ArchivDeutsches Ärzteblatt38/2020Chirurgische und nichtchirurgische Interventionen bei kompletten Rotatorenmanschettenrupturen
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Hintergrund: Die systematische Übersichtsarbeit vergleicht die Wirksamkeit und Sicherheit von chirurgischen und nichtchirurgischen Interventionen bei kompletten Rupturen der Rotatorenmanschette.

Methode: Es erfolgte eine systematische Literaturrecherche in fünf Datenbanken. Eingeschlossen wurden randomisierte (RCTs) und nichtrandomisierte kontrollierte Interventionsstudien (non-RCTs), in denen Patienten mit traumatischen oder atraumatischen kompletten Rotatorenmanschettenrupturen entweder chirurgisch oder nichtchirurgisch behandelt wurden. Das Reviewprotokoll wurde im PROSPERO-Register veröffentlicht (CRD42018100343).

Ergebnisse: Zehn Studien (drei RCTs mit 332 Teilnehmern; sieben non-RCTs mit 650 Teilnehmern) erfüllten die Einschlusskriterien. Im Vergleich zur nichtchirurgischen Intervention zeigte sich bei chirurgisch behandelten kompletten Rupturen ein Jahr postoperativ eine Verbesserung der Schulterfunktion, gemessen mit dem 100-Punkte-Constant-Score, um 6,7 Punkte (95-%-Konfidenzintervall: [2,3; 11,0]) und eine Schmerzreduktion, gemessen mit der 10 cm visuellen Analogskala, um 1,1 cm [0,5; 1,7]. In einer Studie war der Unterschied zugunsten der operativen Behandlung nach zehn Jahren Beobachtungszeit weiterhin vorhanden. Für andere Endpunkte wie Beweglichkeit, Muskelkraft, Lebensqualität und unerwünschte Ereignisse lagen nur wenige Daten vor, die Gruppenunterschiede waren ähnlich. Die Ergebnisse der non-RCTs waren mit denen der RCTs vergleichbar.

Schlussfolgerung: Im Hinblick auf Funktionsverbesserung und Schmerzreduktion war bei kompletten Rotatorenmanschettenrissen eine operative Behandlung im Vergleich zur nichtoperativen Behandlung auch im Langzeitverlauf überlegen. Ob die Unterschiede zwischen den Gruppen für den Einzelnen relevant sind, ist jedoch ungewiss, da die gemessenen Werte sowohl unterhalb als auch oberhalb der klinischen Relevanzschwelle lagen. Die Schlussfolgerungen sind möglicherweise nicht auf Rupturen der Rotatorenmanschetten, die größer als 3 cm sind, oder junge Menschen übertragbar.

LNSLNS

Rupturen der Rotatorenmanschette des Schultergelenks sind häufig auftretende muskuloskelettale Läsionen, die mit oder ohne Symptomen einhergehen können. Bei über 20 % der Bevölkerung tritt im Laufe des Lebens eine solche Ruptur auf – dieser Anteil nimmt mit steigendem Alter zu (1). Basierend auf Daten aus einer systematischen Übersichtsarbeit liegt die Prävalenz von symptomatischen kompletten Rupturen bei 44- bis 50-Jährigen bei 35 % (Ultraschalldiagnostik) beziehungsweise 41 % (Magnetresonanztomografie) (2). Für asymptomatische Rupturen wurde eine Häufigkeit von 22 % beziehungsweise 10 % angegeben.

Ursächlich für Rotatorenmanschettenrupturen sind entweder traumatische oder atraumatische Ereignisse, wobei letztere meist auf degenerative Prozesse zurückzuführen sind. Die Rupturen werden darüber hinaus nach Ausmaß (Größe), Lokalisation, Anzahl und Grad der Retraktion der betroffenen Sehnen sowie nach bereits vorhandenen Folgeschäden wie einer Muskelatrophie unterteilt.

Rupturen der Rotatorenmanschette beeinträchtigen die Schulterfunktion, die Aktivitäten des täglichen Lebens und/oder die Lebensqualität unterschiedlich stark (3, 4). Außerdem führen sie oft zu einer längeren Arbeitsunfähigkeit und verhältnismäßig hohen Kosten, die das Gesundheitssystem belasten (5).

Zu den therapeutischen Optionen gehören sowohl chirurgische als auch nichtchirurgische (konservative) Verfahren. Die primären Ziele beider Behandlungsansätze sind die Schmerzlinderung und die Wiederherstellung der Schulterfunktion. Als chirurgische Verfahren kommen eine Arthroskopie oder eine minimalinvasive Operation („mini open“-Verfahren) – seltener eine offene Operation – mit Naht, Refixation, subakromialer Dekompression oder Rekonstruktion (mit oder ohne Augmentation) einschließlich Akromioplastik zum Einsatz. Die konservative Behandlung umfasst in der Regel Physiotherapie, Schmerzmedikamente und/oder Steroidinjektionen (6).

Sowohl chirurgische als auch nichtchirurgische Verfahren verbessern die Symptome häufig. Trotz einiger klinischer Studien und Übersichtsarbeiten, in denen die chirurgische mit der nichtchirurgischen Behandlung verglichen wurde, wird die optimale Behandlungsstrategie immer noch kontrovers diskutiert (7, 8, 9, 10). In der Praxis wird meist aufgrund des Alters der Patienten und vorliegenden Komorbiditäten, dem Ausmaß der funktionellen Beeinträchtigung, der körperlichen Aktivität der Patienten und strukturellen Veränderungen entschieden, welche Behandlungsmethode zum Einsatz kommt (11, 12, 13). Die deutsche S2e-Leitlinie zur Behandlung von Rotatorenmanschettenrupturen empfiehlt eine nichtchirurgische Behandlung als First-line-Therapie. Eine Operation sollte nur in Erwägung gezogen werden, wenn die konservative Behandlung versagt, oder bei traumatischen Rupturen.

Angesichts der bestehenden Behandlungsunsicherheiten war das Ziel dieser systematischen Übersichtsarbeit, die Wirksamkeit und Sicherheit von chirurgischen und nichtchirurgischen Interventionen bei kompletten Rupturen der Rotatorenmanschetten zu vergleichen.

Methode

Das Protokoll der systematischen Übersichtsarbeit wurde im PROSPERO-Register veröffentlicht (CRD42018100343). Die Berichterstattung erfolgte in Anlehnung an das PRISMA (Transparent Reporting of Systematic Reviews and Meta-Analyses) Statement (14).

In die systematische Übersichtsarbeit wurden Patienten mit traumatischen oder atraumatischen kompletten Rotatorenmanschettenrupturen, die durch ein bildgebendes Verfahren diagnostiziert wurden, eingeschlossen. Als Ruptur wurde der vollständige Riss einer Sehne oder mehrerer Sehnen eines Rotatorenmanschettenmuskels definiert. Jegliche chirurgische Verfahren wurden berücksichtigt. Als Vergleichsbehandlung waren eine Scheinbehandlung, keine Behandlung, „watchful waiting“ oder jegliche konservative Behandlungsform wie Physiotherapie und/oder eine medikamentöse Behandlung zulässig. Detaillierte Informationen zur Methode der systematischen Übersichtsarbeit finden sich im eMethodenteil und in der eTabelle 1.

Studiencharakteristika
Tabelle
Studiencharakteristika
Suchstrategie in der Datenbank Medline
eTabelle 1
Suchstrategie in der Datenbank Medline

Ergebnisse

Literatursuche

Grafik 1 zeigt den Auswahlprozess der durch die Literatursuche identifizierten Studien. Von den 7 909 Publikationen wurden 155 im Volltext gesichtet, davon erfüllten zehn Studien (14 Publikationen) die Einschlusskriterien (15, 16, 17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28).

Studienauswahl gemäß dem PRISMA-Flussdiagramm PRISMA, Preferred Reporting Items for Systematic Reviews and Meta-Analyses.
Grafik 1
Studienauswahl gemäß dem PRISMA-Flussdiagramm PRISMA, Preferred Reporting Items for Systematic Reviews and Meta-Analyses.

Studiencharakteristika

Die wichtigsten Charakteristika der drei randomisierten (RCTs; insgesamt sechs Publikationen mit 279 Patienten) (15, 16, 17, 18, 19, 20) und sieben nichtrandomisierten kontrollierten Interventionsstudien (non-RCTs; insgesamt acht Publikationen mit 654 Patienten) (21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28) sind in der Tabelle enthalten. Die Studien wurden in Europa, Asien sowie Nordamerika durchgeführt und zwischen 2000 und 2019 veröffentlicht. In einem RCT mit einer Beobachtungszeit von zehn Jahren postoperativ wurden Langzeitergebnisse berichtet (20).

Patientencharakteristika

In den Studien wurden ausschließlich Erwachsene behandelt. Das Durchschnittsalter variierte zwischen 58 und 70 Jahren; je nach Studie waren 12–78 % der Studienpopulation weiblich.

Charakteristika der Rupturen

In zwei RCTs wurden traumatische Rupturen explizit ausgeschlossen (15, 16, 17). In der Langzeitstudie von Moosmayer et al. betrug der Anteil der symptomatischen traumatischen Rupturen 57 % (18, 19, 20). Zudem begrenzte diese Arbeit den Einschluss auf kleine bis mittlere Rupturen (< 3 cm). In den drei RCTs wurden zum Großteil nur Rupturen der Supraspinatussehne berücksichtigt. Im Gegensatz zu den RCTs machte nur ein non-RCT Angaben zu den eingeschlossenen Rupturen (21, 22).

Chirurgische Intervention

In den Studien wurde entweder eine Schulterarthroskopie (16, 17, 23, 24, 25, 28) oder ein minimalinvasiver („mini-open“)-Eingriff (15, 18, 19, 20) mit oder ohne Akromioplastik durchgeführt. Dem chirurgischen Eingriff folgte die Anlage eines Armverbands oder einer Schiene mit oder ohne passive Bewegungstherapie. In drei Studien wurde die chirurgische Intervention nicht näher definiert.

Nichtchirurgische Intervention

Die Patienten in der nichtchirurgischen Gruppe unterzogen sich bis zu 24 physiotherapeutischen Behandlungseinheiten (16, 17, 18, 19, 20). Lambers-Heerspink et al. (15) verabreichten in ihrem RCT zusätzlich ein bis drei Steroidinjektionen und orale Schmerzmittel. Moosmayer et al. (18, 19, 20) erlaubten hingegen keine Schmerzmittel. Die übrigen Studien machten keine Angaben zu Co-Interventionen. Für nichtchirurgisch behandelte Patienten aus den RCTs bestand die Möglichkeit, bei nicht zufriedenstellenden Behandlungsergebnissen in die chirurgische Gruppe zu wechseln (sekundäre Operation).

Evidenz aus RCTs

Wirksamkeit

Schulterfunktion

Die Schulterfunktion wurde mit dem 100-Punkte-Constant-Score nach ein, zwei, fünf und zehn Jahren gemessen (Grafik 2a und eTabelle 2a). Alle Effektschätzer zeigten (statistisch) signifikante Unterschiede zugunsten der Operation im Vergleich zur nichtchirurgischen Behandlung. Nach einem Jahr übertraf der mittlere Constant-Score der chirurgisch behandelten Patienten den der nichtchirurgisch behandelten um 6,7 Punkte (95-%-Konfidenzintervall [KI] [2,3; 11,0]; 257 Patienten; 85 % atraumatisch; drei RCTs; moderate Vertrauenswürdigkeit der Evidenz). Der größte Effekt mit einer Mittelwertdifferenz (MD) von 11,8 Punkten wurde nach zehn Jahren beobachtet (95-%-KI [5,2; 18,4]; 91 Patienten; 43 % atraumatisch; ein RCT; moderate Vertrauenswürdigkeit der Evidenz).

Schulterfunktion (Constant-Score, 0–100 Punkte, 100 Punkte = bestes Ergebnis
Grafik 2a
Schulterfunktion (Constant-Score, 0–100 Punkte, 100 Punkte = bestes Ergebnis
GRADE Evidenzprofil
eTabelle 2
GRADE Evidenzprofil

Schulterschmerzen

Im Vergleich zur nichtchirurgischen Intervention zeigte sich bei den chirurgisch behandelten Patienten ein Jahr postoperativ eine mittlere Schmerzreduktion, gemessen mit der 10 cm visuellen Analogskala (VAS), um 1,1 cm (95-%-KI [0,5; 1,7]; 257 Patienten; 85 % atraumatisch; drei RCTs; niedrige Vertrauenswürdigkeit der Evidenz; Grafik 2b und eTabelle 2a). Ähnlich zum Endpunkt Schulterfunktion wurde der größte Effekt zugunsten der chirurgisch behandelten Patienten nach zehn Jahren beobachtet (MD 2,0 cm [1,0; 3,0]; 91 Patienten; 43 % atraumatisch; ein RCT; niedrige Vertrauenswürdigkeit der Evidenz).

Schulterschmerzen
Grafik 2b
Schulterschmerzen

Beweglichkeit und Muskelkraft

Für die Endpunkte Beweglichkeit und Muskelkraft (beide gemessen mit dem Constant-Subscore) waren die Gruppenunterschiede zu jedem Beobachtungszeitpunkt gering (moderate Vertrauenswürdigkeit der Evidenz, Grafik 2c und eTabelle 2a). Die Goniometermessung (schmerzfreie Flexion) zeigte nach zehn Jahren einen Vorteil zugunsten der chirurgischen Intervention (MD 15,6 Grad [0,8; 32]; 91 Patienten; 43 % atraumatisch; ein RCT; moderate Vertrauenswürdigkeit der Evidenz).

Muskelkraft
Grafik 2c
Muskelkraft

Lebensqualität

Daten zur Lebensqualität lagen aus einem RCT vor (18, 19, 20). Die Gruppenunterschiede, gemessen mit dem SF-36-Score, waren vergleichbar.

Unerwünschte Ereignisse

Das Risiko für unerwünschte Ereignisse zeigte keinen signifikanten Unterschied zwischen den Gruppen (relatives Risiko 1,4 [0,5; 4,0]; 255 Patienten; 85 % atraumatisch; drei RCTs; niedrige Vertrauenswürdigkeit der Evidenz; eGrafik und eTabelle 2a). Nach Angaben der Studienautoren stand keines der Ereignisse in einem Zusammenhang mit der Behandlung.

Unerwünschte Ereignisse (längstes Follow-up)
eGrafik
Unerwünschte Ereignisse (längstes Follow-up)

Reruptur

In einem RCT, in dem nur atraumatische Rupturen betrachtet wurden, lag ein Jahr postoperativ eine Rerupturrate von 74 % vor (15). Moosmayer et al. (19, 20) berichteten eine Zunahme an kompletten oder partiellen Rerupturen im Langzeitverlauf: 21 % nach zwei, 26 % nach fünf und 33 % nach zehn Jahren.

Sekundäre Operation

Nur im RCT von Moosmayer et al. (20) wurde der Anteil der anfänglich nichtchirurgisch behandelten Patienten, die aufgrund unzureichender Behandlungsergebnisse in die chirurgische Gruppe wechselten, angegeben. Insgesamt betrug die Rate 27 % (12 Patienten wechselten innerhalb zwei und weitere zwei Patienten zwischen fünf sowie zehn Jahren nach Randomisierung).

Evidenz aus non-RCTs

Wirksamkeit

Im Vergleich zur nichtchirurgischen Intervention verbesserte sich die Schulterfunktion bei chirurgisch behandelten Rupturen bis zu fünf Jahre postoperativ, gemessen mit dem 100-Punkte-Constant-Score (zum Beispiel nach 4,5 Jahren: MD 7,6 Punkte [1,2; 14]; 35 Patienten; Ätiologie unbekannt; ein non-RCT [24]; sehr niedrige Vertrauenswürdigkeit der Evidenz). Für andere Endpunkte wurden keine bedeutenden Gruppenunterschiede beobachtet (eTabelle 2b).

Unerwünschte Ereignisse

Der Anteil von Rerupturen innerhalb 1,5 Jahren postoperativ lag bei 10 % (23). Der Anteil nichtchirurgisch behandelter Patienten mit Rupturprogression wurde mit zwischen 11 % und 67 % angegeben (23, 24, 25).

Risiko für Bias

Studien, die chirurgische mit nichtchirurgischen Verfahren vergleichen, ermöglichen im Allgemeinen keine Verblindung der Patienten. Demzufolge ist nicht auszuschließen, dass die beobachteten Gruppenunterschiede zu einem nicht bestimmbaren Ausmaß auf das Wissen der Patienten über ihre Behandlung zurückzuführen sind und nicht oder nicht allein auf die Effekte der jeweiligen Intervention. Einzelheiten der Biasbewertung finden sich darüber hinaus sowohl in Grafik 2a–c und der eGrafik (RCTs) als auch in eTabelle 3 (non-RCTs).

Risiko für Bias in nichtrandomisierten Studien
eTabelle 3
Risiko für Bias in nichtrandomisierten Studien

Diskussion

Die vorliegende systematische Übersichtsarbeit berücksichtigt erstmalig neben der besten verfügbaren Evidenz aus RCTs – einschließlich der kürzlich veröffentlichten Ergebnisse des Follow-ups nach zehn Jahren aus der Studie von Moosmayer et al. (19, 20) – auch Ergebnisse aus non-RCTs. Obwohl die vorliegenden Ergebnisse suggerieren, dass sich eine Operation im Vergleich zu einer nichtchirurgischen Behandlung zugunsten verschiedener Endpunkte auswirkt, ist die klinische Relevanz der gemessenen Unterschiede nicht immer gegeben. Beispielsweise lagen die untersten und obersten Grenzen (95-%-KI) der gemessenen MD für den Endpunkt Schulterfunktion bei 0,04 beziehungsweise 18,4 Punkten. Verwendet man für die Schulterfunktion einen publizierten Wert von 10,4 Punkten als unterste klinische Relevanzschwelle (29), liegt die untere Grenze der gemessenen Werte zu jedem postoperativen Zeitpunkt unter diesem klinisch relevanten Schwellenwert. Ein weiteres Beispiel: Die Grenzen des 95-%-KI für die mittlere Schmerzreduktion lagen zwischen 0,3 und 3,0 cm zugunsten der chirurgischen Intervention. Verwendet man eine publizierte klinische Relevanzschwelle von 1,4 cm (30), ist wieder davon auszugehen, dass bei nicht allen Patienten diese Schwelle erreicht wird.

Jeder chirurgische Eingriff birgt ein potenzielles Risiko für Komplikationen wie Infektionen, tiefe Venenthrombosen, Lungenentzündungen oder periphere Nervenschädigungen (31, 32). Da die Daten der vorliegenden Arbeit ausschließlich auf den Zahlen aus den Primärstudien basieren, ist es möglich, dass die Raten aufgrund von mangelhafter Berichterstattung oder der unsystematischen Erfassung von unerwünschten Ereignissen in den klinischen Studien unterschätzt wurden. Die potenziellen unerwünschten Effekte müssen deshalb gegen die vorliegenden Hinweise auf einen Nutzen abgewogen werden. Daten für andere Endpunkte wie Beweglichkeit, Muskelkraft und Lebensqualität waren zudem nur sehr begrenzt verfügbar und die Gruppenunterschiede nur gering.

Häufig wird eine Operation durchgeführt, um einer möglichen Rupturprogression entgegenzuwirken (33). In einem kürzlich erschienenen Review wurde eine Progressionsrate von 40 % bei konservativ behandelten kompletten Rupturen nach einer Beobachtungszeit von vier Jahren angegeben (34). In der vorliegenden systematischen Übersichtsarbeit lag der Anteil der Patienten mit einer Rupturprogression (kategorisiert als vorhanden oder nicht vorhanden) zwischen 11 % und fast 70 %. Das Fortschreiten von Rupturen bei nichtchirurgisch behandelten Patienten sollte gegen die Rerupturrate bei chirurgisch behandelten Patienten abgewogen werden. Diese variierte ebenfalls zwischen 10 % und 74 % und war zudem im Einklang mit – in anderen Arbeiten beschriebenen – Rerupturraten, die zwischen 0 % und 94 % lagen (35). Im Langzeitverlauf wurde eine Cross-Over-Rate zur sekundären Operation von unter 30 % beschrieben, was darauf hindeutet, dass der Großteil der Betroffenen das nichtchirurgische Behandlungsergebnis anscheinend akzeptierte.

Obwohl im vorhandenen Studienpool unterschiedliche Endpunkte evaluiert wurden, war es häufig nur begrenzt möglich, die Studienergebnisse statistisch zusammenzufassen. Die berichteten Effekte basieren oft auf Einzelstudienergebnissen, wie Langzeitdaten zu Schulterfunktion, Schmerz sowie Lebensqualität, und sind daher mit einer unzureichenden Präzision, das heißt weiten Konfidenzintervallen, assoziiert. Vor allem bei non-RCTs war die Qualität der Berichterstattung mangelhaft und oft inkonsistent. So wurden einzelne Komponenten der nichtchirurgischen Behandlung meist nicht spezifiziert und der zusätzliche Einsatz von oralen Schmerzmitteln oder Steroidinjektionen unzureichend beschrieben (21, 22, 24, 26, 28). Obwohl die Durchführung einer Akromioplastik häufig beschrieben wurde, folgten die durchgeführten chirurgischen Interventionen keinen einheitlich erkennbaren Standards. Darüber hinaus ist die Vergleichbarkeit der Ergebnisse zwischen den Studien durch eine unterschiedliche oder unzureichende Beschreibung der Rupturcharakteristika eingeschränkt. So beschränkten beispielsweise Kukkonen et al. (16, 17) ihren Einschluss ausschließlich auf isolierte Rupturen des Supraspinatus, während in den anderen RCTs – wenn auch nur zu einem geringen Anteil – auch Rupturen des Infraspinatus und Subskapularis betrachtet wurden. Große Rotatorenmanschettenrupturen, ein weiterer prognostischer Faktor (36), wurden in den vorliegenden Studien ebenfalls nicht (ausreichend) berücksichtigt.

Schlussfolgerungen

Für die Endpunkte Schulterfunktion und -schmerz zeigte sich bei kompletten Rotatorenmanschettenrupturen eine chirurgische (arthroskopisch oder minimalinvasiv, einschließlich einer Akromioplastik) im Vergleich zu einer nichtchirurgischen Behandlung (auch im Langzeitverlauf) überlegen. Ob die Unterschiede zwischen den Gruppen für den Einzelnen klinisch relevant sind, ist jedoch ungewiss, da die gemessenen Werte sowohl unterhalb als auch oberhalb der klinischen Relevanzschwelle lagen. Für andere Endpunkte wie Beweglichkeit, Muskelkraft, Lebensqualität und unerwünschte Ereignisse lagen nur wenige Daten vor, die Gruppenunterschiede waren minimal.

In vielen Studien wurden die Rotatorenmanschettendefekte nicht ausreichend definiert und Subgruppenanalysen im Hinblick auf unterschiedliche chirurgische Verfahren sowie konservative Behandlungsformen waren nicht möglich, da die Ergebnisse häufig auf einzelnen Studien basierten und die Datenlage damit limitiert war.

Künftige Studien zu kompletten Rupturen der Rotatorenmanschette sollten Folgendes berücksichtigen:

  • die Darstellung der Ergebnisse unter Bezug auf Schwellenwerte für die klinische Relevanz
  • die Evaluation unterschiedlicher Behandlungsoptionen für Subgruppen unter Berücksichtigung prognostischer Faktoren wie der Größe und Ätiologie der Ruptur, der Anzahl der betroffenen Sehnen und der Symptomdauer
  • die Ermittlung der optimalen Behandlungsverfahren für junge Menschen, vor allem vor dem Hintergrund, dass keine Studien für diese Population identifiziert wurden
  • die stringente Befolgung von Richtlinien, die dazu beitragen, die Berichterstattung von klinischen Studien zu verbessern, wie dem CONSORT (Consolidated Standards of Reporting Trials) (37) und/oder dem STROBE (Strengthening the Reporting of Observational Studies in Epidemiology) Statement (38).

Interessenkonflikt
Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 3. 2. 2020, revidierte Fassung angenommen: 18. 5. 2020

Anschrift für die Verfasser
Dr. sc. hum. Christine Schmucker
Institut für Evidenz in der Medizin
Universitätsklinikum Freiburg
Medizinische Fakultät
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Breisacher Straße 153
79110 Freiburg
schmucker@ifem.uni-freiburg.de

Zitierweise
Schmucker C, Titscher V, Braun C, Nussbaumer-Streit B, Gartlehner G,
Meerpohl J: Surgical and non-surgical interventions in complete rotator cuff tears—a systematic review and meta-analysis. Dtsch Arztebl Int 2020; 117: 633–40.
DOI: 10.3238/arztebl.2020.0633

►Die englische Version des Artikels ist online abrufbar unter:
www.aerzteblatt-international.de

Zusatzmaterial
Mit „e“ gekennzeichnete Literatur:
www.aerzteblatt.de/lit3820 oder über QR-Code

eGrafik, eMethodenteil, eTabellen:
www.aerzteblatt.de/20m0633 oder über QR-Code

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Institut für Evidenz in der Medizin, Universitätsklinikum Freiburg, Medizinische Fakultät, Albert-Ludwigs-
Universität Freiburg: Dr. sc. hum. Christine Schmucker,
Prof. Dr. Cordula Braun, Prof. Dr. med. Jörg Meerpohl
Cochrane Österreich, Department für Evidenzbasierte Medizin und Evaluation, Donau-Universität Krems, Österreich: Viktoria Titscher, MSc, Dr. scient. med. Barbara Nussbaumer-Streit, Prof. Dr. med. Gerald Gartlehner
RTI International, Research Triangle Park, North Carolina, USA: Prof. Dr. med. Gerald Gartlehner
Cochrane Deutschland, Cochrane Deutschland Stiftung, Freiburg: Prof. Dr. med. Jörg Meerpohl
Danksagung
Wir danken Irma Klerings (Cochrane Austria, Abteilung für evidenzbasierte Medizin und Evaluation, Donau-Universität Krems, Österreich) für die Literaturrecherchen und Andreea Dobrescu (Cochrane Austria, Abteilung für evidenzbasierte Medizin und Evaluation, Donau-Universität Krems, Österreich) für die Unterstützung beim Sreening von Titeln/Abstracts und Volltexten.
Finanzierung
Dieses systematische Review ist Teil eines Health Technology Assessments und wurde von der Schweizerischen Ärztekammer (Swiss Medical Board) finanziert.
Studienauswahl gemäß dem PRISMA-Flussdiagramm PRISMA, Preferred Reporting Items for Systematic Reviews and Meta-Analyses.
Grafik 1
Studienauswahl gemäß dem PRISMA-Flussdiagramm PRISMA, Preferred Reporting Items for Systematic Reviews and Meta-Analyses.
Schulterfunktion (Constant-Score, 0–100 Punkte, 100 Punkte = bestes Ergebnis
Grafik 2a
Schulterfunktion (Constant-Score, 0–100 Punkte, 100 Punkte = bestes Ergebnis
Schulterschmerzen
Grafik 2b
Schulterschmerzen
Muskelkraft
Grafik 2c
Muskelkraft
Studiencharakteristika
Tabelle
Studiencharakteristika
Unerwünschte Ereignisse (längstes Follow-up)
eGrafik
Unerwünschte Ereignisse (längstes Follow-up)
Suchstrategie in der Datenbank Medline
eTabelle 1
Suchstrategie in der Datenbank Medline
GRADE Evidenzprofil
eTabelle 2
GRADE Evidenzprofil
Risiko für Bias in nichtrandomisierten Studien
eTabelle 3
Risiko für Bias in nichtrandomisierten Studien
1.Yamamoto A, Takagishi K, Osawa T, et al.: Prevalence and risk factors of a rotator cuff tear in the general population. J Shoulder Elbow Surg 2010; 19: 116–20 CrossRef MEDLINE
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