ArchivDeutsches Ärzteblatt38/2020Psychische Belastungen, Resilienz, Risiko- und protektive Faktoren während der SARS-CoV-2-Pandemie
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Hintergrund: Die SARS-CoV-2-Pandemie bringt Belastungen durch Überforderung des Gesundheitssystems, Lockdown der Wirtschaft, Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen sowie Quarantänemaßnahmen mit sich. Diese Arbeit gibt einen Überblick über psychische Belastungen in der gegenwärtigen Pandemie und identifiziert protektive und Risikofaktoren.

Methode: Eine systematische Literatursuche wurde in den Datenbanken PubMed, PsycINFO und Web of Science (01. 01. 2019 bis 16. 4. 2020) durchgeführt. Eine Registrierung erfolgte bei OSF-Registries (osf.io/34j8g). Daten zur psychischen Belastung und Resilienz in Deutschland wurden aus drei Erhebungen an jeweils > 1 000 Probanden der COSMO-Studie (24. 3., 31. 3., 21. 4. 2020) entnommen.

Ergebnisse: 18 Studien aus China und Indien mit 79 664 Probanden zeigten erhöhte Belastungen durch depressive und ängstliche Symptome, posttraumatische Belastungssymptome sowie schlafbezogene Symptome in der Allgemeinbevölkerung, mit stärkerer Ausprägung bei Beschäftigten im Gesundheitswesen. Beispiele für Risikofaktoren sind: Patientenkontakt, weibliches Geschlecht, reduzierter Gesundheitsstatus, Sorgen um Nahestehende und schlechte Schlafqualität. Protektiv wirkten sich unter anderem Informationen über den Anstieg an Geheilten, soziale Unterstützung und ein geringes wahrgenommenes Infektionsrisiko aus. Die COSMO-Studie wies bei eingeschränkter Repräsentativität der Stichprobe aufgrund geringer Rücklaufquoten (< 20 %) auf eine erhöhte Niedergeschlagenheit, Einsamkeit und Hoffnungslosigkeit bei unverändert eingeschätzter Resilienz in der deutschen Bevölkerung gegenüber Normdaten hin.

Schlussfolgerung: Mit der gegenwärtigen Pandemie verbundene Stressfaktoren führen vermutlich zu erhöhten Belastungen durch Angst und Depressivität. Die Identifikation von protektiven und Risikofaktoren kann zur Entwicklung psychosozialer Interventionen genutzt werden. Die Aussagekraft der Erhebungen ist durch große Varianz in den eingesetzten Erhebungsinstrumenten und fehlender Repräsentativität limitiert.

LNSLNS

Die SARS-CoV-2(„severe acute respiratory syndrome coronavirus 2“)-Pandemie hat seit dem Jahreswechsel 2019/2020 weltweit zu über 11,5 Millionen bestätigten Fällen sowie über 540 000 Todesfällen geführt (Stand 10. 07. 2020) (1, 2). Eine Pandemie solchen Ausmaßes führt zu Stress und psychischen Belastungen in der Bevölkerung (3, 4). Hierzu zählen

  • die Angst, man selbst oder andere könnten erkranken oder an einer Infektion versterben
  • psychische Belastungen infolge von

  – Isolations- oder Quarantänemaßnahmen

  – finanziellen Notsituationen (zum Beispiel Arbeitsplatzverlust)

 – öffentlichen Reaktionen auf die Pandemie (zum Beispiel Schulschließungen) (5).

Außerdem sind Gesundheitsfachkräfte weiteren Stressoren wie einem erhöhten Infektionsrisiko sowie Belastungen durch Triage-Entscheidungen oder erlebte Stigmatisierung ausgesetzt (5, 6).

Ziel dieser Arbeit ist es, einen Überblick über Studien aus China und anderen Ländern zu Stress und psychischen Belastungen in der Allgemeinbevölkerung und bei Beschäftigten im Gesundheitswesen zu geben. Außerdem werden Ergebnisse aus drei Querschnittbefragungen der deutschen Bevölkerung zu psychischen Belastungen und Resilienz vorgestellt. Durch die Beschreibung identifizierter Risiko- und protektiver Faktoren beabsichtigen wir, Wissenschaftler und Entscheidungsträger im Gesundheitswesen darüber zu informieren, an welchen Stellen psychosoziale Interventionen zur Bewältigung der Pandemie ansetzen könnten.

Methoden

Systematische Literaturanalyse

Die Vorgehensweise der systematischen Literaturanalyse ist im eMethodenteil und im eKasten ausführlich beschrieben. Ein Protokoll nach den PRISMA-Richtlinien (7) wurde parallel angefertigt und bei OSF-Registries (osf.io/34j8g) registriert. In die vorliegende Arbeit wurden Studien eingeschlossen, die die in Tabelle 1 aufgeführten Kriterien erfüllten. Es erfolgte eine systematische Literatursuche in den elektronischen Datenbanken PubMed, PsycINFO und Web of Science (Core Collection) für Publikationen im Zeitraum 01. 01. 2019 bis 16. 04. 2020. Die Studienselektion und Datenextraktion inkludierter Studien sowie die Qualitätsbeurteilung mithilfe einer modifizierten Version des NIH-NHLBI-Instrumentes für querschnittliche Studien und Kohortenstudien (8) nahmen jeweils zwei Beurteiler unabhängig voneinander vor (NR, MB beziehungsweise NR, JSW). Diskrepanzen wurden durch Diskussion oder Einbeziehung eines dritten Beurteilers (KL) in jedem Stadium der Literaturanalyse aufgelöst. Auf Ebene des Titel-/Abstract- sowie des Volltext-Screenings resultierte eine hohe Inter-Rater-Reliabilität (κ1 = 0,875; κ2 = 1). Die für jede eingeschlossene Studie extrahierten Daten sind im eMethodenteil dargestellt. Für fünf Bereiche der psychischen Belastung (Angst und Sorgen, Depressivität, posttraumatische Belastungen, Schlafstörungen, Stress) wurde, falls angegeben, der jeweilige Anteil einer Stichprobe extrahiert, der erhöhte Werte (> Cut-off) in einer entsprechenden Skala aufwies. Zudem wurden Vergleiche mit Normdaten für die Datenextraktion berücksichtigt. Aufgrund der Heterogenität inkludierter Studien erfolgte keine quantitative Synthese der Studienergebnisse.

Selektionskriterien der systematischen Literaturanalyse
Tabelle 1
Selektionskriterien der systematischen Literaturanalyse
Suchstrategien
eKasten
Suchstrategien

Datenerhebung zu psychischer Belastung und Resilienz in Deutschland

Die „COVID-19 Snapshot Monitoring“(COSMO)-Studie (9, 10) erfasste die Wahrnehmung des aktuellen SARS-CoV-2-Ausbruchsgeschehens bei Quoten-Stichproben eines Online-Panels zu drei Messzeitpunkten:

  • 24./25. 03. 2020, Welle 4
  • 31. 03./01. 04. 2020, Welle 5
  • 21./22. 04. 2020, Welle 8.

Die Quoten entsprechen bezüglich Alter und Geschlecht (gekreuzt) sowie Bundesland (ungekreuzt) der deutschen Bevölkerung. Aufgrund der Rücklaufquoten von 19 (Welle 4), 14 (Welle 5) und 15 Prozent (Welle 8) sind die Ergebnisse nur eingeschränkt bevölkerungsrepräsentativ. Eine psychische Belastung wurde mit fünf Items für den Zeitraum der jeweils vergangenen sieben Tage erhoben:

  • „Ich fühlte mich nervös, ängstlich oder angespannt“ (Item 1, GAD-7 [11])
  • „Ich fühlte mich niedergeschlagen/deprimiert“ (Item 6, ADS [12])
  • „Ich fühlte mich einsam“ (Item 14, ADS [12])
  • „Ich dachte voller Hoffnung an die Zukunft“ (Item 8, ADS [12])
  • „Gedanken an meine Erfahrungen in der Corona-Pandemie lösten bei mir körperliche Reaktionen aus wie Schwitzen, Atemnot, Schwindel oder Herzklopfen“ (Item 19, IES-R [13]).

Zur Schätzung der berichteten psychischen Gesamtbelastung wurde der Mittelwert der fünf Items gebildet. Suizidalität wurde nicht erfasst. Um Angst vor SARS-CoV-2 zu schätzen, wurde der Mittelwert von neun auf die Situation abgestimmten Items erhoben. Die subjektive Einschätzung der Resilienz wurde mit der Brief Resilience Scale (BRS [14, 15]) erfragt. Die Ergebnisse der COSMO-Studie wurden mit Normdaten der Generalized Anxiety Disorder Screener (GAD-7) (11), der Allgemeinen Depressionsskala (ADS) (12) und der Brief Resilience Scale (BRS) (14, 15) der deutschen Bevölkerung vor Ausbruch der SARS-CoV-2-Pandemie verglichen.

Ergebnisse

Systematische Literaturanalyse

Bei der Literatursuche wurden anfänglich 1 173 Studien identifiziert, von denen n = 18 Studien mit i = 18 berichteten Stichproben nach den Einschlusskriterien (eGrafik) in die Analyse inkludiert wurden.

Flussdiagramm zur Studienselektion
eGrafik
Flussdiagramm zur Studienselektion

Eine Übersicht der eingeschlossenen Studien sowie deren Studienpopulation und eingesetzten Erhebungsinstrumente mit verwendeten Cut-off-Werten geben die Tabelle 2, eTabelle 1 und eTabelle 2.

Umfragestudien aus China und Indien zu psychologischen Auswirkungen der SARS-CoV-2-Pandemie (Stand 16. 04. 2020)
Tabelle 2
Umfragestudien aus China und Indien zu psychologischen Auswirkungen der SARS-CoV-2-Pandemie (Stand 16. 04. 2020)
Cut-off-Werte oder Messwertangaben zu den eingeschlossenen Studien
eTabelle 2
Cut-off-Werte oder Messwertangaben zu den eingeschlossenen Studien

Insgesamt wurden folgende Publikationen mit 79 664 Teilnehmern berücksichtigt:

  • 16 zwischen 06. 03. 2020 (erste Studie: [16]) und 15. 04. 2020 (e1) veröffentlichte nichtrepräsentative Studien zu berichteten psychischen Belastungen (Daten zu Diagnosen lagen nicht vor) aus China
  • eine Studie aus Indien und
  • eine multinationale Studie aus China, Hongkong, Taiwan und Macao.

Studien aus Europa gab es zum Zeitpunkt der Literatursuche nicht. Der Stichprobenumfang lag zwischen 180 (e2, e3) und 52 730 (e4) Teilnehmern (Tabelle 2). Eine Berechnung des Durchschnittsalters und der Geschlechterverteilung war aufgrund fehlender Angaben in einigen Studien nicht möglich (eTabelle 1). In der Qualitätsbeurteilung wurden neun der 18 Studien mangelhaft, sechs ausreichend und drei gut bewertet (

Qualitätsbeurteilung für die eingeschlossenen Studien
eTabelle 3
Qualitätsbeurteilung für die eingeschlossenen Studien
eTabelle 3).

Risikofaktoren und protektive Faktoren für psychische Belastungen der SARS-CoV-2-Pandemie
Tabelle 3
Risikofaktoren und protektive Faktoren für psychische Belastungen der SARS-CoV-2-Pandemie

Allgemeinbevölkerung

Von den sieben Studien in der Allgemeinbevölkerung und fünf in gemischten Bevölkerungsgruppen machten sieben Studien (n = 16 113) Angaben zur Punktprävalenz von Angstsymptomen (1–82 % der Befragten), fünf Studien (n = 8 308) erfassten die Prävalenz depressiver Symptomatik (3–20 %). Daten für das prozentuale Vorliegen posttraumatischer Belastungssymptome unter den Studienteilnehmern (7–54 %) fanden sich in drei Studien (n = 1 758), zu Schlafstörungen wurden in drei Studien (n = 6 903) Angaben gemacht (13–31 % der Teilnehmer). Eine Studie (n = 1 210) berichtete bei 8 % der Befragten erhöhte Stresssymptome. Suizidalität wurde in keiner der Arbeiten erfasst. Die Prävalenzzahlen wurden über den für die jeweiligen Studie und das jeweilige Instrument berichteten Cut-off-Wert ermittelt (eTabelle 2).

Vergleiche der Häufigkeit psychopathologischer Symptome mit Normwerten der chinesischen Allgemeinbevölkerung vor Ausbruch der SARS-CoV-2-Pandemie (also vor dem 20. 01. 2020, da an diesem Tag die Übertragung von Mensch zu Mensch bekannt wurde [e5]) und ohne Einfluss anderer epidemischer Ereignisse wurden lediglich in zwei Studien durchgeführt. Hierbei zeigten sich in einer Studie erhöhte Angstwerte (etwa siebenfach erhöhte Prävalenz: 35,1 versus 5 % [e6]) und erhöhte Depressivitätswerte (mehr als fünffach erhöhte Prävalenz: 20,3 versus 3,6 % [e6]) sowie in einer weiteren Studie erhöhte posttraumatische Belastungssymptome (fast zweifach erhöhte Prävalenz: 7 % versus 3,7 % [e7]).

Gesundheitspersonal

Von den sechs Studien, in denen nur Mitarbeiter des Gesundheitswesens untersucht wurden, und den fünf Studien, an denen sowohl die Untergruppe des Gesundheitspersonals als auch gemischte Bevölkerungsgruppen teilnahmen, machten sieben Arbeiten (n = 8 234) Angaben zur Punktprävalenz von Angstsymptomen (13–70 % des Gesundheitspersonals) und fünf Studien (n = 7 470) bezüglich der Prävalenz depressiver Symptomatik (12–50 %). Daten für das prozentuale Vorliegen posttraumatischer Belastungssymptome unter den Studienteilnehmern (27–72 %) fanden sich in drei Studien (n = 2 481), zu Schlafstörungen wurden in vier Studien (n = 5 428) Angaben gemacht (24–38 % der Teilnehmer). Eine Studie (n = 927) berichtete Stresssymptome bei 22 % der Befragten. Die Prävalenzzahlen wurden mithilfe des für die jeweiligen Studie und das jeweilige Instrument berichteten Cut-off-Wertes ermittelt (eTabelle 2).

Vergleiche der Häufigkeit psychopathologischer Symptome mit Normwerten der Allgemeinbevölkerung (Vergleiche mit Gesundheitspersonal vor der aktuellen SARS-CoV-2-Pandemie lagen nicht vor) wurden lediglich bei zwei Studien bezüglich Angst und Schlafstörungen durchgeführt. Es zeigten sich statistisch, aber nicht klinisch relevant erhöhte Angstwerte (Mittelwert der Self-Rating Anxiety Scale für Angstsymptomatik (SAS, Skalenumfang nicht angegeben) 32,19 ± 7,56 versus 29,78 ± 0,46; t = 4,27; p < 0,001 [e2]) bei einer Studie, bei der anderen ebenfalls nur gering vermehrte schlafbezogene Symptome (Mittelwert im Pittsburgh Sleep Quality Index für Schlafstörungen (PSQI, Skalenumfang 0–21) 8,583 ± 4,567 versus 7 (Standardabweichung nicht angegeben, [e3]).

Tabelle 3 und eTabelle 4 enthalten eine Zusammenfassung der protektiven Faktoren und Risikofaktoren psychischer Belastung durch die COVID-19-Pandemie aus den 19 Studien. In den meisten Studien wurden folgende Paramenter als Risikofaktoren identifiziert:

Vergleiche der Items zur Messung psychischer Belastung, Resilienz und Angst über den Erhebungszeitraum sowie Vergleiche der Items zu Werten vor der SARS-CoV-2-Pandemie
Tabelle 4
Vergleiche der Items zur Messung psychischer Belastung, Resilienz und Angst über den Erhebungszeitraum sowie Vergleiche der Items zu Werten vor der SARS-CoV-2-Pandemie
  • der Kontakt zu SARS-CoV-2-Patienten (n = 5 Studien)
  • weibliches Geschlecht (n = 5)
  • Gesundheitsberufe (n = 4)
  • reduzierter (wahrgenommener) Gesundheitsstatus (n = 3)
  • Sorgen um Nahestehende (n = 2)
  • schlechte Schlafqualität (n = 2).

In Diskrepanz dazu wurde in einer Arbeit (e8) für Gesundheitspersonal ohne Kontakt zu SARS-CoV-2-Patienten und in einer weiteren (e9) für Männer ein höheres Risiko ermittelt. Auch die berufliche Qualifikation hatte in verschiedenen Studien unterschiedliche Auswirkungen (6, e2, e9). Protektive Faktoren wurden in zehn Studien identifiziert, wobei sich ein breites Spektrum von Faktoren ergab.

Explorative Analysen der psychischen Belastung und Resilienz in Deutschland

An den drei Messzeitpunkten (Welle 4, 5 und 8) der COSMO-Studie (9, 10) wurden 1 114, 1 030 beziehungsweise 1 012 unterschiedliche Personen der deutschen Bevölkerung anonym befragt. Da sich die Stichproben bezüglich Geschlecht und Bildungsgrad nicht signifikant und im Alter nur geringfügig unterschieden (F[2, 3 153] = 22,38, p = < 0,001, η² = 0,014), können die Stichproben miteinander verglichen werden (eTabelle 5). Die COSMO-Stichprobe zeigt bei einem Vergleich der ADS- und des GAD-7-Items (11, 12) zu den Werten der deutschen Bevölkerung vor der Pandemie kleine Effekte für eine erhöhte psychische Belastung (d = 0,15 bis d = 0,28) (Tabelle 4). Die mittlere subjektive Einschätzung der Befragten zu ihrer Resilienz (der Fähigkeit, sich nach Stressereignissen zu erholen) ist unverändert im Vergleich zu einer deutschen Normstichprobe (14) (p = 0,073, d = 0,05, Tabelle 4).

Soziodemografie Cosmo-Studie
eTabelle 5
Soziodemografie Cosmo-Studie

Die berichtete psychische Belastung durch depressive Symptome (ADS) befindet sich über die drei Erhebungswellen auf einem gleichbleibend leicht erhöhten Niveau, während Ängstlichkeit vor SARS-CoV-2, körperliche Symptome beim Denken an die SARS-CoV-2-Pandemie und die psychische Gesamtbelastung im Verlauf sinken (Tabelle 4). Die subjektive Einschätzung der Resilienz weist im Verlauf keine Unterschiede auf. Männer schätzen ihre Resilienz höher ein als Frauen (p < 0,001, d = 026). Ältere Personen schätzen ihre Resilienz höher (r = 0,169, [95-%-Konfidenzintervall: 0,152; 0,186], p = < 0,001) und ihre psychische Belastung niedriger ein als jüngere Personen (r = –0,228, [−0,245; −0,211], p = < 0,001). Die Ängstlichkeit vor SARS-CoV-2 ist unabhängig vom Alter (r = 0,013; [0,005; 0,031], p = 0,482) (eTabelle 6).

Risikofaktoren für psychische Belastung ohne und mit Resilienz als Kovariate
eTabelle 6
Risikofaktoren für psychische Belastung ohne und mit Resilienz als Kovariate

Auch bei Kontrolle der Selbsteinschätzung der Resilienz als mögliche konfundierende Variable konnten Hinweise auf verschiedene Risikofaktoren für psychische Belastungen identifiziert werden (junges Alter, weibliches Geschlecht, eigene Kinder, alleinerziehend, Migrationshintergrund, alleinlebend oder mehr als zwei Personen im Haushalt). Die Ausübung eines Gesundheitsberufes konnte nicht als Risikofaktor identifiziert werden (eTabelle 6).

Diskussion

Die systematische Literaturanalyse vornehmlich chinesischer Studien ergibt Hinweise für eine gesteigerte ängstliche, depressive und posttraumatische Belastungssymptomatik. Bei Gesundheitsfachkräften lassen sich größere Beschwerden bezüglich Depressivität, Angst und Schlafstörungen feststellen (Tabelle 3). Hiermit übereinstimmend deuten die Ergebnisse der COSMO-Studie darauf hin, dass die untersuchten Stichproben leicht erhöhte psychische Belastungen (Angst, Depressivität, Hoffnungslosigkeit) im Vergleich zur deutschen Allgemeinbevölkerung vor Ausbruch der SARS-CoV-2-Pandemie aufweisen. Gleichzeitig zeigt sich, dass Angstsymptome im Sinne einer funktionalen psychischen Anpassung an ein stressauslösendes Ereignis über die Zeit wieder abnehmen (3, 17, 18, 19). Die ausbleibende Veränderung der über die BRS (14) erfassten Selbsteinschätzung der Resilienz im Vergleich zu vor und während der SARS-CoV-2-Pandemie liegt möglicherweise darin begründet, dass der Zeitraum seit Eintreten des Stressors (Pandemie) zu kurz war, um die Selbsteinschätzung der Resilienz zu aktualisieren. Die in den Validierungsstudien (14, 15) berichteten Alterseffekte, wonach jüngere Menschen eine höhere subjektive Stresserholungsfähigkeit berichten, gehen in die entgegengesetzte Richtung unserer Ergebnisse, während die Geschlechtereffekte übereinstimmen (14). Der Befund, dass ältere Personen im Vergleich zu jüngeren ihre Resilienz als höher einschätzen, könnte darauf hin deuten, dass sie möglicherweise unter Rückgriff auf kognitive, emotionale und verhaltensbasierte Erfahrungskontexte, in denen Krisen eine Rolle gespielt haben, funktionaler mit der Pandemie umgehen. Frauen und jüngere Menschen berichten im Vergleich zu Risikogruppen (Männer und älteren Menschen, [e10]) höhere Belastungen. Eine Erklärungsmöglichkeit hierfür könnte sein, dass jüngere Menschen in ihrem Alltag stärker eingeschränkt werden und Frauen generell höhere psychische Belastungen angeben (e11).

Die in die systematische Literaturanalyse einbezogenen Studien identifizieren zahlreiche Risikofaktoren. Hervorzuheben sind weibliches Geschlecht, Beschäftigung im Gesundheitssektor und pandemiespezifische Faktoren (zum Beipspiel Kontakt zu Infizierten) (e7). Die Kenntnis dieser vulnerablen Gruppen bietet die Möglichkeit einer gezielteren Prävention und niedrigschwelliger Hilfestellung (zum Beispiel Online-Angebote). In China wurden in einigen Krankenhäusern multimodale Konzepte für psychologische Interventionen entwickelt und erfolgreich eingesetzt, die Maßnahmen ohne persönlichen Kontakt wie telefonische Unterstützung und Online-Dienste integrieren (20, 21). Auch die COSMO-Studienergebnisse deuten darauf hin, dass junges Alter, weibliches Geschlecht, eigene Kinder, alleinerziehend zu sein, Migrationshintergrund sowie allein oder mit mehr als zwei Personen im Haushalt zu leben mögliche Risikofaktoren für psychische Belastungen darstellen. Für uns überraschend war, dass Gesundheitsfachkräfte in Diskrepanz zu unserer Analyse der Studien aus China keine bedeutend höheren psychischen Belastungen angaben. Dieses Ergebnis ist allerdings vorsichtig zu bewerten, da unklar ist, worin der Beruf im Gesundheitswesen bestand und ob die Personen zu COVID-19-Patienten Kontakt hatten.

In einigen der eingeschlossenen Studien wird deutlich, dass soziale Unterstützung, Selbstwirksamkeit, psychoedukative Maßnahmen und die Übermittlung aktueller positiver situationsbezogener Informationen vor psychischen Belastungen schützen können. In Übereinstimmung hiermit könnten Interventionskonzepte entwickelt werden, die diesen Schutz- und Resilienzfaktoren Beachtung schenken (Kunzler et al.: Mental health and psychosocial support strategies in highly contagious emerging disease outbreaks of substantial public concern: a systematic scoping review. PLOS ONE [eingereicht], [22]). Allerdings liegen bisher keine ausreichenden Erkenntnisse aus Interventionsstudien in der gegenwärtigen oder zu früheren Pandemien vor.

Die systematische Literaturanalyse basiert auf dem Stand der Veröffentlichungen bis 16. 04. 2020. Mittlerweile sind mehrere europäische Arbeiten entstanden, bei denen sich ebenfalls das Bild erhöhter psychischer Belastungen ergibt. In einer Befragung deutscher Neurologen und Psychiater Anfang April 2020 berichten etwa ein Drittel der Teilnehmer über große Sorgen sowie hohe persönliche Infektionsgefahr und finanzielle Bedrohung (e12). Eine Umfrage in der italienischen Allgemeinbevölkerung von März 2020 fand eine erhöhte psychische Belastung im Vergleich zu vor der Pandemie, wobei fast ein Fünftel der Befragten deutliche Angstsymptome und etwa ein Drittel deutliche depressive Symptome berichteten (e13).

Zu einer validen Bewertung psychischer Folgen der Pandemie sind insbesondere bevölkerungsrepräsentative Studien, Vergleiche mit Daten vor der SARS-CoV-2-Pandemie und Längsschnittstudien erforderlich (Kunzler et al.: Mental health and psychosocial support strategies in highly contagious emerging disease outbreaks of substantial public concern: a systematic scoping review. PLOS ONE [eingereicht]).

Auf Basis der bisherigen Forschung zu potenziell traumatischen Ereignissen sollte hierbei auch Resilienz im Sinne positiver individueller Verläufe stärker im Vordergrund stehen (23, 24). Ausgehend von den in dieser Arbeit gezeigten Befunden könnten psychologische Interventionen insbesondere bei Selbstwirksamkeit, Informationsstrategien und -bewertung, Möglichkeiten sozialen Rückhalts und medialen Angeboten zur Psychoedukation ansetzen, um negative Auswirkungen der SARS-CoV-2-Pandemie zu minimieren und für künftige Pandemien zu lernen.

Limitationen

Die aktuelle Arbeit hat Limitationen, die die möglichen Schlussfolgerungen einschränken. Für die COSMO-Studie umfassen diese:

  • den frühen Befragungszeitpunkt im Verlauf der SARS-CoV-2-Pandemie
  • den kurzen Umfragezeitraum
  • die Erfassung der psychischen Gesundheit durch Kombination von Items unterschiedlicher Fragebögen, zu denen teils Normwerte der Allgemeinpopulation fehlen
  • die noch nicht erfolgte Überprüfung der Sensitivität der BRS zur Erfassung von Veränderungen der Selbsteinschätzung der Resilienz zu verschiedenen Zeitpunkten
  • die niedrigen Rücklaufquoten von unter 20 %, die die Generalisierbarkeit der Ergebnisse auf die deutsche Bevölkerung einschränken.

Limitationen der systematischen Literaturanalyse sind:

  • die eingeschränkte Qualität und fehlende Repräsentativität der Arbeiten
  • fehlende Normdatenvergleiche
  • die fragliche Übertragbarkeit auf Deutschland
  • Inkonsistenzen in der Verwendung von Messinstrumenten und deren Cut-off-Werten
  • ein möglicher Publikationsbias
  • eine problematische Verwendung des Begriffs „posttraumatische Belastungssymptome“, der den Bezug zum Traumabegriff und der Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung nach ICD-10 im Unklaren lässt (e14, e15).

Danksagung
Wir danken der COSMO-Gruppe (Cornelia Betsch, Lars Korn, Lisa Felgendreff, Sarah Eitze, Philipp Schmid, Philipp Sprengholz [Universität Erfurt], Lothar Wieler, Patrick Schmich [Robert Koch-Institut], Volker Stollorz [Science Media Center Germany], Michael Ramharter [Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin], Michael Bosnjak [Leibniz-Zentrum für Psychologische Information und Dokumentation], Saad B. Omer [Yale Institute for Global Health]).

Interessenkonflikt
Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 11. 5. 2020, revidierte Fassung angenommen: 28. 7. 2020

Anschrift für die Verfasser
Dr. phil. Donya Gilan
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Universität Mainz
Leibniz-Institut für Resilienzforschung
Wallstr. 7, 55122 Mainz
donya.gilan@lir-mainz.de

Zitierweise
Gilan D, Röthke N, Blessin M, Kunzler A, Stoffers-Winterling J, Müssig M,
Yuen KSL, Tüscher O, Thrul J, Kreuter F, Sprengholz P, Betsch C, Stieglitz RD, Lieb K: Psychomorbidity, resilience, and exacerbating and protective factors during the SARS-CoV-2-pandemic—a systematic literature review and results from the German COSMO-PANEL. Dtsch Arztebl Int 2020; 117: 625–32.
DOI: 10.3238/arztebl.2020.0625

Dieser Beitrag erschien online am 27. 8. 2020 (online first) auf www.aerzteblatt.de

►Die englische Version des Artikels ist online abrufbar unter:
www.aerzteblatt-international.de

Zusatzmaterial
Mit „e“ gekennzeichnete Literatur:
www.aerzteblatt.de/lit3820 oder über QR-Code

eMethodenteil, eTabellen, eKasten, eGrafik:
www.aerzteblatt.de/20m0625 oder über QR-Code

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* Die beiden Autoren teilen sich die Erstautorenschaft.
Leibniz-Institut für Resilienzforschung Mainz: Dr. phil. Dipl.-Psych. Donya Gilan, Manpreet Blessin, M.Sc., Dipl.-Psych. Angela Kunzler, Dipl.-Psych. Jutta Stoffers-Winterling, Markus Müssig, M.Sc., Kenneth S. L. Yuen Ph.D., Prof. Dr. med. Oliver Tüscher, Prof. Dr. med. Klaus Lieb
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Universitätsmedizin Mainz: Dr. phil. Dipl. Psych. Donya Gilan, Nikolaus Röthke, Dipl.-Psych. Jutta Stoffers-Winterling, Prof. Dr. med. Oliver Tüscher, Prof. Dr. med. Klaus Lieb
Department of mental Health, Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health, Baltimore, MD, USA: Dr. phil. Johannes Thrul
Universität Mannheim & University of Maryland: Prof. Dr. rer. soc. Dipl.-Soz. Frauke Kreuter
Seminar für Medien- und Kommunikationswissenschaft, Universität Erfurt: Philipp Sprengholz, M.Sc., Prof. Dr. phil. Cornelia Betsch
Fakultät für Psychologie, Universität Basel, Schweiz: Prof. Dr. em. rer. nat. Dipl.-Psych. Rolf Dieter Stieglitz
Neuroimaging Center, Forschungszentrum Translationale Neurowissenschaften, Universitätsmedizin Mainz: Kenneth S. L. Yuen Ph.D
Selektionskriterien der systematischen Literaturanalyse
Tabelle 1
Selektionskriterien der systematischen Literaturanalyse
Umfragestudien aus China und Indien zu psychologischen Auswirkungen der SARS-CoV-2-Pandemie (Stand 16. 04. 2020)
Tabelle 2
Umfragestudien aus China und Indien zu psychologischen Auswirkungen der SARS-CoV-2-Pandemie (Stand 16. 04. 2020)
Risikofaktoren und protektive Faktoren für psychische Belastungen der SARS-CoV-2-Pandemie
Tabelle 3
Risikofaktoren und protektive Faktoren für psychische Belastungen der SARS-CoV-2-Pandemie
Vergleiche der Items zur Messung psychischer Belastung, Resilienz und Angst über den Erhebungszeitraum sowie Vergleiche der Items zu Werten vor der SARS-CoV-2-Pandemie
Tabelle 4
Vergleiche der Items zur Messung psychischer Belastung, Resilienz und Angst über den Erhebungszeitraum sowie Vergleiche der Items zu Werten vor der SARS-CoV-2-Pandemie
Flussdiagramm zur Studienselektion
eGrafik
Flussdiagramm zur Studienselektion
Suchstrategien
eKasten
Suchstrategien
Cut-off-Werte oder Messwertangaben zu den eingeschlossenen Studien
eTabelle 2
Cut-off-Werte oder Messwertangaben zu den eingeschlossenen Studien
Qualitätsbeurteilung für die eingeschlossenen Studien
eTabelle 3
Qualitätsbeurteilung für die eingeschlossenen Studien
Soziodemografie Cosmo-Studie
eTabelle 5
Soziodemografie Cosmo-Studie
Risikofaktoren für psychische Belastung ohne und mit Resilienz als Kovariate
eTabelle 6
Risikofaktoren für psychische Belastung ohne und mit Resilienz als Kovariate
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