ArchivDeutsches Ärzteblatt35-36/2020COVID-19 in Afrika: Unterschiedliche Antworten auf die Pandemie

MEDIZINREPORT

COVID-19 in Afrika: Unterschiedliche Antworten auf die Pandemie

Zylka-Menhorn, Vera

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Von reinen Abstandsempfehlungen, wochenlangen „Lockdowns“ und Kräutertee bis hin zu Tracing Apps und Drohnen setzen die afrikanischen Regierungen auf höchst unterschiedliche Strategien, um der SARS-CoV-2-Infektionswelle auf dem großen Kontinent Herr zu werden.

Betreuung von COVID-19-Patienten in Südafrika: „Der Mangel an Sauerstoff ist unser größtes Problem“, räumt Ge­sund­heits­mi­nis­ter Zweli Mkhize ein. In den großen Krankenhäusern der Ballungszentren gehen die Vorräte zur Neige, weil die Zulieferer mit der Produktion nicht nachkommen, aber auch wegen horrender Preissteigerungen. In Distriktspitälern gibt es gar keine Sauerstoffinstallationen zur Beatmung. Foto: picture alliance AP/Jerome Delay
Betreuung von COVID-19-Patienten in Südafrika: „Der Mangel an Sauerstoff ist unser größtes Problem“, räumt Ge­sund­heits­mi­nis­ter Zweli Mkhize ein. In den großen Krankenhäusern der Ballungszentren gehen die Vorräte zur Neige, weil die Zulieferer mit der Produktion nicht nachkommen, aber auch wegen horrender Preissteigerungen. In Distriktspitälern gibt es gar keine Sauerstoffinstallationen zur Beatmung. Foto: picture alliance AP/Jerome Delay

Der 14. Februar markiert die erste SARS-CoV-2-Infektion auf dem afrikanischen Kontinent. Erkrankt war ein chinesischer Staatsbürger in Ägypten. Der zweite Fall wird am 25. Februar in Algerien bekannt gegeben (1). Zu diesem Zeitpunkt waren die Infektionszahlen in Asien und Teilen Europas bereits in die Höhe geschnellt und „wirbelten“ die Gesundheitssysteme auf. Doch nun wendet sich das Blatt auf dem Kontinent mit einer Gesamtbevölkerung von 1,2 Milliarden Menschen. „Die COVID-19-Pandemie nimmt in Afrika deutlich an Fahrt auf, wenn auch regional unterschiedlich“, sagte Dr. Matshidiso Moeti, Regionaldirektorin der WHO für Afrika bei einer virtuellen Pressekonferenz (2).

Das Ausmaß der Zunahme bestätigter SARS-CoV-2-Infektionen verdeutlicht der Vergleich der Statistiken vom 11. Juli (rund 580 000) und vom 5. August, als die 55 Staaten der African Union (Tansania, siehe Kasten) die Marke von einer Million überschritten. Zu Redaktionsschluss (25. August) waren 1 195 297 Infektionen und 27 984 Todesfälle gemeldet worden (1, 3). Spitzenreiter sind Südafrika (609 773), Nigeria (52 227), Ghana (43 505), Algerien (41 460) und Äthiopien (40 671). Damit entfällt auf Südafrika rund die Hälfte aller Fälle des Kontinents und 75 % auf nur 4 Länder (4).

Im Vergleich zu anderen Regionen der Welt liegen die Infektionszahlen in Afrika auf einem niedrigen Niveau: Dort leben zwar mehr als 16 % der Weltbevölkerung, aber weniger als 5 % der SARS-CoV-2-Infizierten. Seit Anfang August zeigt die epidemiologische Kurve sogar einen Abwärtstrend bei den Neuinfektionen. „Dieser Trend muss jedoch mit großer Vorsicht zur Kenntnis genommen werden“, meint die WHO. „Der Kontinent ist an einem entscheidenden Punkt, da die Pandemie in mehreren Hotspot-Ländern zunimmt. Das Virus hat die Großstädte verlassen und breitet sich im Hinterland aus“, so Moeti.

Alle offiziellen Statistiken bilden jedoch nur die Spitze des Eisbergs: Denn in den meisten Ländern wird kaum auf SARS-CoV-2 getestet. Beispielsweise wurden in Nigeria seit Pandemiebeginn bis Mitte August insgesamt etwa 350 000 Tests vorgenommen – in Deutschland sind es allein 875 000 pro Woche (KW 34). „Die Unterberichterstattung ist eine Herausforderung“, so Moeti (2). Zudem werden viele Todesfälle gar nicht mit COVID-19 in Verbindung gebracht, weil auch in „normalen“ Zeiten viele Menschen sterben – zum Beispiel an anderen Infektionskrankheiten.

Erschwerend kommt hinzu, dass Afrika unabhängig von der COVID-19-Pandemie mit unterschiedlichen Krisen zu kämpfen hat: Ausbrüche von Cholera, Gelbfieber und Malaria, extreme Regenfälle in Ostafrika gefolgt von Heuschreckenplage, Nahrungsmittelknappheit, politische Unruhen, massive Korruption und marode Gesundheitssysteme. Und selbst in Regionen, wo es diesbezüglich ermutigende Verbesserungen gab, macht das Coronavirus vieles wieder zunichte: Es gibt massive Rückschlage bei den Impfprogrammen sowie bei der Prävention und Behandlung von Malaria und HIV.

Anfangs ging die WHO davon aus, dass sich SARS-CoV-2 in Afrika langsamer ausbreiten werde als in anderen Teilen der Welt. Insgesamt aber gehen die Prognosen zum weiteren Verlauf auseinander: Die einen glauben, dass Afrikas Erfahrung in der Seuchenbekämpfung, das tropische Klima und die junge Bevölkerung (COVID-19-Erkrankte sind im Schnitt jünger und die Sterblichkeitsrate dadurch niedriger) die Ausbreitung eindämmen werden. Andere meinen, dass dem Kontinent die größte humanitäre Katastrophe der Geschichte mit Millionen COVID-19-Toten bevorstehe. Seine dreifache Bedrohung für Gesundheit, Bildung und Lebensunterhalt mache die Entwicklungsfortschritte der letzten Jahrzehnte zunichte. Die wirtschaftlichen Folgen seien desaströs, sodass die Gefahr sozialer Unruhen wachse.

Afrikanische Lösungsansätze

Dabei sah anfangs alles nach einem beherzten Start aus: Afrikanische Staaten aktivierten frühzeitig ihre etablierten Strukturen gegen Seuchenausbrüche wie Ebola, Lassa-Fieber, Polio, Masern und HIV und stellten sie auf COVID-19 um. Auf Internet-Plattformen tauschten Ärzte und Behörden kontinentweit Informationen aus. Zudem erließen viele Staaten bereits im März Ausgangssperren, schlossen Schulen, Flughäfen und Grenzen und verboten Versammlungen (5). Maßnahmen die von der Bevölkerung akzeptiert werden. Denn laut Ärzte ohne Grenzen (6) sind für viele Gemeinschaften „Präventivmaßnahmen wie Abstand halten und Isolation nichts Neues. Regelmäßige Ausbrüche des Lassa-Fiebers und nicht zuletzt die Ebola-Epidemie von 2014/2015 haben das Verhalten vieler Menschen verändert.“

Einen der härtesten Lockdowns weltweit verhängte Südafrika, auch wurde der Verkauf von Alkohol und Zigaretten sowie das Joggen verboten. Und Uganda schloss noch vor Bestätigung des ersten COVID-Falls seine Schulen. Zu dieser Zeit meldeten die 55 Staaten der Afrikanischen Union gerade mal 100 Infektionen. So hoffte man, das Virus stoppen zu können. Doch in vielen Ländern steigen die Zahlen in beängstigender Geschwindigkeit. 7 Staaten südlich der Sahara, die begonnen hatten, ihre Lockdowns zu lockern, verzeichneten innerhalb von 2 Wochen einen 20%igen Anstieg an Infektionen. Die Republik Kongo und Marokko mussten aufgrund der Zunahme wieder regionale Beschränkungen einführen.

Doch es gibt auch positive Trends: Seit Anfang August haben 19 Länder einen Rückgang an COVID-19-Fällen gemeldet. Diese Entwicklung möchte die WHO jedoch „mit Vorsicht“ interpretiert sehen, da viele Faktoren den Abschwung erklären könnten, wie Schwankungen der Testkapazitäten oder Meldeverzögerungen.

Mangelnde Testkapazitäten

Ein Nadelöhr für reale epidmiologische Erhebungen – und die daraus abzuleitenden Maßnahmen – sind die nach wie vor mangelnden Testkapazitäten auf SARS-CoV-2. Nach Angaben der Africa CDC verbessert sich die Situation langsam, so dass inzwischen mehr als 10 Millionen Tests erfolgt sind (20. August), die meisten davon in Südafrika. Bezogen auf die Gesamtbevölkerung des Kontinents sind das allerdings nicht einmal 1 % .

Nigeria tue viel, um die Testsituation zu verbessern, meint Adaeze Oreh vom dortigen Ge­sund­heits­mi­nis­terium. Hatte das westafrikanische Land mit seinen knapp 200 Millionen Einwohnern anfangs nur 2 spezialisierte Labore, sind es nun 33. Andere afrikanische Länder stellten Testsysteme für HIV und Tuberkulose auf SARS-CoV-2 um und führen nun 3 000–5 000 Tests pro Tag durch. Im ländlichen Raum fehlen solche Kapazitäten. Dort setzen viele Staaten Afrikas auf die starken Gemeindestrukturen in den Dörfern. Geschulte Mitarbeiter sollen bei den Menschen in ihrem Umfeld COVID-19-Symptome erkennen. Erkrankte werden dann zu Hause isoliert oder sie gehen in ein dorfeigenes Quarantänezentrum.

Tracing Apps, Roboter, Drohnen

Als entscheidendes Kommunikationsinstrument über vorbeugende Maßnahmen oder für telemedizinische Konsultationen wird das Internet angesehen. „Aber geschätzte 3,6 Milliarden Menschen weltweit sind nicht mit dem Internet verbunden, darunter 900 Millionen in Afrika“, sagt Ambroise Fayolle, Vizepräsident der Europäischen Investmentbank (EIB). Andererseits sei der Kontinent „Pionier bei mobilen Zahlungsdiensten“. Die hohe Nutzungsrate von Mobiltelefonen nutze man nun für Maßnahmen, die Ausbreitung von SARS-CoV-2 zu verlangsamen (7). Einige afrikanische Start-ups haben bereits kreative Lösungen für ihre lokalen Bedürfnisse entwickelt wie digitale Verfahren, die einfach zu implementieren und erschwinglich sind.

  • In Kenia hat das Innovationszentrum FabLab eine Anwendung namens Msafari entwickelt, die Personen im öffentlichen Verkehr verfolgen können.
  • Marokko hat im Juni ein COVID-19-Tracking-System per Mobiltelefon namens Wiqaytna7 gestartet, das GPS- und Bluetooth-Technologie verwendet. Die Anwendung wurde bereits mehr als 1 Million Mal herunterladen.
  • Auch Ruanda und Uganda verfügen über eine Tracing-App.
  • In Tunesien hat Enova Robotics (https://enovarobotics.eu/) einen ferngesteuerten Roboter entwickelt, der seit März in Tunis in Umlauf ist. Ausgestattet mit Kamera und Lautsprecher kann er Sicherheitsanweisungen senden, die Gültigkeit von Zutrittsberechtigungen überprüfen und die Einhaltung von Sperrungen sicherstellen.
  • Schüler der Dakar Polytechnic School im Senegal haben einen multifunktionalen Roboter gebaut, um das Risiko einer COVID-19-Kontamination von Patienten auf Pflegekräfte zu senken. Das Gerät ist mit Kameras ausgestattet und wird über eine App ferngesteuert, um bei Patienten unter Quarantäne Temperaturen zu messen und Medikamente sowie Lebensmittel zu liefern.
  • Die Elfenbeinküste, Ghana und Ruanda setzen Drohnen ein, um Gesundheitsinformationen in ländlichen Gebieten zu verbreiten und Proben an medizinische Laboratorien zu übermitteln.
  • In Ghana haben zwei Brüder ein solarbetriebenes Handwaschbecken entworfen. Sobald die Hände mit einem Sensor in Kontakt kommen, wird für 25 Sekunden automatisch Seifenwasser freigesetzt, so wie es die WHO empfiehlt (8).
  • Ein Kenianer hat in Eigenbau Desinfektionsgerät für Geldscheine aus Holz gebaut – mit Motor, Gummiband und Zahnrädern, mit denen die Noten durch die Maschine laufen und desinfiziert werden (8).
  • Das südafrikanische Ministerium für Wissenschaft und Innovation (DSI) hat als Reaktion auf COVID-19 Wasserstoff-Brennstoffzellensysteme vorgestellt, die in Hospitälern als primäre Stromquelle genutzt werden sollen (9).
Extrakte von Artemisia annua. 10 % der Weltproduktion dieser in Afrika beliebten Heilpflanze wächst auf Madagaskar. Für den Präsidenten des Inselstaates ist klar: „COVID-Organics“ ist die Lösung der COVIDKrise, Afrikas Geschenk an die Welt. Foto: Kerry Gilmore/Max Planck Institut
Extrakte von Artemisia annua. 10 % der Weltproduktion dieser in Afrika beliebten Heilpflanze wächst auf Madagaskar. Für den Präsidenten des Inselstaates ist klar: „COVID-Organics“ ist die Lösung der COVIDKrise, Afrikas Geschenk an die Welt. Foto: Kerry Gilmore/Max Planck Institut

Schnelltest und Kräutertee

  • Am Institut Pasteur in Senegals Hauptstadt Dakar wird an einem Corona-Schnelltest geforscht, der für nur 1 US-Dollar auf den afrikanischen Markt kommen soll. Basis des Tests ist die 2018 gegründete Plattform Diatropix des Institutes, die auch für Tests auf Ebola, Masern und Gelbfieber verwendet wird. Beteiligt ist das britische Biotechunternehmen Mologic (10).
  • Ein Ingenieurstudent aus Nigeria hat für COVID-19-Patienten ein tragbares automatisches Beatmungsgerät entwickelt (9).
  • Aus Madagaskar stammt das Kräutergetränk „COVID Organics“ – auf das die WHO zwar verhalten reagierte, bei mehreren afrikanischen Staatschefs aber auf reges Interesse stieß. In Asien, Afrika und Südamerika werden pflanzliche Extrakte Artemisia annua (einjähriger Beifuß) schon lange zur Behandlung von Infektionskrankheiten eingesetzt. Artemisinin ist die Grundlage der Anti-Malaria-Kombinationstherapie, mit der jedes Jahr Millionen von Erwachsenen und Kindern behandelt werden. Klinische Studien, die die Wirksamkeit von Artemisinin, pflanzlicher Extrakte oder Tees von Artemisia annua gegen das SARS-CoV-2-Virus belegen, gibt es aktuell nicht.

Chemiker am Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung in Potsdam haben in enger Zusammenarbeit mit Virologen der Freien Universität Berlin in Laborstudien gezeigt, dass wässrige und ethanolische Extrakte von speziell gezüchteten Beifusspflanzen (A. annua) gegen das neue Coronavirus wirksam sind (11). An der University of Kentucky beginnen nun klinische Studien, um die Wirksamkeit von Tees und Kaffee, die A. annua enthalten, sowie des Anti-Malaria-Medikaments Artesunat getestet wird. Die Vorteile dieser Wirkstoffe und Kombinationen: Sie weisen ein ausgezeichnetes Sicherheitsprofil auf, sind leicht verfügbar und relativ kostengünstig.

Die Beliebtheit traditioneller Heilmittel unter der afrikanischen Bevölkerung hat die WHO und das Africa CDC dazu veranlasst, einen 25-köpfigen Expertenrat zu gründen, der die Forschung und Entwicklung dieser Therapien gegen COVID-19 fördern soll (12).

Medizinisches Personal

Die Zunahme an COVID-19-Fällen in Afrika belastet nicht nur die Zivilbevölkerung, sondern auch die Gesundheitsdienste in erheblichem Maße. Ende Juli haben 41 afrikanische Länder 14 000 Infektionen unter den Beschäftigten im Gesundheitswesen gemeldet, die meisten davon Krankenschwestern. 16 Länder verzeichneten sogar einen 25%igen Anstieg gegenüber den vorangegangenen 14 Tagen (1). Aufgrund fehlender Surveillance-Programme müsse jedoch von einer deutlich höheren Dunkelziffer ausgegangen werden, so WHO-Regionaldirektorin Moeti (13). Denn es mangele an Schutzausrüstungen und Maßnahmen zur Infektionsprävention und -kontrolle. Nach einer Untersuchung der WHO entsprachen gerade einmal 16 % von 30 000 untersuchten Krankenhäuser „in etwa“ den Hygienevorgaben für eine Pandmie: Das heißt sie erreichten 75 % des Solls. Nur 7,8 % der Einrichtungen (2 213) verfügen über Isolationskapazitäten.

Laut der in Ghana ansässigen Hebamme Dr. Jemima A. Dennis-Antwi haben sich von 2 000 betroffenen Krankenschwestern und Hebammen 410 zweifelsfrei im Dienst infiziert. Aufgrund eines Mangels an Schutzausrüstungen und Tests verweigere das Personal vielfach, sich um Patienten zu kümmern und drohe mit Streik. Aber es gehe nicht nur um Materialien, sondern auch um Grundbedürfnisse. „Gesundheitseinrichtungen sollten Mahlzeiten für ihre Schichtarbeiter bereitstellen, damit sie nicht gezwungen sind das Gelände zu verlassen, um nach Nahrung zu suchen“, so Dennis-Antwi (13).

Doch es gibt auch positive Entwicklungen (14): Konzertierte Bemühungen der WHO und ihrer Partner durch die Bereitstellung von Masken, Schutzbrillen, Handschuhe, Testkits etc. haben in einigen afrikanischen Ländern dazu geführt, Infektionsraten des Gesundheitspersonals zu reduzieren. Die Elfenbeinküste beispielsweise von 6,1 % auf 1,4 % und Sierra Leone von 16 % auf 9 %. Eine weitere Verbesserung erhofft sich der Ge­sund­heits­mi­nis­ter von Sierra Leone von einer Gesundheitsversicherung, die am 28. Juli für das medizinische Personal des Landes implementiert worden ist. „Das wirkt beruhigend und gibt zumindest finanzielle Sicherheit“, so Alpha T. Wurie bei der virtuellen Pressekonferenz.

Zudem würde das Gesundheitspersonal alle 3–4 Monate auf SARS-CoV-2 getestet – allerdings nur auf freiwilliger Basis. „Und das ist ein Problem“, so Wurie. Nicht wenige verzichteten darauf wegen Angst vor Stigmatisierung innerhalb der Familie oder Gemeinde im Fall eines positiven Befundes (14).

Kollateralschäden der Pandemie

Angesichts von COVID-19 stehen auf dem gesamten afrikanischen Kontinent viele wichtige Gesundheitsdienste vor großen Herausforderungen – von Impfprogrammen über die Schwangerschaftsvorsorge bis hin zu HIV- und Tuberkulose-Diensten (14). Derzeit grassiert beispielsweise eine der größten Masern-Epidemien in der Demokratischen Republik Kongo. „Seit Januar 2020 wurden bereits mehr als 50 000 Masern-Infektionen und 600 Todesfälle offiziell bestätigt“, so Emmanuel Lampaert, Projektkoordinator von Ärzte ohne Grenzen (15). Die WHO geht davon aus, dass im ersten Quartal 2020 bereits 1,5 Millionen mehr afrikanische Kinder im Vergleich zum Vorjahreszeitraum die erste Masernimpfstoffdosis verpasst haben.

„Das unnötige Leiden und Sterben, wenn Kinder keine Routineimpfungen bekommen, könnte weitaus größer sein als COVID-19“, sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus (16). Grund für die Sorge ist eine Untersuchung von WHO und Unicef. Demnach wurden weltweit 30 Impfkampagnen abgesagt, mehr als 60 Länder meldeten Nachschubprobleme wegen unterbrochener Lieferketten. Und Unicef-Chefin Henrietta Fore fügte hinzu: „Wir können nicht eine Gesundheitskrise gegen eine andere tauschen.“

Die Ergebnisse einer Modellstudie legen nahe, dass die Fortsetzung der üblichen Impfprogramme in Afrika 702 000 Todesfälle bei Kindern vom Zeitpunkt der Immunisierung bis zum Erreichen des fünften Lebensjahres verhindern könnte (17). Trotz aller COVID-19-Herausforderungen hat Äthiopien nun fast 14,4 Millionen Kinder im Alter von 9–59 Monaten gegen Masern geimpft. Das entspricht einer Abdeckung von 96 % (18).

Wiedereröffnung von Schulen

Auch in Afrika laufen Diskussionen über Art und Ausmaß öffentlicher Gesundheitsmaßnahmen wie Kontaktbeschränkungen und Schulschließungen, die gegen damit verbundene soziale und wirtschaftliche Auswirkungen abzuwägen sind. Eine radikale Entscheidung hat Kenia getroffen: Das afrikanische Land hat den Unterricht seiner mehr als 12 Millionen Schulkinder für 2020 schlichtweg als beendet erklärt. Für Mohamed Malick Fall, Unicef-Regionaldirektor für das östliche und südliche Afrika, ist diese Entscheidung aus vielerlei Gründen verhängnisvoll. So habe man die Erfahrung gemacht, dass nach den Ebola-Lockdowns 20 % der Schüler überhaupt nicht mehr zum Unterricht zurückgekehrt sind (19).

Während der COVID-Pandemie hätten zeitweise 140 Millionen Kinder keine Schule besucht. „Wir befinden uns in einer Bildungskrise“, so Fall. Außerdem bekämen 14 Millionen Kinder in der Schule die einzige Mahlzeit des Tages, diese Nahrung fehle nun. Und wie in anderen Teilen der Welt steige mit Dauer der Pandemie – und den prekärer werdenden Verhältnissen – die Gefahr von Kindesmisshandlungen und Gewalt innerhalb der Familien. Obwohl Unicef die Wiederöffnung der Schulen grundsätzlich befürwortet, ist sich die Organisation der logistischen Probleme von Social Distancing, Hygienemaßnahmen etc. bewusst. Beispielsweise hätten 295 Millionen Kinder aus Ländern südlich der Sahara in den Schulen weder Wasser noch Seife zum Händewaschen (20).

In diesem Artikel wurden zahlreiche Schwächen Afrikas im Umgang mit der COVID-19-Pandemie aufgezeigt, aber bewusst auch ein Fokus auf Lichtblicke, Fortschritte und pragmatische Lösungen gelegt. „Afrika hat mit einzigartigen Schwierigkeiten zu kämpfen, es verfügt aber auch über einzigartige Stärken. Dort gibt es viele nationale Erfolge und effektive regionale Antworten. Zukünftige Maßnahmen müssen von Afrika aus geleitet werden – und der Rest der Welt sollte zuschauen, was man davon lernen kann“, heißt es im Lancet (21).

So gilt der 25. August als „historisch für Afrika“. Denn an diesem Tag wurde der Wildtyp des Poliovirus in allen 47 Ländern der WHO-Afrika-Region für ausgerottet erklärt. Der Erfolg des Programms geht über Polio hinaus. Bereits jetzt werden Personal, Infrastruktur und Expertise für den Kampf gegen das Coronavirus eingesetzt (22).

Dr. med. Vera Zylka-Menhorn

Literatur im Internet:
www.aerzteblatt.de/lit3520
oder über QR-Code.

Tansania angeblich „virusfrei“

Tansania meldete am 17. März den ersten Infektionsfall, importiert von einer aus Belgien eingereisten Person. Premierminister Kassim Majaliwa untersagte den Flugverkehr mit dem Ausland, ließ die Bildungseinrichtungen schließen und erließ ein 30-tägiges Verbot öffentlicher Versammlungen. Seit dem 29. April hat die tansanische Regierung keine Corona-Zahlen mehr veröffentlicht. Zu diesem Zeitpunkt sollen 509 Menschen infiziert und 21 gestorben sein.

Am 3. Mai hatte Staatspräsident John Magufuli die letzten SARS-CoV-2-Testergebnisse infrage gestellt und von Sabotage gesprochen. Seitdem dringen allenfalls Sachstandsmeldungen aus einigen Krankenhäusern nach Extern. Am 20. Juli schließlich hat Magufuli Tansania für „coronafrei“ erklärt („Gott hat unsere Gebete erhört“). Daher, so Magufuli, sei nun auch das Tragen von Schutzmasken überflüssig (3).

1.
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13.WHO Africa: Over 10 000 health workers in Africa infected with COVID-19. Pressebriefing am 23. Juli 2020. https://www.afro.who.int/news/over-10-000-health-workers-africa-infected-covid-19 (last accessed on 24 August 2020).
14.Nature Editorial: How to stop COVID-19 fuelling a resurgence of AIDS, malaria and tuberculosis. Nature (12. August) 2020; 584: 169. doi: 10.1038/d41586-020-02334-0 CrossRef MEDLINE
15.Ärzte ohne Grenzen: Stiller Tod in Zeiten von COVID-19. Masern-Epidemien in Zentralafrika. https://www.aerzte-ohne-grenzen.de/zentralafrika-masern-epidemie (last accessed on 24 August 2020).
16.United Nations, UN News: Pandemic putting immunization gains at risk, UN agencies warn. https://news.un.org/en/story/2020/07/1068381 (last accessed on 24 August 2020).
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18.WHO Ethiopia: Ethiopia vaccinates nearly 15 million children against measles despite COVID-19 challenges. 27. Juli 2020. https://www.afro.who.int/news/ethiopia-vaccinates-nearly-15-million-children-against-measles-despite-covid-19-challenges (last accessed on 24 August 2020).
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20.Unicef: Zwei von fünf Schulen hatten vor COVID-19 keine Möglichkeit zum sicheren Händewaschen. https://www.unicef.de/informieren/aktuelles/presse/2020/report-schulen-haendewaschen-covid-19/223496 (last accessed on 24 August 2020).
21.The Lancet Editorial: COVID-19 in Africa: COVID-19 in Africa: no room for complacency. Lancet 2020; 395: 1669. https://www.thelancet.com/pdfs/journals/lancet/PIIS0140-6736(20)31237-X.pdf (last accessed on 24 August 2020) CrossRef
22.Forster G, Bänsch A: Historischer Tag: Afrika ist frei von wildem Polio.dpa-Meldung vom 25. August 2020.

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