ArchivDÄ-TitelSupplement: ReisemagazinReisemagazin 1/2000Spanische Küsten: Segeltörn an unberührten Gestaden

Supplement: Reisemagazin

Spanische Küsten: Segeltörn an unberührten Gestaden

Dtsch Arztebl 2000; 97(10): [11]

Stollhoff, Kirsten

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LNSLNS Nachdem der Winter wieder einmal endlos erschien, hatten wir eine Möglichkeit ergriffen, ihm zu entfliehen: Wir brachen zu einem Segeltörn in spanischem Gewässer auf.
Wir gingen in Alicante an Bord von "Anita". Schon bei den Erzählungen des Skippers Siggi über seine Segelfahrten (Atlantiküberquerungen, Islandfahrten und Einhandsegeln von Malta bis Malaga) tauten wir auf. Die erste Nacht verlief unruhig, die schon von "Anita" und Siggi überstandenen Stürme fegten durch meine Träume. Am nächsten Morgen hieß es bei strahlend blauem Himmel, Temperaturen von 20° C und einem moderaten Süd-West-Wind "Leinen los" und Kurs auf Ibiza, 90 Seemeilen entfernt.
Formentera
und Ibiza
Schon nach wenigen Stunden verschwand die Küste unter der Kimm. Die Gleichmäßigkeit der Bootsbewegungen und der unbegrenzte Blick führten schnell zur erwünschten Entspannung: die Punktwerte verloren an Bedeutung, nur noch Knoten zählten. Die Nachtwache wurde jetzt zum Ver-gnügen. Der Sternenhimmel machte die Navigation zum Kinderspiel. Vereinzelte Kometenschauer versöhnten mit dem Schlafentzug. Auf den Boden der Realität holten mich die zahlreichen Fischerboote und vor allem deren Netze: Dass das Mittelmeer schon leer gefischt sein soll, ist schwer zu glauben. Bei Morgengrauen mit Abgabe der Nachtwache tauchten am Horizont die mächtigen Kaps von Formentera und Ibiza auf. Die darauf folgenden Tage entdeckten wir Ibiza neu. Fern vom Massentourismus ankerten wir in kleinen Buchten, bei Wassertemperaturen von 18° C war auch schon Baden möglich. Abends fuhren wir mit dem Dingi zu den schon geöffneten Strandrestaurants, in denen wir als erste Gäste mit frischem Fisch verwöhnt wurden.
Costa Blanca
Nach einer Woche, in der uns die ständig wechselnde Windrichtung höchste Flexibilität bei der Verfolgung der Route abverlangte, brachte uns ein bei starkem Süd-Ost-Wind nur zwölfstündiger
Segelschlag erneut an die Costa Blanca, diesmal jedoch zu ihrem nördlichen Beginn in Höhe von Denia. Die Küste beeindruckt durch den Wechsel von Sandstränden und schroff ins Meer ragende felsige Kaps. Im Landesinneren begrenzt eine Gebirgskette von bis zu 2 000 m Höhe die Sicht, die betischen Cordillieren, die ihre Fortsetzung in Ibiza und Mallorca finden. Die Verunstaltung der Küsten durch den Massentourismus konnte die Schönheit dieser natürlichen Formationen nur mäßig beeinträchtigen. Sogar Benidorm, das "Klein Manhattan am Strand", in dem 250 000 Betten gestapelt werden, wirkt vom Meer aus in seiner Perfektion der Hässlichkeit interessant - vor allem, wenn man in ausreichender Distanz vorbeisegeln kann. Auch an den kleineren Hafenstädten wie Javea und Moreira ist die Sonnenhungrigkeit der Europäer nicht spurlos vorübergegangen - aber diese Orte haben noch einen sehenswerten Altstadtkern mit maurischen Einflüssen bewahrt. Kirsten Stollhoff


• Information: Ina Sailing Tel + Fax 040/489822. Törns 1999: spanisches und französisches Mittelmeer

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