ArchivDeutsches Ärzteblatt27/1996Scheveningen: „Skulpturenschatz“ in den Dünen

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Scheveningen: „Skulpturenschatz“ in den Dünen

Krannich, Hans-Walter

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LNSLNS Für Freunde von Skulpturen gilt es seit kurzem, einen neuen Schatz zu heben: in den Dünen von Scheveningen. Hier befindet sich seit Herbst 1994 ein Museum der Extraklasse: "Beelden aan Zee". Es zeichnet sich durch seine Exponate und die Art ihrer Präsentation sowie durch eine eindrucksvolle Architektur aus. Sein Ursprung liegt in der Sammelleidenschaft des Ehepaares Scholten-Miltenburg für Skulpturen, insbesondere "menschlicher Bildnisse", und der Bereitschaft, an diesen "schönen Dingen des Lebens" auch die Öffentlichkeit teilhaben zu lassen. Ihre Sammlung wuchs bis 1992 auf 650 Objekte an. Bereits 1970 wurde eine Stiftung gegründet, deren Verwaltungsrat sich überwiegend aus Außenstehenden zusammensetzt. Damit ist der Bestand der Kollektion über die Lebenszeit der Begründer hinaus gesichert.
Der beste Platz für ein Museum fand sich nach langer Odyssee dann am Meer in Scheveningen. Die hervorragende Architektur Wim Quists, der auch das Kröller-Müller-Museum in Otterloo entworfen hat, rückt alle Exponate ins rechte Licht: sowohl im 1 100 qm großen Innenraum, dem auch das Kel-lergewölbe eines klassizistischen Pavillons, 1826 von König Wilhelm I. erbaut, zuzurechnen ist, als auch auf 2 000 qm Außenfläche, durch großzügige Rampen und Terrassen miteinander verbunden, auf denen sich Skulpturen aus Bronze, Stein und Stahl gegen Wind, Wetter und Seeluft behaupten.
Auf der Liste internationaler Künstler stehen Alfaro, Antes, Balkenhol, Botero, Brühl, Croissant, Heiliger, Hrdlicka, Otterness, Ray, Tajiri, Teeuwisse, Turnbull neben vielen anderen.
Den Schwerpunkt der derzeitigen (Wechsel-)Ausstellung (bis 10. September 1996) bildet das Werk des niederländischen Bildhauers Arthur Spronken, der übrigens die Anregung gab, an dieser Stelle das Museum zu errichten.
Die Ausstellung in der Harteveltstraat 1 ist täglich (außer montags) von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Und auf der Promenade südlich des Kurhauses durch einen ganz besonderen Wegweiser zu finden: ein 3,46 Meter hohes, fesselndes Bronzeantlitz von Igor Mitoraj im Dünensand, direkt über dem Museum "Beelden aan Zee", einem Ort der Stille und des Außergewöhnlichen.
Hans-Walter Krannich
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