ArchivDeutsches Ärzteblatt35-36/2020Akzeptanz der Übertragung ärztlicher Tätigkeiten an Medizinische Fachangestellte
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Hintergrund: Die Übertragung ärztlicher Tätigkeiten (ÜT) an Medizinische Fachangestellte (MFA) ist eine Option, um in Deutschland trotz des zunehmenden Ärztemangels eine adäquate Versorgung sicherzustellen. Ziel dieser Studie war es, die Akzeptanz der Bevölkerung gegenüber der Übertragung ärztlicher Tätigkeiten an MFA zu untersuchen.

Methode: Anhand eines deutschlandweiten, repräsentativen Telefonsurveys wurden 6 105 Personen ab 18 Jahren nach ihrer Bereitschaft befragt, sich in der Arztpraxis von einer speziell dafür ausgebildeten MFA versorgen zu lassen. Die Ergebnisse wurden bivariat (Χ²-Test, Mann-Whitney-U-Test) und multivariabel (logistische Regression) auf Zusammenhänge mit soziodemografischen Merkmalen überprüft.

Ergebnis: Bei einer kleineren Erkrankung wären 67,2 % der Befragten mit einer ÜT an MFA einverstanden, bei einer chronischen Erkrankung würden 51,8 % die ÜT an MFA akzeptieren. Eine ablehnende Haltung war insbesondere mit einem hohen Alter, dem Wohnsitz in der Region Westdeutschland und einer nichtdeutschen Staatsangehörigkeit assoziiert. Beispielsweise lehnten Nicht-Deutsche im Vergleich zu Deutschen sowohl bei einer kleineren Erkrankung (Odds Ratio [OR]: 2,96; 95-%-Konfidenzintervall: [2,28; 3,85]) als auch bei einer chronischen Erkrankung (OR: 1,61; [1,24; 2,10]) die ÜT an MFA häufiger ab.

Schlussfolgerung: Es sind weitere Studien nötig, in denen die Motive für die Ablehnung einer ÜT an MFA untersucht werden, um die Erfolgschancen einer deutschlandweiten Einführung eines einheitlichen Delegationsmodells abschätzen und dieses erfolgreich umsetzen zu können.

LNSLNS

Die Übertragung ärztlicher Tätigkeiten (ÜT) an nichtärztliches Personal aus verschiedenen anderen spezialisierten Berufsgruppen ist im angelsächsischen oder skandinavischen Raum gängige Praxis (1, 2). In Deutschland werden bisher lediglich eng definierte ärztliche Aufgaben überwiegend an Medizinische Fachangestellte (MFA) delegiert (eKasten) (3, 4). Obwohl das Konzept der Übertragung bestimmter ärztlicher Tätigkeiten bereits seit 1975 existiert (5), wurden Voraussetzungen und delegationsfähige Leistungen erst 2013 definiert (6). Die Delegation setzt die Aufsicht des weisungsbefugten Arztes voraus. Er hat eine Auswahl-, Anleitungs- und Überwachungspflicht (5). Die Verantwortung bleibt vollständig bei ihm.

Beispielkatalog allgemeiner delegierbarer ärztlicher Tätigkeiten
eKasten
Beispielkatalog allgemeiner delegierbarer ärztlicher Tätigkeiten

Die Übertragung ärztlicher Tätigkeiten an MFA gilt als eine praktikable Lösungsstrategie, um den Folgen des demografischen Wandels sowie des Ärztemangels insbesondere in ländlichen Regionen entgegenzuwirken. Es sollen damit Strukturen geschaffen werden, die es ermöglichen, die Versorgungsqualität beizubehalten und gleichzeitig die Ärzte zu entlasten (2, 7, 8).

In den letzten Jahren gab es in Deutschland verschiedene Weiterbildungsmodelle für MFA, die sie zu einer Übernahme von delegationsfähigen Tätigkeiten speziell qualifizieren und zur Ausübung spezifischer Tätigkeiten befähigen (7, 9). Bei der Evaluation dieser Projekte wurde die Sicht der beteiligten Ärzte, der MFA und der Patienten auf die angebotene Delegation untersucht (7, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 15, 16, 17, 18). Insgesamt zeigen die Ergebnisse eine hohe Akzeptanz aller Beteiligten (15, 18, 19). Über die Einstellung der Allgemeinbevölkerung, unabhängig von bereits gemachten Erfahrungen, ist dagegegen kaum etwas bekannt.

Für Deutschland liegen derzeit Ergebnisse aus zwei Befragungen vor: Die rein deskriptive Untersuchung von Höppner auf Grundlage einer bevölkerungsrepräsentativen Befragung aus 2007 zeigt, dass rund die Hälfte der Befragten bereit war, bei leichten Erkrankungen (beispielsweise bei Erkältungen, Magen-Darm-Problemen oder Kopfschmerzen) eine speziell weitergebildete Fachkraft anstelle des Arztes aufzusuchen (20). Daten eines bundesweiten Surveys der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) aus 2017 sprechen für eine größere Bereitschaft, sich bei kleineren Erkrankungen von einer MFA versorgen zu lassen, als bei chronischen Erkrankungen (21). In der KBV-Befragung wurde hierbei erstmals explizit erfragt, ob die ÜT an eine speziell geschulte MFA, ohne direkten Kontakt mit dem Arzt, akzeptiert werden würde. Bisher liegen die Ergebnisse des KBV-Surveys nur in deskriptiver Form und ohne Einbettung in die Studienlage vor (21). Inwieweit eine Ausweitung beziehungsweise flächendeckende Einführung von Delegationsmodellen in Deutschland erfolgreich wäre, kann erst durch nähere Erkenntnisse zur Akzeptanz der Bevölkerung gegenüber der ÜT abgeschätzt werden. Ziel der vorliegenden Arbeit war es, diesen Aspekt anhand der folgenden spezifischen Fragestellungen zu untersuchen:

  • Welche Bevölkerungsgruppen lehnen eine ÜT an MFA im Falle einer kleineren Erkrankung ab?
  • Welche Bevölkerungsgruppen lehnen eine ÜT an MFA im Falle einer chronischen Erkrankung ab?

Methode

Zur Beantwortung der Fragestellungen wurde die deutschsprachige Wohnbevölkerung ab einem Alter von 18 Jahren im Zeitraum vom 15. 5. bis 27. 6. 2017 telefonisch interviewt. Die gewichtete Stichprobe ist repräsentativ für diese Gruppe und umfasst 6 105 Personen (Tabelle 1). Für die ebenfalls befragte Gruppe der deutschsprachigen Personen mit einer nichtdeutschen Staatsangehörigkeit ist die Repräsentativität eingeschränkt (eMethodenteil). Die Studienteilnehmer wurden gefragt, ob sie bereit wären, sich zum einen bei einer kleineren und zum anderen bei einer chronischen Erkrankung in der Arztpraxis von einer speziell dafür ausgebildeten MFA versorgen zu lassen, auch ohne dass es dabei zu einem Arzt-Patienten-Kontakt kommt (eMethodenteil).

Soziodemografische Basisdaten
Tabelle 1
Soziodemografische Basisdaten

Ergebnisse

Bereitschaft für eine Versorgung durch MFA bei kleineren Erkrankungen

Zwei Drittel der Befragten (67,2 %; 95-%-Konfidenzintervall [66,02; 68,38]) wären bereit, sich von einer MFA bei kleineren Erkrankungen versorgen zu lassen, 27 % wären nicht einverstanden und 1,5 % gaben an, bereits Erfahrungen mit der Versorgung durch eine MFA gemacht zu haben (21). In den bivariaten Analysen waren die Geschlechtszugehörigkeit, das Alter, der Bildungsstand, der Erwerbsstatus, die Region, die Staatsangehörigkeit und der subjektive Gesundheitszustand signifikant mit der Bereitschaft für eine Versorgung durch eine MFA assoziiert (Grafik 1). So lehnten beispielsweise Personen ohne deutsche Staatsbürgerschaft (im Folgenden kurz „Nicht-Deutsche“ genannt) im Vergleich zu deutschen Staatsbürgern die ÜT nahezu doppelt so häufig ab. Ältere Befragte ab 65 Jahren waren im Vergleich zu den 18–34-Jährigen signifikant häufiger nicht bereit, die ÜT an MFA zu akzeptieren (Grafik 1).

Nicht bereit, sich bei kleineren Erkrankungen von einer Medizinischen Fachangestellten (MFA) versorgen zu lassen in % (Fehlerbalken zeigen 95-%-Konfidenzintervalle)
Grafik 1
Nicht bereit, sich bei kleineren Erkrankungen von einer Medizinischen Fachangestellten (MFA) versorgen zu lassen in % (Fehlerbalken zeigen 95-%-Konfidenzintervalle)

Multivariabel überprüft konnten folgende Zusammenhänge bestätigt werden: Nicht-Deutsche (Odds Ratio [OR]: 2,96; [2,28; 3,85]), über 65-Jährige (OR: 1,87; [1,37; 2,55]), Frauen (OR 1,53; [1,34; 1,74]), in Westdeutschland lebende (OR: 1,26; [1,07; 1,48]) und Personen mit einem subjektiv schlechten Gesundheitszustand (OR: 1,37; [1,16; 1,63]) lehnten die ÜT häufiger ab als Personen der jeweiligen Referenzgruppe, wie sie in Tabelle 2 definiert wird. Die bildungsspezifischen Zusammenhänge sowie die Assoziation mit dem Erwerbsstatus waren in den multivariablen Analysen nicht mehr vorhanden.

Multivariable Regressionen zur Ablehnung von ÜT an MFA (= nicht bereit, sich von einer MFA versorgen zu lassen)
Tabelle 2
Multivariable Regressionen zur Ablehnung von ÜT an MFA (= nicht bereit, sich von einer MFA versorgen zu lassen)

Bereitschaft für eine Versorgung durch MFA bei chronischen Erkrankungen

Bei einer chronischen Erkrankung wären 51,8 % [50,55; 53,05] der Befragten bereit und 38,7 % nicht bereit, einer ÜT an MFA zuzustimmen. Der Anteil der Befragten, die angaben, sich bereits bei ihrer chronischen Erkrankung von einer MFA versorgen zu lassen, lag bei 1,3 % (21). Die bivariate Betrachtung der soziodemografischen Charakteristika ergab, dass folgende Faktoren signifikant mit der Akzeptanz einer ÜT an MFA assoziiert waren (Grafik 2):

Nicht bereit, sich bei einer chronischen Erkrankung von einer Medizinischen Fachangestellte (MFA) versorgen zu lassen in % (Fehlerbalken zeigen 95-%-Konfidenzintervalle)
Grafik 2
Nicht bereit, sich bei einer chronischen Erkrankung von einer Medizinischen Fachangestellte (MFA) versorgen zu lassen in % (Fehlerbalken zeigen 95-%-Konfidenzintervalle)
  • Geschlechtszugehörigkeit
  • Alter
  • Bildungsabschluss
  • Erwerbsstatus
  • Region
  • Staatsangehörigkeit
  • subjektive Gesundheitszustand
  • chronische Erkrankung.

Ähnlich wie bei der Frage nach der ÜT bei kleineren Erkrankungen waren auch hier die Älteren kritischer als die Jüngeren, und Nicht-Deutsche lehnten die Ausübung ärztlicher Tätigkeiten durch eine MFA häufiger ab als Deutsche. Formal niedrig Gebildete (Haupt- oder Realschulabschluss) waren häufiger kritisch gegenüber einer ÜT an MFA eingestellt als formal höher Gebildete. Unter den Befragten, die bereits eine chronische Erkrankung hatten, fand sich häufiger eine ablehnende Haltung gegenüber der ÜT an MFA (Grafik 2). Der Zusammenhang zwischen der Akzeptanz einer ÜT an MFA und Alter, Staatsangehörigkeit, Region und Bildungsstatus blieb auch nach multivariabler Prüfung bestehen. Personen, die über 65 Jahre alt waren (OR: 1,64; [1,24; 2,18]), nichtdeutsche Befragte (OR: 1,61; [1,24; 2,10]), in Westdeutschland Lebende (OR: 1,21; [1,04; 1,40)]) und formal niedrig Gebildete (OR: 1,20; [1,04; 1,39]) lehnten die ÜT an MFA im Vergleich zur jeweiligen Referenzgruppe signifikant häufiger ab (Tabelle 2).

Diskussion

Die Ergebnisse zeigen eine überwiegend positive Sicht der Bevölkerung auf die ÜT an MFA. Zwei Drittel der Befragten würden sich bei kleineren und etwas mehr als die Hälfte bei chronischen Erkrankungen von einer MFA versorgen lassen, ohne dass es dabei zu einem Arzt-Patienten-Kontakt kommt. Diese Resultate lassen sich nur schwer mit internationalen Studien vergleichen, da sich das Versorgungs- und Ausbildungssystem in Deutschland stark von dem anderer Länder unterscheidet. Im angelsächsischen oder skandinavischen Raum beispielsweise ist schon seit Jahrzehnten eine starke Einbindung nichtärztlicher Gesundheitsberufe in der medizinischen Versorgung üblich (22, 23). In Deutschland wurden bisher – ausgenommen in der Studie von Höppner et al. (2008) (20) – nur Personen befragt, die einer ärztlichen Delegation bereits zugestimmt hatten (1, 14, 15, 18, 19, 24). Die Studien verdeutlichen, dass diese Patienten die Delegation überwiegend positiv bewerteten (1, 24).

Ein Vergleich der Studie von Höppner mit Daten aus 2007 und der vorliegenden Befragung aus 2017 zeigt, dass sich der Anteil der Befürworter einer ÜT an nichtmedizinisches Personal im Zeitverlauf von zehn Jahren deutlich erhöht hat. Während in der Studie von Höppner 51 % der Befragten bereit waren, bei kleineren Erkrankungen speziell weitergebildete MFA anstelle eines Arztes aufzusuchen, waren es in der vorliegenden Untersuchung bereits 67 %. Bei chronischen Erkrankungen hat sich der Anteil der Befürworter einer ÜT an MFA mehr als verdoppelt: 2007 konnten sich 20 % der Befragten die Versorgung durch speziell weitergebildete MFA im Falle einer chronischen Erkrankung vorstellen (20), im KBV-Survey von 2017 waren es bereits 52 %.

In der Studie von Höppner waren Männer gegenüber der ÜT an MFA kritischer eingestellt als Frauen, wohingegen im KBV-Survey mehr Frauen als Männer die ÜT ablehnten. Die Frage, ob sich diese Ergebnisse auf eine veränderte Einstellung zwischen den Geschlechtern oder auf methodische Differenzen (Telefonsurvey versus schriftliche Befragung; bi- und multivariable versus deskriptive Analysen) zurückführen lässt, kann an dieser Stelle nicht beantwortet werden. Eine frühere eigene Studie zu den am häufigsten hervorgebrachten Beschwerden von Patienten im deutschen Gesundheitssystem zeigt jedoch, dass Frauen verschiedene Aspekte der Gesundheitsversorgung kritischer bewerten als Männer. Anhand einer quantitativen Inhaltsanalyse wurden hier 13 505 Beschwerdebriefe untersucht, die im Zeitraum von 2004–2007 an die Patientenbeauftragte der Bundesregierung gerichtet worden waren. Die Resultate veranschaulichen, dass Frauen einzelne Bereiche der gesundheitlichen Versorgung, wie die Verordnung von medizinischen Leistungen oder die Beziehung zum Arzt, signifikant häufiger kritisieren als Männer (25). Analog der Studie Höppners waren auch in der vorliegenden Untersuchung formal niedrig gebildete Gruppen (Haupt- oder Realschulabschluss) gegenüber der ÜT an MFA kritischer eingestellt als formal höher gebildete Gruppen. Nach multivariabler Überprüfung lehnten formal niedrig Gebildete die ÜT an MFA jedoch nur noch im Fall einer chronischen Erkrankung signifikant häufiger ab als formal höher Gebildete. Die Akzeptanz einer ÜT an MFA im Fall einer kleineren Erkrankung war hingegen nicht mehr signifikant mit dem Bildungsstand assoziiert.

Die weiteren stratifizierten Auswertungen der vorliegenden Arbeit zeigen, dass insbesondere Nicht-Deutsche, in Westdeutschland lebende Menschen und über 65-Jährige signifikant häufiger die ÜT an MFA ablehnten im Vergleich zur jeweiligen Referenzgruppe. Mögliche Gründe hierfür könnten kultur- und altersabhängige Einstellungen und Präferenzen gegenüber der Arzt-Patienten-Beziehung sein. Verschiedene Studien aus Deutschland fanden eine eher paternalistisch geprägte Sichtweise zum Arzt-Patienten-Verhältnis bei Patienten mit türkischem Migrationshintergrund (26) und bei russischsprachigen Migranten (27, 28). Es ist plausibel, dass die ÜT an nichtärztliche Gesundheitsberufe umso kritischer gesehen wird, je stärker das Bild einer traditionell-paternalistischen Arzt-Patienten-Beziehung verinnerlicht ist. Die ablehnende Haltung Älterer gegenüber der ÜT an MFA deckt sich mit den Ergebnissen der Studie von Höppner (20). Auch hier ist als Grund eine eher paternalistisch geprägte Arzt-Patienten-Beziehung denkbar (29). Ein Erklärungsansatz für die positive Haltung der in Ostdeutschland lebenden Menschen wäre, dass es in der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (DDR) seit Anfang der 1950er Jahre Gemeindeschwestern gab, die weitgehend die Patientenversorgung in ländlichen Regionen sicherstellten und mithilfe des AGnES-Modellprojektes wieder 2005 eingeführt wurden (18, 30, 31). Menschen, die in der DDR lebten, sind demnach vermutlich mit der Delegation ärztlicher Tätigkeiten an MFA vertrauter und die allgemeine Akzeptanz der ÜT an MFA fiel bei ihnen in der vorliegenden Untersuchung daher höher aus.

Während in unserer Studie der Fokus auf die Haltung der Allgemeinbevölkerung zur ÜT gerichtet war, gibt es auch Studien aus Deutschland, die die Sicht der Allgemeinmediziner oder der MFA auf die Delegation untersucht haben. Hier zeigte sich ebenfalls eine überwiegend positive Einstellung der Befragten (32, 33, 34).

Erfahrungen aus anderen Ländern deuten auf einen globalen Trend weg von der Delegation einzelner Tätigkeiten hin zu mehr kooperativer Teamarbeit, der jedoch aufgrund traditioneller Rollenkonzepte, rechtlicher Rahmenbedingungen und der bestehenden Vergütungssysteme in Deutschland derzeit noch aufgehalten wird (35).

Hinsichtlich der Frage nach Wirkung und Evidenz von Delegationsmodellen in der primärärztlichen Versorgung weist ein systematisches Review auf positive Effekte in Bezug auf Patientenzufriedenheit sowie Hospitalisierungs- und Mortalitätsraten hin (36). Vor diesem Hintergrund sowie auf Basis unserer hier präsentierten Ergebnisse erscheint es vielversprechend, künftig die ÜT an MFA voranzutreiben. Denkbar wäre etwa ein bundesweit einheitliches Delegationsmodell zu entwickeln, das es erlaubt, die Behandlung von Patienten mit geringfügigeren Erkrankungen an MFA zu übertragen. Die Inhalte der Tätigkeiten könnten in einem interprofessionellen Workshop erarbeitet werden, wie er in der Studie von Egidi et al. vorgestellt wird. Hier entwickelten Ärzte und MFAs gemeinsam beispielhafte Behandlungspfade für vier Beratungsanlässe (grippaler Infekt, Magen-Darm-Infekt, Zeckenbiss, Wunsch nach Rezept), die zuvor bei einer Punktabfrage als „banal“ klassifiziert wurden (34).

Limitationen

Bei der KBV-Versichertenbefragung handelte es sich um eine Querschnittstudie, daher konnten designbedingt nur aktuelle Einstellungen ermittelt und keine tiefergehenden Motive beforscht werden.

Eine weitere Einschränkung ist, dass mithilfe dieser Studie lediglich die generelle Bereitschaft der Bevölkerung gegenüber der ÜT an MFA eruiert, aber nicht näher zwischen der Delegation und Substitution ärztlicher Leistungen differenziert wurde. Die Fragen erfassten lediglich, ob die Probanden ihre Zustimmung zur Versorgung durch eine MFA ohne weiteren Arzt-Patienten-Kontakt geben würden. Es wurde nicht geklärt, ob die MFA den Arzt konsultieren, das heißt auf seine Weisung handeln, und der Arzt die Aufsicht und Verantwortung behalten würde. Es bleibt deshalb unklar, ob sich die Zustimmung der Befragten zur Versorgung durch eine MFA nur auf den Fall bezieht, dass die letztendliche Aufsicht und Verantwortung dem Arzt obliegt (Delegation) oder auch darauf, dass die MFA selbstständig, ohne Aufsicht und in eigener Verantwortung Patienten behandelt (Substitution) (5). Zur Klärung diese Frage sind weitere Studien erforderlich.

Die Erhebung wurde telefonisch und grundsätzlich nur mit Personen durchgeführt, die über einen Festnetzanschluss verfügen (21, 37). Damit wurden eher ältere als jüngere Personen erreicht (38). Zudem geht eine telefonische Befragung mit einem hohen Grad an Standardisierung einher. Es wurde beispielsweise nicht definiert, was unter „kleineren Erkrankungen“ zu verstehen ist oder welche Tätigkeiten von speziell dafür ausgebildeten MFA bei kleineren oder chronischen Erkrankungen in der Arztpraxis ohne Arzt-Patienten-Kontakt übernommen werden würden.

Eine weitere Limitation besteht darin, dass für die Teilnahme an der KBV-Befragung genügend Deutschkenntnisse erforderlich waren, sodass die Einstellung zur ÜT an MFA von Nicht-Deutschen ohne Deutschkenntnisse unklar bleibt. Da die vorliegenden Ergebnisse zeigen, dass vor allem Nicht-Deutsche einer ÜT an MFA kritisch gegenüberstehen, wäre es empfehlenswert, die Erhebungsinstrumente der KBV-Surveys künftig mehrsprachig und migrationssensibel zu gestalten.

In der vorliegenden Studie war es möglich, regionale Analysen anhand der Gemeindegröße und der Ost-West-Zugehörigkeit durchzuführen. Für künftige Studien wäre die Verknüpfung der Daten mit strukturellen Kennzahlen, beispielsweise zur Beschäftigungs- oder Arbeitslosenquote, zu überdenken, um einen regionalen Index generieren (39, 40) und somit noch aussagekräftigere regionale Ergebnisse erzielen zu können.

Resümee

In der Bevölkerung besteht eine hohe Bereitschaft, einer ÜT an andere nichtärztliche Berufsgruppen zuzustimmen und sich beispielsweise von MFA versorgen zu lassen. Vor diesem Hintergrund erscheint es lohnenswert, ein bundesweit einheitliches Delegationsmodell zu entwickeln, das es erlaubt, die Behandlung von Patienten mit geringfügigeren Erkrankungen, wie zum Beispiel Erkältungskrankheiten, an MFA zu übertragen. Ein solches Modell könnte hinsichtlich Machbarkeit, Akzeptanz und Outcome in einer Pilotstudie getestet werden. Dabei empfiehlt es sich, die Resultate der vorliegenden Studie zu berücksichtigen.

Insbesondere die Gründe für die ablehnende Haltung gegenüber der ÜT an MFA von älteren Befragten, Nicht-Deutschen sowie formal niedrig Gebildeten sollten weiter erforscht werden, sodass diese Erkenntnisse in die Aus- und Weiterbildung des Gesundheitspersonals einfließen können.

Finanzierung
Die Arbeit ist Teil des Projekts NAVICARE, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Förderschwerpunkts Strukturaufbau in der Versorgungsforschung (Förderkennzeichen 01GY1601) gefördert wird.

Interessenkonflikt
Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 24. 9. 2019, revidierte Fassung angenommen: 18. 2. 2020

Anschrift für die Verfasser
PD Dr. rer. medic. Susanne Schnitzer

Institut für Medizinische Soziologie und Rehabilitationswissenschaft
Charité-Universitätsmedizin Berlin CC1
Virchowweg 22, 10117 Berlin

Zitierweise
Jedro C, Holmberg C, Tille F, et al.: The acceptability of task-shifting from doctors to allied health professionals—results from a representative telephone survey of members of the National Association of Statutory Health Insurance Physicians. 117: 583–90.
DOI: 10.3238/arztebl.2020.0583

►Die englische Version des Artikels ist online abrufbar unter:
www.aerzteblatt-international.de

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Medizinische Hochschule Brandenburg Theodor Fontane, Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie, Brandenburg an der Havel: Prof. Dr. phil. Christine Holmberg
Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Berlin: Dr. rer. medic. Florian Tille
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft, Forschergruppe Molekulare Epidemiologie, Berlin: B.Sc. Jonas Widmann
Charité – Universitätsmedizin Berlin, Institut für Biometrie, Berlin: Dipl.-Biomath. Alice Schneider
Charité – Universitätsmedizin Berlin, Institut für Allgemeinmedizin, Berlin: MPH Judith Stumm, Dr. med. Susanne Döpfmer
Nicht bereit, sich bei kleineren Erkrankungen von einer Medizinischen Fachangestellten (MFA) versorgen zu lassen in % (Fehlerbalken zeigen 95-%-Konfidenzintervalle)
Grafik 1
Nicht bereit, sich bei kleineren Erkrankungen von einer Medizinischen Fachangestellten (MFA) versorgen zu lassen in % (Fehlerbalken zeigen 95-%-Konfidenzintervalle)
Nicht bereit, sich bei einer chronischen Erkrankung von einer Medizinischen Fachangestellte (MFA) versorgen zu lassen in % (Fehlerbalken zeigen 95-%-Konfidenzintervalle)
Grafik 2
Nicht bereit, sich bei einer chronischen Erkrankung von einer Medizinischen Fachangestellte (MFA) versorgen zu lassen in % (Fehlerbalken zeigen 95-%-Konfidenzintervalle)
Soziodemografische Basisdaten
Tabelle 1
Soziodemografische Basisdaten
Multivariable Regressionen zur Ablehnung von ÜT an MFA (= nicht bereit, sich von einer MFA versorgen zu lassen)
Tabelle 2
Multivariable Regressionen zur Ablehnung von ÜT an MFA (= nicht bereit, sich von einer MFA versorgen zu lassen)
Beispielkatalog allgemeiner delegierbarer ärztlicher Tätigkeiten
eKasten
Beispielkatalog allgemeiner delegierbarer ärztlicher Tätigkeiten
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