteiligten Notaufnahmen eingerichtet und es wurden im Beobachtungszeitraum insgesamt 51 361 SARS-CoV2-Testungen durchgeführt, von diesen waren 6,1 % (n = 3 122) positiv. In angegliederten Testambulanzen (Daten nicht von allen Standorten berichtet) wurden insgesamt 34 878 SARS-CoV2-Testungen vorgenommen, davon waren 4,2 % positiv (n = 1 471).

Bei Vergleich der Notaufnahmevorstellungen der Jahre 2020 und 2019 trat insgesamt eine deutliche Reduktion der Fallzahlen, bei einer maximalen Reduktion von 38 % in Kalenderwoche 13 und 14 (δ = −9 294 respektive δ = −9 896) auf (Grafik 1, eGrafiken 1a, b, eTabelle 2). Mit Beginn der Kontaktbeschränkungen im Jahr 2020 zeigte sich eine starke Reduktion der Fallzahlen von im Mittel −240 Fällen pro Notaufnahme und Kalenderwoche (95-%-Konfidentintervall: [−284; −128]). Im Anschluss stieg die Fallzahl jede Woche im Mittel um 17 [14; 19] Patienten.

Relative Veränderung der Vorstellungen über die beteiligten Notaufnahmen in den Kalenderwochen 1–22 der Jahre 2019 und 2020 im Vergleich.
Grafik 1
Relative Veränderung der Vorstellungen über die beteiligten Notaufnahmen in den Kalenderwochen 1–22 der Jahre 2019 und 2020 im Vergleich.
Darstellung der Fallzahlen der verschiedenen Notaufnahmestandorte in den Kalenderwochen 2 bis 22
eGrafik 1
Darstellung der Fallzahlen der verschiedenen Notaufnahmestandorte in den Kalenderwochen 2 bis 22
Modell für die gesamte Fallzahl
eTabelle 2
Modell für die gesamte Fallzahl

Die absolut meisten SARS-CoV2 positiven Testergebnisse wurden in Kalenderwoche 13 mit 16 % beobachtet (523 positive Ergebnisse von 3 353 durchgeführten Tests, eGrafik 2). Abweichend von diesen Ergebnissen wurde in zwei Notaufnahmen im Jahr 2020 während der COVID-Pandemie ein deutlicher Fallzahlanstieg beobachtet, dieser war begleitet durch eine korrespondierende Anzahl an SARS-CoV-2-Testungen in der Notaufnahme.

Absolute Häufigkeiten der durchgeführten SARS-CoV2-Testungen und positive Befunde in den Kalenderwochen 1–22 des Jahres 2020 in den beteiligten Notaufnahmestandorten. Absolute Anzahl an Covid-Testungen und positiven Tests
eGrafik 2
Absolute Häufigkeiten der durchgeführten SARS-CoV2-Testungen und positive Befunde in den Kalenderwochen 1–22 des Jahres 2020 in den beteiligten Notaufnahmestandorten. Absolute Anzahl an Covid-Testungen und positiven Tests

Relative Veränderung der Vorstellungen in der Notaufnahme

Ein deutlicher Rückgang an Notaufnahmevorstellungen konnte sowohl in Alterssubgruppen und auch bei Männern und Frauen beobachtet werden (Grafik 2 a, b).

Relative Abweichungen (%) der Vorstellungszahlen über die beteiligten Notaufnahmen
Grafik 2
Relative Abweichungen (%) der Vorstellungszahlen über die beteiligten Notaufnahmen

Ebenso zeigte sich eine Reduktion der Vorstellungen in Subgruppen basierend auf Dringlichkeit (Grafik 3a), Trauma versus nicht traumatisch (Grafik 3b), stationäre Aufnahme (Grafik 3c) und den relevanten Tracer-Diagnosen (Grafik 4a, b, eGrafik 3). Die relativ höchste Reduktion für Vorstellungen von Patienten, die jünger als 60 Jahre waren, zeigte sich mit 42 % wiederum in Kalenderwoche 13 und 14 (δ = −6 315 beziehungsweise δ = −6 689) und liegt auch in der Altersgruppe ab 60 Jahren mit 34 % in Kalenderwoche 14 (δ = −3 111). Die maximale Reduktion an Vorstellungen lag für Männer in Kalenderwoche 14 (δ = −5 215; −39 %), für Frauen in Kalenderwoche 13 (δ = −4 436; −40 %). Die höchste relative Reduktion konnte bei Patienten mit Trauma in Kalenderwoche 13 beobachtet werden (50,6 %, δ = −2 799), bei Patienten ohne Trauma in Kalenderwoche 14 (35,3 %, δ = −6 186). Bei Betrachtung spezifischer schwerwiegender Diagnosen konnte die stärkste relative Reduktion für Myokardinfarkte in der Kalenderwoche 12 (δ = -120; −40 %), für COPD in Kalenderwoche 15 (δ = -152; −50 %) und für Schlaganfall/TIA in Kalenderwoche 16 (δ = -176; −24 %) nachgewiesen werden.

Relative Abweichungen (%) der Vorstellungszahlen über die beteiligten Notaufnahmen
Grafik 3
Relative Abweichungen (%) der Vorstellungszahlen über die beteiligten Notaufnahmen
Relative Abweichungen (%) der Vorstellungszahlen über die beteiligten Notaufnahmen für ausgewählte Tracer-Diagnosen
Grafik 4
Relative Abweichungen (%) der Vorstellungszahlen über die beteiligten Notaufnahmen für ausgewählte Tracer-Diagnosen
Relative Abweichungen (%) der Vorstellungszahlen über die beteiligten Not aufnahmen für die Diagnose Schlaganfall/TIA (Transiente Ischämische Attacke). Für die Darstellung wurden Ausreißer über 250 % nicht abgebildet (n = 8). Vergleich der Kalenderwochen 1–22 der Jahre 2019 und 2020.
eGrafik 3
Relative Abweichungen (%) der Vorstellungszahlen über die beteiligten Not aufnahmen für die Diagnose Schlaganfall/TIA (Transiente Ischämische Attacke). Für die Darstellung wurden Ausreißer über 250 % nicht abgebildet (n = 8). Vergleich der Kalenderwochen 1–22 der Jahre 2019 und 2020.

Diskussion

Die vorliegende Arbeit bestätigt und quantifiziert erste Berichte einer Reduktion von Notfällen einschließlich Schlaganfall und Myokardinfarkt in deutschen Notaufnahmen während der COVID-19-Pandemie und stellt dieses Phänomen auf eine solide Datenbasis.

Epidemiologie

Die Reduktion der Fallzahlen hängt zeitlich eng mit den verordneten Kontaktbeschränkungen und dem Gipfel der Inzidenz von COVID-19 in unseren Daten zusammen (Grafiken 1 und eGrafik 2). Beide Faktoren hängen zusammen, da die Beschränkungen streng dem Verlauf der Pandemie angepasst wurden. Für diesen Verlauf können grundsätzlich mehrere Faktoren verantwortlich gemacht werden.

Im Rahmen der COVID-19-Pandemie könnte die Hemmschwelle gestiegen sein, medizinische Versorgung in Anspruch zu nehmen, zumal insbesondere bei älteren Patienten häufig die Angehörigen die Notfallversorgung anstoßen und diese wegen der Kontaktbeschränkungen nicht zur Verfügung standen. Durch die Einschränkung der Aktivität und Kontakte könnten Erkrankungen beziehungsweise Verletzungen weniger häufig eingetreten sein, da einerseits auslösende Faktoren wie Stress und körperliche Aktivität fehlten und anderseits auch die Ansteckung mit anderen Krankheitserregern weniger wahrscheinlich war.

Im Hinblick auf die Vorstellung aufgrund jeglicher Unfälle oder Verletzungen („Trauma“) ist wahrscheinlich, dass der Rückgang des Straßenverkehrs, die Schließung von Sportstätten und die Absage aller Großveranstaltungen zu einer Reduzierung dieser Vorstellungsgründe beigetragen hat. Frühere Daten aus der ersten SARS-Epidemie 2003 belegen vergleichbare, passagere Reduktionen der Fallzahlen (15). Aus Kalifornien, USA, berichten Wong et al. aktuell ebenfalls Rückgänge der Vorstellungen in Notaufnahmen um bis zu 50 % (16).

Demografische Faktoren

Die gesunkene Anzahl der Vorstellungen von über 60-Jährigen war weniger ausgeprägt und zeigte einen früheren Erholungseffekt (Grafik 2a). In den drei Wochen strenger Kontaktbeschränkungen lag die Reduktion der Vorstellungen bei Frauen geringfügig über der der Männer. Dies spricht dafür, dass weniger gesellschaftliche als medizinische Faktoren die Fallzahlen beeinflusst haben.

Dringlichkeit, Versorgungsstufe und spezifische Diagnosen

Der Rückgang der Fallzahlen betrifft alle Dringlichkeitsstufen, die Versorgungsstufe (Normalstation versus Intensivstation) und etwas ausgeprägter ambulante Fälle. Dabei ist naheliegend, dass ambulante Patienten mit weniger dringlichen Vorstellungsgründen ihre Behandlung auf einen späteren Zeitpunkt verschieben, zumal ein wesentlicher Faktor der Vorstellung dieser Patienten in der Notaufnahme die Sorge vor einer schweren Erkrankung ist und damit sicher mit der Furcht vor Ansteckung konkurriert (17). In der Hochphase der Pandemie haben die Krankenhäuser sich intensiv mit der Etablierung angepasster Versorgungsprozesse befasst (18, 19) und die Bevölkerung wurde von Meldungen über Ausbrüche in einzelnen Kliniken verunsichert (20).

Besonders auffällig ist der Rückgang der Fälle mit typischen Tracer-Diagnosen. Die verminderte Vorstellung von Patienten mit COPD könnte dadurch erklärt werden, dass die Kontaktbeschränkungen die infektbedingte Exazerbation verringert haben dürfte. Die öffentlich breit kommunizierte Information über pulmonale Vorerkrankungen als besonders gefährliche Disposition für einen schweren Verlauf (21) mag darüber hinaus zu einer weiteren Vermeidungshaltung geführt haben. Dagegen bleiben die Gründe für die beobachtete Reduktion von Patienten mit akutem Myokardinfarkt letztlich unklar. Obwohl in unseren Daten eine Differenzierung nach ST-Streckenhebungsinfarkt (STEMI) und Non-STEMI nicht möglich ist, belegt das eindeutige Ergebnis im Einklang mit anderen Publikationen (8, 9) und auch die Reduktion schwerer Fälle insgesamt in unseren Daten, dass es sich um eine valide Beobachtung handelt. Piccolo et al. bestätigen anhand von Interventionszahlen bei akutem Koronarsyndrom in Italien dieses Phänomen (22).

Eine Hypothese für den Fallzahlrückgang bei STEMI ist, dass Patienten mit Brustschmerz aus Sorge vor einer COVID-19-Infektion verspätet oder gar nicht die medizinische Notfallversorgung in Anspruch nehmen. Dies kommt in einer großen internationalen Befragung kardiologischer Zentren zum Ausdruck (23).

Wie bereits ausgeführt könnte es auch einen tatsächlichen Rückgang kardiovaskulärer Notfälle aufgrund der erzwungenen veränderten Lebensgewohnheiten gegeben haben. So ist es bekannt, dass Myokardinfarkte typischerweise durch ungewöhnliche akute körperliche Belastung ausgelöst werden können (24), die durch die kontaktbeschränkenden Maßnahmen wahrscheinlich reduziert wurden. Darüber hinaus sind insbesondere große Sportereignisse mit einer Zunahme der kardiovaskulären Mortalität und Morbidität bei den Zuschauern verbunden (25, 26). Dieser Trigger wurde durch die weltweite Absage aller großen Ereignisse ebenfalls reduziert.

Ebenfalls nicht abschließend einzuschätzen ist aktuell noch der Rückgang an Patienten mit Schlaganfall in den deutschen Notaufnahmen. Ähnliche Entwicklungen finden sich auch in anderen Ländern. In den USA kam es in 856 Krankenhäusern Anfang April zu einer Reduktion von 39 % der zerebralen Bildgebungen, die aufgrund eines Verdachts auf akuten Schlaganfall vorgenommen wurden (27). Gerade bei Patienten mit leichten Schlaganfallsymptomen oder passageren Ausfallerscheinungen (TIAs) ist zu befürchten, dass medizinische Hilfe aus Angst einer Infektion mit SARS-CoV2 nicht in Anspruch genommen wurde. Dies wird durch die Daten einer Studie aus dem Elsass unterstrichen, bei der sich im März, in der initialen Phase der Pandemie, auf der einen Seite die Anzahl der Aufnahmen auf die Schlaganfall-Stationen nicht vom Vorjahr unterschied, aber auf der anderen Seite die Rate an Lysen aufgrund der späteren Vorstellung außerhalb des Zeitfensters im Vergleich zu 2019 um 41 % gesunken war (28). In einem Bericht aus New Jersey fand sich neben einem Rückgang der Rate an Schlaganfallpatienten allgemein eine Zunahme an Patienten mit einem Verschluss der großen hirnversorgenden Gefäße (29). Dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass die fehlende Behandlung von leichten Schlaganfallsymptomen zu einem Anstieg der Fallzahlen von schweren Schlaganfällen geführt haben könnte.

Limitationen

Es handelte sich um die Analyse aggregierter Routinedaten, die überwiegend individuell aus unterschiedlichen IT-Systemen extrahiert wurden. Ungenauigkeiten der Fallzahlen sind nicht ausgeschlossen, können aber wahrscheinlich aufgrund der großen Effekte und hohen Fallzahl vernachlässigt werden.

Die Kategorisierung „Trauma“ versus „Non-Trauma“ wurde den jeweiligen Zentren überlassen und nicht einheitlich operationalisiert. Es ist möglich, dass diese Kategorisierung durch die heterogene Organisation der deutschen Notaufnahmen verzerrt wurde. Obwohl die etwas stärker ausgeprägte Reduktion der vielfach ambulanten Traumafälle medizinisch plausibel ist, kann dies nicht als bewiesen gelten und bedarf weiterer Untersuchungen.

Schließlich kann nicht ausgeschlossen werden, dass es zu einer Verschiebung der Notfallversorgung zu anderen Leistungserbringern gekommen ist. Es wurden nur Notaufnahmedaten analysiert, allerdings zeigen internationale Daten, dass zumindest der Rettungs- und Notarztdienst ebenfalls betroffen war (30). An unserer Studie waren ausschließlich Kliniken der höchsten beziehungsweise hohen Versorgungsstufe beteiligt. Diese waren gleichermaßen häufig als COVID-19-Behandlungszentren ausgewiesen. Mit den vorliegenden Daten kann daher nicht sicher beantwortet werden, ob und in welchem Umfang zum Beispiel Grund- und Regelversorger (Basisversorgung nach GBA) ebenfalls rückläufige Patientenzahlen hatten. Allerdings zeigen aktuelle Daten aus Deutschland und den USA, die sich auf eine einzelne Region (Vergleich Universitätsklinikum versus Regionalversorger) (31) beziehungsweise eine Klinikkette (32) beziehen, dass offensichtlich alle Versorgungsebenen betroffen waren.

Schlussfolgerungen

Die COVID-19-Pandemie in Deutschland führte zu einem signifikanten Rückgang medizinischer Notfälle jeglicher Art in den Notaufnahmen. Bereits in Kalenderwoche 15 setzte ein Erholungseffekt ein. Ausgangswerte waren insgesamt bis zur 22 Kalenderwoche nicht erreicht, wobei sich die Prävalenz von Myokardinfarkten normalisiert hat. Ursachen sind Gegenstand weiterer Forschung.

Danksagung

Ein besonderer Dank geht an die gemeinsame Study Group für AKTIN-Office, AKTIN-IT und die Mitglieder des AKTIN-Notaufnahmeregisters unter der langjährigen Leitung von Felix Walcher und Dominik Brammen unter Mitarbeit von Wiebke Schirrmeister und Ronny Otto, Universitätsklinik für Unfallchirurgie, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, sowie Rainer Röhrig unter Mitarbeit von Jonas Bienzeisler und Raphael Majeed, Institut für Medizinische Informatik, Medizinische Fakultät der RWTH Aachen, für Ideen und Impulse, Datenlieferungen aus den Notfallaufnahmen sowie Datenauswertungen und Bereitstellung des IT Support und Generierung der technischen Abfragen im Register.

Darüber hinaus bedanken wir uns bei Hans-Jörg Busch, Freiburg, Clemens Kill, Essen, und Klaus Hahnenkamp, Greifswald, für die Unterstützung des Projektes, das von Ihren leitenden Oberärzten vertreten wird.

Contributors

Forum Universitärer Notaufnahmen (FUN) im Verband der Universitätsklinika Deutschlands e. V.

Volker Burst, Zentrale Notaufnahme, Universitätsklinikum Köln; Michael Bernhard, Zentrale Notaufnahme, Universitätsklinikum Düsseldorf; Sabine Blaschke, Interdisziplinäre Notaufnahme, Universitätsmedizin Göttingen; Viktoria Bogner-Flatz, Markus Wörnle, Medizinische Notaufnahme und Aufnahmestation und Sektion Notaufnahme, Campus Innenstadt, Ludwig-Maximilians Universität München; Jörg C. Brokmann, Zentrale Notaufnahme, Uniklinik RWTH Aachen; Felix Hans, Universitäts-Notfallzentrum Freiburg; Katharina Dechant, Internistische Notaufnahme, Universitätsklinikum Erlangen; Michael Dommasch, Karl Georg Kanz, Zentrale Interdisziplinäre Notaufnahme, Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München; Jennifer Hitzek, Notfall- und Akutmedizin, Campus Mitte und Virchow-Klinikum Charité – Universitätsmedizin Berlin; Tobias Hofmann, Zentrale Notaufnahme, Universitätsklinikum Magdeburg; Sebastian Ewen, Zentrale Notaufnahme, Universitätsklinikum des Saarlandes; Ingo Gräff, Interdisziplinäres Notfallzentrum, Neuro-Notfallzentrum, Interdisziplinäre Notaufnahmestation, Universitätsklinikum Bonn; André Gries, Zentrale Notaufnahme/Beobachtungsstation, Universitätsklinikum Leipzig; Andreas Jerrentrup, Zentrum für Notfallmedizin, Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH, Standort Marburg; Lars Kihm, Internistische Notaufnahme, Medizinische Universitätsklinik Heidelberg; Joachim Riße, Zentrum für Notfallmedizin, Universitätsmedizin Essen; Florian Kreth, internistische und Nicole Wielander, chirurgische Notaufnahme, Universitätsklinikum Tübingen; Philipp Kümpers, Sektion Interdisziplinäre Notaufnahme Universitätsklinikum Münster; Ulrich Mayer-Runge, Zentrale Notaufnahme, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf; Matthias Napp, Zentrale Notaufnahme, Universitätsmedizin Greifswald; Domagoj Schunk, Interdisziplinäre Notaufnahme und Kinder-Notaufnahme Universitätsklinikum Schleswig Holstein, Campus Kiel; Rajan Somasundaram, Notfall- und Akutmedizin, Campus Benjamin-Franklin, Charité – Universitätsmedizin Berlin; Markus Wehler, Zentrale Notaufnahme und IV. Med. Klinik, Universitätsklinikum Augsburg; Sebastian Wolfrum, Interdisziplinäre Notaufnahme, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck; Markus Zimmermann, Interdisziplinäre Notaufnahme, Universitätsklinik Regensburg.

AKTIN-Notaufnahmeregister

Martin Kulla, Sektion Notaufnahmeprotokoll der DIVI und Bundeswehrkrankenhaus Ulm; Caroline Grupp, Ostalb-Klinikum Aalen; Christian Pietsch, Standort Aschaffenburg und Oliver Horn, Standort Alzenau, Klinikum Aschaffenburg-Alzenau; Heike Höger-Schmidt, Klinikum Chemnitz; Rupert Grashey, Klinikum Memmingen; Thomas J. Henke, Evangelisches Krankenhaus Oldenburg; Kirsten Habbinga, Pius-Hospital Oldenburg.

Interessenkonflikt
Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 18. 5. 2020, revidierte Fassung angenommen: 6. 7. 2020

Anschrift für die Verfasser
Prof. Dr. med. Martin Möckel, FESC, FAHA

Notfall- und Akutmedizin Chest pain Units, Charité – Universitätsmedizin Berlin

Campus Mitte und Virchow-Klinikum, Charitéplatz 1, 10117 Berlin

martin.moeckel@charite.de

Zitierweise
Slagman A, Behringer W, Greiner F, Klein M, Weismann D, Erdmann B, Pigorsch M, Möckel M: Medical emergencies during the COVID-19 pandemic—an analysis of emergency department data in Germany. Dtsch Arztebl Int 2020; 117: 545–52. DOI: 10.3238/arztebl.2020.0545

Dieser Beitrag erschien online am 22. 7. 2020 (online first) auf www.aerzteblatt.de

►Die englische Version des Artikels ist online abrufbar unter:
www.aerzteblatt-international.de

Zusatzmaterial
eMethodenteil, eTabellen:
www.aerzteblatt.de/20m0545 oder über QR-Code

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Zentrum für Notfallmedizin, Universitätsklinikum Jena: Prof. Dr. med. univ. Wilhelm Behringer
AKTIN-Notaufnahmeregister und Universitätsklinik für Unfallchirurgie, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg: Felix Greiner, M.Sc.
Zentrale Notaufnahme, Klinikum Großhadern, Ludwig-Maximilians Universität München: Prof. Dr. med. Matthias Klein
Internistische Notfall- und Intensivmedizin, Medizinische Klinik und Poliklinik I, Universitätsklinikum Würzburg: PD Dr. med. Dirk Weismann
AKTIN-Notaufnahmeregister und Klinikum Wolfsburg: Dr. med. Bernadett Erdmann
Institut für Biometrie und Klinische Epidemiologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin: Mareen Pigorsch
*Die Mitglieder des FUN und des AKTIN-Notaufnahmeregisters finden sich am Ende des Beitrags.
Relative Veränderung der Vorstellungen über die beteiligten Notaufnahmen in den Kalenderwochen 1–22 der Jahre 2019 und 2020 im Vergleich.
Grafik 1
Relative Veränderung der Vorstellungen über die beteiligten Notaufnahmen in den Kalenderwochen 1–22 der Jahre 2019 und 2020 im Vergleich.
Relative Abweichungen (%) der Vorstellungszahlen über die beteiligten Notaufnahmen
Grafik 2
Relative Abweichungen (%) der Vorstellungszahlen über die beteiligten Notaufnahmen
Relative Abweichungen (%) der Vorstellungszahlen über die beteiligten Notaufnahmen
Grafik 3
Relative Abweichungen (%) der Vorstellungszahlen über die beteiligten Notaufnahmen
Relative Abweichungen (%) der Vorstellungszahlen über die beteiligten Notaufnahmen für ausgewählte Tracer-Diagnosen
Grafik 4
Relative Abweichungen (%) der Vorstellungszahlen über die beteiligten Notaufnahmen für ausgewählte Tracer-Diagnosen
Strukturangaben der beteiligten Kliniken (n = 36), die für den Beobachtungszeitraum der Kalenderwochen 1 bis 22 in 2019 und 2020 die Daten von insgesamt 1 022 007 Patienten bereitstellten*
Tabelle
Strukturangaben der beteiligten Kliniken (n = 36), die für den Beobachtungszeitraum der Kalenderwochen 1 bis 22 in 2019 und 2020 die Daten von insgesamt 1 022 007 Patienten bereitstellten*
Darstellung der Fallzahlen der verschiedenen Notaufnahmestandorte in den Kalenderwochen 2 bis 22
eGrafik 1
Darstellung der Fallzahlen der verschiedenen Notaufnahmestandorte in den Kalenderwochen 2 bis 22
Absolute Häufigkeiten der durchgeführten SARS-CoV2-Testungen und positive Befunde in den Kalenderwochen 1–22 des Jahres 2020 in den beteiligten Notaufnahmestandorten. Absolute Anzahl an Covid-Testungen und positiven Tests
eGrafik 2
Absolute Häufigkeiten der durchgeführten SARS-CoV2-Testungen und positive Befunde in den Kalenderwochen 1–22 des Jahres 2020 in den beteiligten Notaufnahmestandorten. Absolute Anzahl an Covid-Testungen und positiven Tests
Relative Abweichungen (%) der Vorstellungszahlen über die beteiligten Not aufnahmen für die Diagnose Schlaganfall/TIA (Transiente Ischämische Attacke). Für die Darstellung wurden Ausreißer über 250 % nicht abgebildet (n = 8). Vergleich der Kalenderwochen 1–22 der Jahre 2019 und 2020.
eGrafik 3
Relative Abweichungen (%) der Vorstellungszahlen über die beteiligten Not aufnahmen für die Diagnose Schlaganfall/TIA (Transiente Ischämische Attacke). Für die Darstellung wurden Ausreißer über 250 % nicht abgebildet (n = 8). Vergleich der Kalenderwochen 1–22 der Jahre 2019 und 2020.
Angaben zu COVID-19-spezifischen Strukturen und Maßnahmen der beteiligten Standorte (n = 36)
eTabelle 1
Angaben zu COVID-19-spezifischen Strukturen und Maßnahmen der beteiligten Standorte (n = 36)
Modell für die gesamte Fallzahl
eTabelle 2
Modell für die gesamte Fallzahl
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