ArchivDeutsches Ärzteblatt31-32/2020Ron Jachimowicz: Neue Ansätze für zielgerichtete Tumortherapie

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Ron Jachimowicz: Neue Ansätze für zielgerichtete Tumortherapie

Spielberg, Petra

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Foto: Michael Wodak/Uniklinik Köln
Foto: Michael Wodak/Uniklinik Köln

Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e.V. würdigte Dr. med. Ron Jachimowicz mit dem Theodor-Frerichs-Preis für seine Forschung zu den Reparaturmechanismen von Zellen. Die wissenschaftlichen Arbeiten gelten als wegweisend für das molekulare Verständnis der DNA-Reparatur und daraus resultierender personalisierter Behandlungsansätze in der Krebsforschung.

Der Arzt und Nachwuchswissenschaftler hatte im Rahmen einer Studie eine bislang unbekannte Funktion des Proteins UBQLN4 identifiziert, die eine fehleranfällige Reparatur von DNA-Schäden begünstigt. Diese Eigenschaft wird von einigen Tumoren genutzt, indem sie das Protein vermehrt produzieren, sodass sich sogar weitere Mutationen ansammeln können. „In zahlreichen aggressiven Tumoren der Lunge, der Haut, aber auch bei bösartigen Tumoren des Nervengewebes von Kindern haben wir eine erhöhte Menge von UBQLN4 in den Krebszellen gefunden“, so der 35-Jährige. Die daraus resultierende Hemmung der fehlerfreien Reparatur biete möglicherweise einen molekularen Ansatzpunkt, um diese aggressiven Tumore in Zukunft mit PARP1-Inhibitoren effektiver zu behandeln.

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Nach Abschluss seines humanmedizinischen Studiums in Köln durchlief Jachimowicz seine Weiterbildung an der Kölner Universitätsklinik. Von 2014 bis März 2017 war er als Post-Doktorand an der Universität in Tel Aviv, bevor er nach Köln zurückkehrte. Seit diesem Jahr leitet er zudem eine Forschungsgruppe am Max-Planck-Institut für Biologie und Alter in Köln.

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