ArchivDÄ-TitelSupplement: ReisemagazinReisemagazin 1/2000Toskana/Italien: Im Land des schwarzen Hahns

Supplement: Reisemagazin

Toskana/Italien: Im Land des schwarzen Hahns

Dtsch Arztebl 2000; 97(10): [14]

Wendt, Christoph

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Der Weg vom Ponte Vecchio durch die Altstadt von Florenz zur Piazzale Michelangelo hinauf ist mühsam, vor allem an warmen Tagen. Er ist steil, und nur wenig Schatten fällt von den Mauern, Häusern und Gartenbäumen auf den geplagten Stadtwanderer. Doch oben angekommen, ist alle Mühsal vergessen. Es gibt Ausblicke, da bleibt dem Betrachter nur noch andächtiges, wortloses Staunen. Der Ausblick von der Piazzale Michelangelo über Florenz gehört dazu. Was sich da zu Füßen des Betrachters aus- breitet, ist wie die ganze
Toskana Gestalt gewordene Schönheit. Mächtig, beherrschend ragt aus der Stadt der Medici und der Renaissance die gewaltige Kuppel auf, die 1436 von Bruneschelli dem gerade fertig gewordenen Dom aufgesetzt wurde. Dieser Dom mit dem von Giotto 1334 erbauten Campanile bildet mit dem davor stehenden Baptisterium den Kern der historischen Sakralbauten von Florenz. Vom Ostportal dieses Baptisteriums hat Michelangelo gesagt, es sei des Paradieses würdig.
Dank seinem Reichtum an historischen Bauten, kirchlichen wie profanen, vor allem aus der Blütezeit der Renaissance, da die Stadt unter der Kaufmannsfamilie der Medici eines der blühendsten und modernsten republikanischen Staatswesen der damaligen Zeit war, bietet Florenz einen eindrucksvollen Anblick. Hier war jahrhundertelang das kulturelle Herz Italiens: Hier entstand die heutige italienische Schriftsprache. Als nach 1860 das neue Italien entstand, wurde zunächst Florenz, nicht Rom, 1865 die Hauptstadt Italiens.
Durch Florenz
Keine andere Stadt der Welt sei so reich an Kunstwerken wie die Hauptstadt der Toskana, wird gesagt. Unschätzbares ist in den Museen der Stadt zusammengetragen, vor allem in den im 16. Jahrhundert als Verwaltungsgebäude der Medici entstandenen Uffizien. Doch die Museen allein machen den kulturellen Reichtum der Stadt nicht aus; die Kirchen und Palazzi gehören ebenso dazu. Der berühmteste Palazzo dürfte der Palazzo vecchio sein, der "alte Palast", um 1300 als Rathaus und Gerichtsgebäude an der Piazza Signorina gebaut,
dem schönsten Platz von Florenz. Nahe den Uffizien führt
der Ponte Vecchio, die "alte Brücke" über den Arno
Auf beiden Seiten ist er eingefasst von kleinen Läden und Werkstätten, vor allem der Goldschmiede. Dahinter dehnt sich der Palazzo Pitti, einst noble Residenz der Medici, mit den viel besuchten Boboligärten.
Fährt man aus der Stadt heraus in die toskanische Landschaft hinein, wo der Wind das Laub der alten Ölbäume silbrig schimmern
lässt, wo auf sanften Hügeln Schafe weiden und auf den Kuppen Bauernhöfe oder Landgüter mit roten Dächern liegen, dringt der Besucher ein
in eine Region, die für viele das klassische Reiseland Italiens ist. Mehr noch: Die Toskana ist für viele Deutsche Italien, das Land der Sehnsucht, der Schönheit und Harmonie.
Es ist vor allem die Landschaft des Chianti, berühmt durch ihren Wein, die von ihrem Bild her so vollkommen dem Klischeebild der toskanischen Landschaft entspricht. Ein schwarzer Hahn, der gallo nero des Chianti classico, ist überall auf Tafeln am Rande der Weinberge zu sehen. Heute geradezu zu
einem Wahrzeichen der Toskana geworden ist er ein uraltes Symbol des Chianti, war er doch das Wappentier des Bürgermeisters von Radda, als sich diese kleine Stadt 1270
mit den Nachbarorten zur Chiantilega zusammenschloss, einem Schutzbündnis gegen die benachbarte Stadtrepublik Siena, der großen Konkurrentin von Florenz.
Siena
Konkurrentinnen sind die beiden Städte immer noch, doch die Frage nach der
schöneren von beiden, oft gestellt, ist müßig. Florenz und Siena kann man nicht vergleichen. Besticht Florenz durch die Fülle von imposanten Einzelbauten, ist es in Siena das geschlossene Bild der mittelalterlichen Stadt, das den Besucher in seinen Bann zieht. Der Eindruck ist am stärksten, wenn man vom Torre de Mangia auf Siena hinabblickt, dem Wahrzeichen Sienas, dem fast geschmeidig wirkenden Turm des mittelalterlichen Rathauses. Dieser Palazzo publico gilt als schönstes gotisches Bauwerk der Toskana. Er steht an der Piazza del Campo. Auf diesem Platz, an dem die drei Hügel zusammentreffen, über die sich die Stadt hinzieht, fand jahrhunderte-lang das öffentliche Leben der Stadt statt. Christoph Wendt
c Informationen: Staatli-ches Italienisches Fremdenverkehrsamt Enit, Kaiserstraße 65, 60329 Frankfurt, Tel
0 69/23 74 30, Fax 23 28 94. N

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