ArchivDeutsches Ärzteblatt PP8/2020Leistungssportler und psychische Störungen: Spezialsprechstunden haben sich bewährt

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Leistungssportler und psychische Störungen: Spezialsprechstunden haben sich bewährt

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Psychische Erkrankungen kommen bei Leistungssportlern vergleichbar häufig vor wie in der Allgemeinbevölkerung. Allerdings können Leistungssportler auch von sportspezifischen psychischen Erkrankungen betroffen sein. Beispielsweise können Essstörungen bei Sportarten auftreten, bei denen die Überwindung der Schwerkraft (Skisprung, Hochsprung, Reitsport), das Einhalten von Gewichtsklassen (Kampfsportarten) oder attraktives Aussehen (Tanzen, rhythmische Sportgymnastik, Eiskunstlaufen) bedeutsam sind. So finden sich muskeldysmorphe Störungen häufig bei Bodybuildern und Gewichthebern. Schädel-Hirn-Traumata kommen unter anderem im Ballsport, in Kampfsportarten oder im Reitsport gehäuft vor. Darüber hinaus haben Leistungssportler ein erhöhtes Risiko, von Sportsucht, Spielsucht (Sportwetten, Onlinespiele) und vom Übertrainingssyndrom betroffen zu sein.

Zur Beratung, Diagnostik und Behandlung von Leistungssportlern haben sich laut Prof. Dr. Andreas Ströhle von der Charité – Universitätsmedizin Berlin und Kollegen sportpsychiatrische Spezialsprechstunden bewährt. Die dort tätigen Psychiater und Psychologen berücksichtigen unter anderem sportspezifische Kontext-, Stress- und Risikofaktoren für psychische Erkrankungen und wirken dem missbräuchlichen Einsatz von leistungssteigernden Substanzen entgegen. „Das Stigma psychischer Erkrankungen ist im Hochleistungssport noch weit verbreitet“, so die Autoren. Dagegen muss ihrer Meinung nach stärker vorgegangen werden. ms

Ströhle A, Helmig F, Henkel K: Psychische Erkrankungen bei Leistungssportlern. Psychotherapeut 2020; 65 (3): 160–6.

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