ArchivDeutsches Ärzteblatt35-36/2020Norbert Jachertz: Der Pluralität verpflichtet

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Norbert Jachertz: Der Pluralität verpflichtet

Gerst, Thomas

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Norbert Jachertz, Foto: Eberhard Hahne
Norbert Jachertz, Foto: Eberhard Hahne

Er war (und ist) stets offen für Neues, loyal gegenüber Bundesärztekammer und Kassenärztlicher Bundesvereinigung, den Herausgebern des Deutschen Ärzteblattes (DÄ), gleichzeitig beharrlich im Bemühen, in „seinem“ Ärzteblatt die Pluralität ärztlichen Handelns und Denkens darzustellen. Norbert Jachertz, DÄ-Chefredakteur von 1991 bis 2004, wurde am 9. August 80 Jahre alt.

Bereits unter seinem Vorgänger Ernst Roemer hatte sich der studierte Volkswirt um die deutsche Ärzteschaft verdient gemacht: Eine von ihm mitinitiierte Artikelserie im DÄ zur Rolle der Ärzteschaft in der NS-Zeit räumte 1989 mit dem Mythos auf, nur wenige verbrecherische Ärzte hätten sich schuldig gemacht. Als Chefredakteur moderierte er mit zunehmendem Selbstvertrauen den Wandel zu einer Zeitschrift, die auch außerhalb der „Selbstverwaltungs-Szene“ mit Interesse wahrgenommen wurde. Das stieß nicht immer auf ungeteilte Freude bei den Herausgebern; Jachertz lotete die Grenzen aus, wusste aber, wann es besser war, sich zurückzunehmen. Loyal auch gegenüber der Redaktion respektierte er deren Wunsch, zunächst nicht von Köln nach Berlin umzuziehen, und pendelte fortan selber wöchentlich in die Berliner DÄ-Dependance.

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Dass er als Chefredakteur kaum noch Gelegenheit fand, längere Beiträge fürs Deutsche Ärzteblatt zu verfassen, empfand er als Verlust. Doch die Lust am Schreiben und das Geschick dazu blieben ihm erhalten. Das zeigt beispielhaft seine nach dem Ausscheiden als Chefredakteur veröffentlichte Artikelserie „Literarische Orte“. Thomas Gerst

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