ArchivDeutsches Ärzteblatt31-32/2020Ernährung: Nachgerechnet
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In der „Randnotiz“ wird unter Verweis auf eine Studie der Tzu-Chi-Universität in Hualien/Taiwan festgestellt, dass Vegetarier seltener an Harnwegsinfektionen erkranken als andere.

In Zahlen: „Von 3 040 Vegetariern erkrankten im Verlauf von etwa 10 Jahren 217 an einer Harnwegsinfektion im Vergleich zu 444 Erkrankungen bei 6 684 untersuchten Nichtvegetariern. Das heißt, Vegetarier erkranken zu 16 Prozent seltener an einer Harnwegsinfektion.“

Nun habe ich die Angewohnheit, immer mal nachzurechnen, wenn es um eine „ideologisch“ gefärbte Aussage geht. Ergebnis: 217 Vegetarier von 3 040 sind 7,1 Prozent. 444 Nichtvegetarier von 6 684 sind 6,6 Prozent. Fazit: Tatsächlich erkranken Vegetarier häufiger an Harnwegsinfektionen (7,1 %) als Nichtvegetarier (6,6 %). Die „Randnotiz“ hätte also lauten müssen: „Vegetarier sind schlechter dran“!

Ob die Ergebnisse aus Taiwan generalisierbar sind, ist eine ganz andere Frage. Wichtig ist immer eine ausgewogene, vielseitige, abwechslungsreiche Ernährung!

Anm. der Red.: Die der Randnotiz zugrunde liegende Pressemitteilung bot tatsächlich eine falsche Zahl. Richtig gewesen wäre eine der Studie zugrunde liegende Grundgesamtheit von 3 257 (statt 3 040) Vegetariern. Dieses Verhältnis bewirkt eine Hazard Ratio (Model4) von 0,84, woraus sich die im Rahmen dieser Studie ermittelbare Risikominderung um 16 Prozent ergibt.

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