ArchivDeutsches Ärzteblatt39/2020Prävalenzschätzungen sexueller Dysfunktionen anhand der neuen ICD-11-Leitlinien

MEDIZIN: Originalarbeit

Prävalenzschätzungen sexueller Dysfunktionen anhand der neuen ICD-11-Leitlinien

Ergebnisse der ersten repräsentativen Bevölkerungsstudie zu Gesundheit und Sexualität in Deutschland – GeSiD

Estimating the prevalence of sexual dysfunction using the new ICD-11 guidelines—results of the first representative, population-based German Health and Sexuality Survey (GeSiD)

Briken, Peer; Matthiesen, Silja; Pietras, Laura; Wiessner, Christian; Klein, Verena; Reed, Geoffrey M.; Dekker, Arne

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Hintergrund: Im Jahr 2022 wird die elfte Ausgabe der International Statistical Classification of Diseases (ICD-11) in Kraft treten. Ziel der vorliegenden Teilauswertung der GeSiD-Studie ist es, erstmalig für Deutschland eine Prävalenzschätzung für sexuelle Dysfunktionen in Anlehnung an die zukünftig geltenden diagnostischen Leitlinien vorzunehmen.

Methode: In der repräsentativen GeSiD-Studie wurden deutschlandweit 4 955 Männer und Frauen mittels einer zweistufig geschichteten Einwohnermeldeamts-Stichprobe (Zufallsstichprobe) befragt. Die Teilnahmequote lag bei 30,2 %. Sexuelle Dysfunktionen wurden erstmalig anhand eines Screening-Instruments erhoben, das sich an den neuen ICD-11-Leitlinien orientiert.

Ergebnisse: Die Prävalenz eines oder mehrerer sexueller Probleme einschließlich geringer Beschwerden in den vergangenen zwölf Monaten lag für Männer bei 33,4 % (95-%-Konfidenzintervall: [31,0; 35,9]), für Frauen bei 45,7 % [43,0; 48,4]. Bei den Männern gaben 80,4 % und bei den Frauen 72,1 % an, im vergangenen Jahr mindestens einen Sexualkontakt gehabt zu haben. Zu einer stark beeinträchtigenden sexuellen Dysfunktion gemäß der ICD-11-Leitlinien kam es bei 13,3 % [11,6; 15,1] der sexuell aktiven Männer (am häufigsten erektile Dysfunktion: 6,6 %, verfrühte Ejakulation: 4,5 %) und bei 17,5 % [15,6; 19,6] der sexuell aktiven Frauen (am häufigsten vermindertes sexuelles Verlangen: 6,9 %, Orgasmusstörungen: 5,8 %). Orgasmusstörungen kamen bei Frauen etwa doppelt so häufig vor wie bei Männern. Die erektile Dysfunktion nahm in den höheren Altersgruppen zu, der frühzeitige Samenerguss ab. Frauen fühlten sich besonders bei sexuell bedingten Schmerzen beeinträchtigt.

Schlussfolgerung: Die Studie weist auf die Bedeutung sexueller Dysfunktionen als Hindernis für sexuelle Gesundheit hin. Sie legt erstmals Prävalenzschätzungen für die neuen ICD-11-Leitlinien vor und bietet gleichzeitig ein für den Alltagseinsatz ökonomisches Screening-Instrument für sexuelle Dysfunktionen.

LNSLNS

Nach einer intensiven Entwicklungsarbeit hat die Welt­gesund­heits­organi­sation im Mai 2019 die elfte Ausgabe ihrer International Statistical Classification of Diseases (ICD-11) verabschiedet, die am 1. Januar 2022 in Kraft treten soll (1). Auch die Klassifikation der sexuellen Funktionsstörungen ist von dieser Überarbeitung der ICD betroffen. Während die ICD-10-Klassifikation organische von nichtorganischen sexuellen Dysfunktionen unterscheidet und in jeweils eigenen Kapiteln, Krankheiten des Urogenitaltraktes beziehungsweise psychische Störungen, verortet, wird diese Trennung in der ICD-11 vor dem Hintergrund empirischer Ergebnisse aufgegeben (2). Stattdessen gibt es eine integrierte Klassifikation sexueller Dysfunktionen in einem neuen Kapitel über Zustände im Zusammenhang mit der sexuellen Gesundheit („conditions related to sexual health“). Die ICD-11-Diagnoseleitlinien unterteilen sexuelle Dysfunktionen in vier Hauptgruppen:

  • Dysfunktion des sexuellen Verlangens und der sexuellen Erregung
  • Dysfunktion des Orgasmus
  • ejakulatorische Dysfunktion
  • sexuelle Schmerz-Penetrations-Störung.

Für die Diagnosestellung soll das sexuelle Problem über einen längeren Zeitraum (mehrere Monate) anhaltend oder wiederkehrend und häufig vorkommen sowie mit klinisch bedeutsamen Leiden einhergehen. Die ICD-11-Klassifikation verwendet außerdem ein System von Spezifizierungen („qualifier“), die kategorienübergreifend angewendet werden können. Die zeitliche Spezifizierung gibt zum Beispiel an, ob die sexuelle Dysfunktion lebenslang besteht, das heißt seit Beginn der sexuellen Aktivität, oder erst später aufgetreten ist.

In dieser Arbeit benutzen wir den Begriff „sexuelles Problem“, wenn Auffälligkeiten oder Schwierigkeiten im Zusammenhang mit der sexuellen Funktion beschrieben werden. Wenn zusätzlich Kriterien wie Dauer, Symptomschwere und Leiden berücksichtigt werden, sprechen wir von sexueller Dysfunktion (3).

Bisher gibt es weder für Deutschland noch international Prävalenzschätzungen für die nach ICD-11 klassifizierten sexuellen Dysfunktionen in der Allgemeinbevölkerung. Der britische Sex Survey Natsal-3 untersuchte zuletzt die Prävalenz der sexuellen Dysfunktionen bei 11 509 Befragten im Alter von 16–74 Jahren, die berichteten, im Jahr vor der Befragung mindestens einmal Sex gehabt zu haben. Allerdings wurden hierbei nicht die ICD-11-Leitlinien, sondern die Kriterien des amerikanischen diagnostischen und statistischen Manuals psychischer Störungen (DSM-5) verwendet (4, 5). Wenn als Morbiditätskriterien neben dem sexuellen Problem auch noch Dauer, Symptomschwere und Leiden als Merkmal einer sexuellen Dysfunktion herangezogen wurden, hatte dies einen sehr deutlichen Einfluss auf die Prävalenzschätzungen: Zwar berichteten 38,2 % der Männer über zumindest ein sexuelles Problem, aber nur 4,2 % zeigten Hinweise auf eine Störung nach Anwendung der drei Morbiditätskriterien. Vergleichbar gaben 22,8 % der Frauen mindestens ein sexuelles Problem an, allerdings wurden bei nur 3,6 % Anzeichen einer Störung gefunden.

Darüber hinaus ist bekannt, dass die Prävalenz sexueller Dysfunktionen altersabhängig ist (6, 7). Dies ist nicht zuletzt auf die Zunahme organischer Teilursachen mit steigendem Alter zurückzuführen. Insofern bieten sexuelle Probleme oder Dysfunktionen auch einen Hinweis auf andere abklärungsbedürftige oder relevante Krankheitsbilder (8, 9), denen in der ärztlichen Anamnese oder weiterführenden Untersuchungen nachzugehen ist. Gleichzeitig ist das Erleben von Belastung bei sexuellen Problemen alters- und partnerschaftsabhängig. Demnach erreicht beispielsweise die Belastung durch sexuelle Probleme bei Frauen ihren Höhepunkt in der Mitte des Lebens, nimmt mit dem Alter ab und ist abhängig vom Bestehen einer Partnerschaft (10). Bei Männern nimmt die Prävalenz sexueller Dysfunktionen und die Beeinträchtigung mit steigendem Alter zu (11).

Anliegen dieser Teilauswertung der Studie zu Gesundheit und Sexualität in Deutschland (GeSiD) ist es, erstmalig für Deutschland und international eine Prävalenzschätzung für sexuelle Dysfunktionen in Anlehnung an die ab 2022 geltenden diagnostischen Leitlinien vorzunehmen und diese für verschiedene Altersgruppen zu differenzieren.

Methode

Datenerhebung

Das methodische Vorgehen der GeSiD-Studie wird im eMethodenteil ausführlich beschrieben. Eine zweistufig geschichtete Einwohnermeldeamtsstichprobe kam zum Einsatz. Dabei wurden an 200 zufällig ausgewählten Auswahlpunkten (Stufe 1) die Adressdaten der 18–75-Jährigen zufällig gezogen (Stufe 2). Interviewer des sozialwissenschaftlichen Erhebungsinstituts Kantar Emnid führten die Befragung von Oktober 2018 bis September 2019 in Form computerassistierter persönlicher Interviews (CAPI) mit einem großen Selbstausfüllerteil (CASI) durch. Insgesamt nahmen 4 955 Männer und Frauen an den Interviews teil, was einer Teilnahmequote von 30,2 % entsprach (AAPOR Response Rate 4; [12], eMethodenteil). Von allen Befragten liegt eine schriftliche informierte Einwilligung vor.

Das Erhebungsinstrument wurde in einer Vorstudie entwickelt und weitestgehend getestet (13). Es enthält insgesamt etwa 260 Fragen und 18 Fragenkomplexe. Die Anzahl der tatsächlich zu bearbeitenden Fragen war jedoch stark abhängig von der bisherigen Sexual- und Beziehungserfahrung der Befragten. Durchschnittlich dauerten die Interviews knapp 51 Minuten, allerdings bei erheblicher Spannweite (19–208 Minuten).

Das GeSiD-Studienprotokoll wurde von der Ethikkommission der Hamburger Psychotherapeutenkammer geprüft, ein positives Ethikvotum liegt vor (Referenznummer: 07/2018-PTK-HH).

ICD-11-Screener für sexuelle Funktionsstörungen

Das Erhebungsinstrument enthielt einen Screener für sexuelle Funktionsstörungen nach Maßgabe der neuen ICD-11-Leitlinien (14) – das heißt ein Instrument, das möglichst kurz und damit ökonomisch die Symptome in einer Selbstauskunft abfragt. Der Screener wurde in Zusammenarbeit mit dem verantwortlichen Experten der WHO (GMR) entwickelt. Eine Validitätsstudie für den Screener konnte aus zeitlichen Gründen aufgrund des feststehenden Beginns der Feldphase der GeSiD-Studie nicht realisiert werden.

Statistische Auswertung

Alle Analysen wurden mit dem Modul für komplexe Stichproben der Datenanalysesoftware IBM SPSS Statistics für Windows (Version 24.0, erschienen im Jahr 2016; Armonk, NY: IBM Corp), das für Gewichtung, Clusterbildung und Stratifizierung der Daten adjustiert, durchgeführt. Die Lebenszeit- und 12-Monatsprävalenzen der einzelnen sexuellen Probleme sowie das Auftreten mindestens eines Problems wurden nach Geschlecht stratifiziert berechnet. Beeinträchtigung, Dauer und Umstände des Auftretens wurden in die Analysen einbezogen, indem zunächst die Prävalenzen für die Personen berechnet wurden, die ein bestimmtes Problem berichteten. Zudem sind die Prävalenzen bezogen auf die Gesamtstichprobe für das gleichzeitige Vorliegen eines Problems und einer starken Beeinträchtigung angegeben sowie für diejenigen, die stark beeinträchtigt und sexuell aktiv waren. Sexuelle Aktivität wurde definiert als mindestens ein Sexualkontakt innerhalb der letzten zwölf Monate.

Alle Prävalenzen werden einschließlich der 95-%-Konfidenzintervalle berichtet. Für die 12-Monatsprävalenzen werden zudem die altersspezifischen Prävalenzen stratifiziert nach Geschlecht angegeben und zur Überprüfung einer homogenen Altersverteilung wurde der Chi-Quadrat-Test für komplexe Stichproben durchgeführt. Alle Analysen wurden als „complete case analysis“, also listenweiser Fallausschluss, ausgewertet.

Ergebnisse

Die Prävalenz eines oder mehrerer sexueller Probleme in den letzten mindestens zwölf Monaten lag für Männer bei 33,4 %, für Frauen bei 45,7 % (Tabelle 1). 80,4 % der Männer und 72,1 % der Frauen waren in den letzten zwölf Monaten sexuell aktiv gewesen. Von denjenigen, die in den letzten zwölf Monaten sexuell nicht mit einer anderen Person aktiv waren, waren 69,7 % der Männer und 47,7 % der Frauen autoerotisch aktiv. 13,3 % der sexuell aktiven Männer und 17,5 % der sexuell aktiven Frauen berichteten mindestens eine sexuelle Dysfunktion für die letzten zwölf Monate (Tabelle 1). Der Tabelle 1 ist zu entnehmen, dass die Prävalenzschätzungen für sexuelle Dysfunktionen deutlich ansteigen, wenn nicht nur diejenigen mit starker und sehr starker Beeinträchtigung, sondern auch diejenigen, die sich nur etwas beeinträchtigt erleben, eingeschlossen werden (moderate Beeinträchtigung). In den zwölf Monaten vor der Befragung erlebten 14,7 % der Männer und 27,1 % der Frauen ein vermindertes sexuelles Verlangen (Tabelle 1). Bezogen auf die bisherige Lebenspanne kam vermindertes sexuelles Verlangen bei nahezu einem Drittel der befragten Männer und mehr als der Hälfte der Frauen vor (Tabelle 1). Allerdings fühlten sich nur etwa 20 % der Personen, die von vermindertem sexuellen Verlangen berichteten, hiervon auch deutlich beeinträchtigt. Dies bedeutet bezogen auf die Lebensspanne, dass 5,3 % der Männer und 10,6 % der Frauen Hinweise auf eine Dysfunktion verminderten sexuellen Verlangens zeigten (Tabelle 1). Bei Männern steigt mit zunehmendem Alter der Anteil derer, die ein reduziertes Verlangen als stark beeinträchtigend empfinden. Bei Frauen ist das Gegenteil der Fall: Dieser Anteil sinkt mit zunehmendem Alter (Tabellen 2 und 3).

Prävalenz von und Beeinträchtigung durch sexuelle Probleme (Angaben in %, 95-%-Konfidenzintervalle in Klammern)
Tabelle 1
Prävalenz von und Beeinträchtigung durch sexuelle Probleme (Angaben in %, 95-%-Konfidenzintervalle in Klammern)
Demografische Charakteristika der GeSiD-Teilnehmenden nach Geschlecht und Altersgruppen (Angaben in %)
eTabelle 1
Demografische Charakteristika der GeSiD-Teilnehmenden nach Geschlecht und Altersgruppen (Angaben in %)

Mehr als die Hälfte der Männer, die Erektionsprobleme erlebt haben, fühlten sich dadurch deutlich beeinträchtigt. Bei nur 11 % von ihnen, also in seltenen Fällen, bestanden die Erektionsprobleme lebenslang. In den letzten zwölf Monaten zeigten 7,9 %, im Laufe des Lebens 11,4 % der männlichen Teilnehmer Hinweise auf eine erektile Dysfunktion gemäß der ICD-11-Leitlinien (Tabelle 1). Erektionsprobleme waren in den Altersgruppen oberhalb des 55. Lebensjahres besonders häufig und 17,7 % der 66–75-jährigen Männer zeigten Hinweise auf eine erektile Dysfunktion (Tabelle 2).

Prävalenz sexueller Probleme innerhalb des letzten Jahres nach Altersgruppen: Männer (Angaben in %, 95-%-Konfidenzintervalle in Klammern)
Tabelle 2
Prävalenz sexueller Probleme innerhalb des letzten Jahres nach Altersgruppen: Männer (Angaben in %, 95-%-Konfidenzintervalle in Klammern)
Demografische Charakteristika der GeSiD-Teilnehmenden nach Geschlecht und Altersgruppen (Angaben in %)
eTabelle 2
Demografische Charakteristika der GeSiD-Teilnehmenden nach Geschlecht und Altersgruppen (Angaben in %)

Mehr als 40 % der Frauen hatten im Laufe ihres Lebens Probleme mit sexueller Erregung. Allerdings zeigten weniger als 10 % aller befragten Frauen über die Lebensspanne Hinweise auf eine Dysfunktion der sexuellen Erregung gemäß der ICD-11-Leitlinien (Tabelle 1). Während die Prävalenz von Problemen mit sexueller Erregung in den zwölf Monaten vor der Befragung bei den 46–55-jährigen Frauen besonders hoch war (28,1 %), berichteten in dieser Altersgruppe weniger als 6 % von einem Leidensdruck und zeigten damit Hinweise auf eine Dysfunktion (Tabelle 3). Orgasmusprobleme und Hinweise auf eine Dysfunktion des Orgasmus kamen bei Frauen etwa doppelt so häufig vor wie bei Männern (Tabelle 1). Die niedrigsten 12-Monatsprävalenzen fanden sich in den Altersgruppen der 36–45-jährigen und 66–75-jährigen Frauen.

Prävalenz sexueller Probleme innerhalb des letzten Jahres nach Altersgruppen: Frauen (Angaben in %, 95-%-Konfidenzintervalle in Klammern)
Tabelle 3
Prävalenz sexueller Probleme innerhalb des letzten Jahres nach Altersgruppen: Frauen (Angaben in %, 95-%-Konfidenzintervalle in Klammern)

In der Gruppe der Männer mit frühzeitigem Samenerguss gaben knapp 30 % der Befragten an, das Problem lebenslang gehabt (Tabelle 1) zu haben. Etwa ein Drittel der Betroffenen litt deutlich unter der Symptomatik (Tabelle 1). Hinweise auf eine Dysfunktion mit vorzeitigem Samenerguss waren in der Gruppe der sexuell aktiven jungen Männer mit 8 % besonders ausgeprägt und nahmen mit zunehmendem Alter bis auf 1,9 % in der höchsten Altersgruppe der sexuell aktiven Männer ab (Tabelle 2).

Wenn Frauen sexuell bedingte Schmerzen erlebten, war das für nahezu die Hälfte von ihnen deutlich beeinträchtigend (Tabelle 1) und in der Gruppe der jungen Frauen besonders prominent. 16,2 % der 18–25-jährigen Frauen berichteten über Probleme und 8,2 % über Hinweise auf eine sexuelle Schmerzstörung (beziehungsweise 9,4 % der sexuell Aktiven; Tabelle 3).

Diskussion

Repräsentative Studien der 1990er Jahre hatten sehr hohe Prävalenzen für sexuelle Dysfunktionen propagiert, zum Beispiel Schätzungen von 43 % für Frauen und 31 % für Männer (15). Diese Zahlen waren im Zuge der Medikalisierung sexueller Probleme durch die Einführung der Phosphodiesterase(PDE)-5-Hemmer massiv kritisiert worden, da sie vermutlich auch benutzt werden sollten, um die Nachfrage nach Medikamenten zu erhöhen (16, 17, 18, 19). Ganz sicher führten diese Zahlen zu einer Überschätzung der Prävalenz sexueller Dysfunktionen. Bei Verwendung strengerer Kriterien ergeben sich deutlich niedrigere Schätzungen, die der Realität sowie der klinischen Versorgungslage und damit den Herausforderungen an sexuelle Gesundheit deutlich näherkommen. Dennoch weisen auch die niedrigeren Prävalenzschätzungen sowohl in Natsal-3 anhand der DSM-5-Kriterien als auch bei den vorliegenden Daten der GeSiD-Studie darauf hin, dass es sich bei sexuellen Dysfunktionen um ein hochrelevantes Problem der Gesundheitsversorgung handelt, das adäquat berücksichtigt werden muss. Das gilt vor allem vor dem Hintergrund, dass viele sexuelle Dysfunktionen mit körperlichen Problemen oder Beschwerden zusammenhängen, insbesondere bei Erektionsstörungen des Mannes und bei Schmerzstörungen der Frau (6, 7, 8, 9). Vergleichbar mit anderen Studien (10, 11) wurden auch in GeSiD vornehmlich in den Altersgruppen oberhalb des 55. Lebensjahres und bei Frauen geringere Prävalenzzahlen festgestellt, als dies angesichts der vermuteten körperlichen Probleme zu erwarten wäre. Offensichtlich nimmt die Beeinträchtigung durch etwaige sexuelle Probleme mit höherem Alter ab.

Neben den Natsal-3-Daten, denen die DSM-5-Kriterien zugrunde liegen (4), ist die vorliegende Studie nach Wissensstand der Autoren die erste, die sexuelle Probleme von Störungskriterien auf Basis der ICD-11-Leitlinie abgrenzt. Vergleicht man die Häufigkeiten der sexuellen Probleme, zeigen sich weitgehende Übereinstimmungen in den Ergebnissen der zwischen 2010 und 2012 für Natsal-3 sowie der im Jahr 2019 für GeSiD erhobenen Daten. Allerdings gibt es auch einen bedeutsamen Unterschied: In Natsal-3 gaben lediglich 6,5 % der Frauen Probleme in Bezug auf sexuelles Verlangen und sexuelle Erregung an. Der Hintergrund hierfür ist, dass im DSM-5 mangelndes sexuelles Verlangen und Erregungsstörungen zu einer Diagnose zusammengefasst wurden. Für diese Diagnose müssen drei von sechs möglichen Symptomen erfüllt sein. Natsal-3 näherte sich dieser Klassifizierung an, indem die Frauen sowohl über mangelndes Interesse als auch gleichzeitig über mangelnde Erregung berichten mussten. In GeSiD wurden Probleme und Dysfunktionen im Zusammenhang mit vermindertem sexuellen Verlangen und sexueller Erregung bei Frauen gemäß der ICD-11-Konzeption anders als in Natsal-3 getrennt voneinander erfasst und mit diesem Vorgehen deutlich häufiger berichtet. Mitchell et al. (4) erklären selbst, es sei wahrscheinlich, dass das Vorgehen in Natsal-3 zu einer zu niedrigen Prävalenzschätzung geführt habe. Wenn als Morbiditätskriterien Dauer, Symptomschwere und Leidensdruck als Hinweis auf eine Dysfunktion sexuellen Verlangens und sexueller Erregung hinzugenommen wurden, lag die Morbidität bei 0,6 % (im Vergleich zu den 6,9 % mit der entsprechenden Dysfunktion in GeSiD).

Obwohl die Schätzungen in Bezug auf sexuelle Probleme zwischen Natsal-3 und GeSiD recht ähnliche Prävalenzen ergeben, führt die Anwendung der DSM-5-Kriterien in Natsal-3 auch insgesamt zu niedrigeren Prävalenzen sexueller Dysfunktionen um beziehungsweise unterhalb von 1 % in Bezug auf das letzte Jahr. Die ICD-11-Schätzer liegen hingegen deutlich höher, nämlich bei circa 3–7 % für die einzelnen Dysfunktionen. Das liegt an der grundsätzlich unterschiedlichen Logik von ICD-11 (für alle Gesundheitsbereiche) und DSM-5 (nur für psychische Störungen). Ein positives Ergebnis gemäß DSM-5 kann nur vorliegen, wenn die Störung nicht auf eine körperliche Erkrankung, Stress, Gewalt in der Partnerschaft oder Medikamente zurückgeführt werden kann (2). Damit liegt die Prävalenz in der vorliegenden Studie einer anderen, deutlich umfassenderen Störungskategorie als zum Beispiel die Natsal-Studie zugrunde. Daten für die einzelnen Störungsbilder entsprechen allerdings den Prävalenzbereichen anderer Studien (20). Bei Männern sind vorzeitige Ejakulation und erektile Dysfunktion die häufigsten sexuellen Funktionsstörungen, Frauen leiden am häufigsten unter einer Dysfunktion des sexuellen Verlangens und der sexuellen Erregung. Im Gegensatz zu Natsal-3 wurden in GeSiD auch die Befragten, die zuletzt nicht partnerschaftlich, sondern beispielsweise bei der Masturbation sexuell aktiv waren, eingeschlossen. Außerdem können Aussagen über die Spezifizierungen gemäß der ICD-11 gemacht werden.

Die Stärke dieser Datenanalyse liegt darin, dass sie auf einer großen, repräsentativen Stichprobe mit einem breiten Altersspektrum basiert. Die Antwortquote ist verhältnismäßig hoch (21). Die wesentliche Limitation der Studie ist, dass die Prävalenz gemäß der ICD-11-Leitlinien mit einem vor Beginn der Studie aus zeitlichen Gründen nicht kreuzvalidierten Screening untersucht wurde. Das Screening ist sehr nahe an der Formulierung der ICD-Leitlinien orientiert. Die Genauigkeit der Schätzung kann damit nicht der eines klinischen Interviews, die im Allgemeinen circa 30–45 Minuten dauern und bei einem breit angelegten Survey nicht durchführbar wären, entsprechen. Durch die Interviews könnte eine Antworttendenz in Richtung der Verneinung sexueller Probleme und damit eine Untererfassung bestehen. Allerdings bestand durch die assistierte, aber geschützte Beantwortung der Fragen zu Dysfunktionen am Computer ohne Einsichtnahme des Interviewers eine hohe Diskretion für die ausfüllende Person.

Danksagung
Wir danken allen Personen, die an der Studie teilgenommen haben, den Interviewenden und Mitarbeitenden von Kantar EMNID sowie dem wissenschaftlichen Beirat der Studie. Die GeSiD-Studie wurde durch eine Zuwendung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) unterstützt.

Interessenkonflikt
Prof. Briken war Berater der WHO in Bezug auf die Klassifizierung sexueller Störungen in der ICD-11. G.M. Reed war Mitglied des WHO-Sekretariats und Koordinator des ICD-11-Revisionsprozesses. Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten sind, sofern nicht ausdrücklich erwähnt, die der Autoren und stellen nicht die offizielle Politik oder Position der WHO dar.

Die anderen Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 1. 4. 2020, revidierte Fassung angenommen: 11. 8. 2020

Anschrift für die Verfasser
Prof. Dr. med. Peer Briken
Institut für Sexualforschung, Sexualmedizin und Forensische Psychiatrie
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Martinistraße 52, 20246 Hamburg
briken@uke.de

Zitierweise
Briken P, Matthiesen S, Pietras L, Wiessner C, Klein V, Reed GM, Dekker A: Estimating the prevalence of sexual dysfunction using the new ICD-11 guidelines—results of the first representative, population-based German Health and Sexuality Survey (GeSiD). Dtsch Arztebl Int 2020; 117: 653–8. DOI: 10.3238/arztebl.2020.0653

►Die englische Version des Artikels ist online abrufbar unter:
www.aerzteblatt-international.de

Zusatzmaterial
Mit „e“ gekennzeichnete Literatur:
www.aerzteblatt.de/lit3920 oder über QR-Code

eMethodenteil, eTabellen:
www.aerzteblatt.de/20m0653 oder über QR-Code

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Prävalenz von und Beeinträchtigung durch sexuelle Probleme (Angaben in %, 95-%-Konfidenzintervalle in Klammern)
Tabelle 1
Prävalenz von und Beeinträchtigung durch sexuelle Probleme (Angaben in %, 95-%-Konfidenzintervalle in Klammern)
Prävalenz sexueller Probleme innerhalb des letzten Jahres nach Altersgruppen: Männer (Angaben in %, 95-%-Konfidenzintervalle in Klammern)
Tabelle 2
Prävalenz sexueller Probleme innerhalb des letzten Jahres nach Altersgruppen: Männer (Angaben in %, 95-%-Konfidenzintervalle in Klammern)
Prävalenz sexueller Probleme innerhalb des letzten Jahres nach Altersgruppen: Frauen (Angaben in %, 95-%-Konfidenzintervalle in Klammern)
Tabelle 3
Prävalenz sexueller Probleme innerhalb des letzten Jahres nach Altersgruppen: Frauen (Angaben in %, 95-%-Konfidenzintervalle in Klammern)
Demografische Charakteristika der GeSiD-Teilnehmenden nach Geschlecht und Altersgruppen (Angaben in %)
eTabelle 1
Demografische Charakteristika der GeSiD-Teilnehmenden nach Geschlecht und Altersgruppen (Angaben in %)
Demografische Charakteristika der GeSiD-Teilnehmenden nach Geschlecht und Altersgruppen (Angaben in %)
eTabelle 2
Demografische Charakteristika der GeSiD-Teilnehmenden nach Geschlecht und Altersgruppen (Angaben in %)
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